Fußball

Bayern-Präsident wird persönlich Erregter Hoeneß verhöhnt DFB und ter Stegen

imago41972826h.jpg

Streitlustig: Uli Hoeneß.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Uli Hoeneß regt sich auf. Darüber, dass Marc-André ter Stegen in der Nationalelf Manuel Neuer verdrängen möchte. Der Bayern-Präsident attackiert den Torwart des FC Barcelona ein zweites Mal - und wirft dem DFB vor, ein "Machtwort" verpasst zu haben.

Präsident Uli Hoeneß von Bayern München hat in der Torhüterdebatte nachgelegt und erneut den Deutschen Fußball-Bund um Bundestrainer Joachim Löw sowie jetzt auch Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen angegriffen. Er erwarte von den handelnden Personen beim DFB, "dass man den Herrn ter Stegen schon mal in die Ecke stellt und ihm klar sagt, dass es so nicht geht", sagte Hoeneß am Donnerstag bei einem Basketball-Termin in München: "Er beschädigt hier einen völlig untadeligen Sportsmann wie den Manuel Neuer."

Herausforderer ter Stegen hatte vor wenigen Tagen seinem Unmut darüber Luft verschafft, dass er hinter Kapitän und Stammkeeper Neuer trotz starker Leistungen für den FC Barcelona kaum zum Zuge komme. Der 33 Jahre alte Neuer werde "als altes Eisen dargestellt, der nach der Europameisterschaft aufzuhören hat", sagte Hoeneß wenige Stunden nach seinem ersten Angriff auf den DFB vom Vorabend: "Da werden sich manche noch wundern. Wenn das so weitergeht, spielt der in fünf Jahren noch - und dann hat der ter Stegen wahrscheinlich schon einen grauen Bart."

DFB-Direktor Bierhoff wehrt sich

Wenn ter Stegen ein Problem habe, solle er "mit den Verantwortlichen reden - und nicht mit den Medien", empfahl Hoeneß dem 27-jährigen Ex-Gladbacher. Vom DFB habe er noch keine Reaktion bekommen, ergänzte Hoeneß fast genüsslich: "Deren Stärke ist es ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen." DFB-Direktor Oliver Bierhoff wies am Donnerstag aber öffentlich den Vorwurf zurück, Rio-Weltmeister Neuer in der Debatte nicht gestützt zu haben und undankbar zu sein: "Man sollte nicht vergessen, dass Jogi vor der WM in Russland bis zur letzten Sekunde auf Manu gewartet hat, der zuvor monatelang ausgefallen war. Er war entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland, ist nach dem eingeleiteten Umbruch unser Kapitän, hat in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer."

"Total berechtigter" erster Angriff

Sein erster Angriff sei "total berechtigt" gewesen, sagte Hoeneß über seine Attacke nach dem Champions-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad (3:0). Er habe mit Rummenigge abgesprochen gehabt, "dass wir unseren Torwart unterstützen müssen, weil er in eine Situation getrieben wurde, die er nicht verdient hat, und er sich nichts hat zuschulden kommen lassen".

Löw und der DFB hätten ein öffentliches "Machtwort" in Richtung ter Stegen versäumt, meinte Hoeneß. Außerdem erwarte er von ter Stegen eine Entschuldigung: "Wenn man in der heutigen Medienwelt lebt, das habe ich ja zu Genüge erlebt, muss man wissen, was man anrichtet."

Quelle: n-tv.de, tsi/sid