Fußball

Oligarchen-Uhr doppelt so teuer Ex-DFB-Chef Grindel hat wohl gelogen

imago28713142h.jpg

Symbolbild: Wichtiger Fußballfunktionär mit teurer Uhr.

(Foto: imago images / Revierfoto)

Dass die Uhr, die ihm ein ukrainischer Oligarch und Funktionärskollege schenkt, nicht "aus dem Kaugummi-Automaten war", ist klar. Nun deckt der "Spiegel" auf: Der zurückgetretende DFB-Präsident Reinhard Grindel sagt Anfang April offenbar nicht die Wahrheit, als er den Wert der Uhr angibt.

Als Reinhard Grindel Anfang dieses Monats zu erklärten versuchte, warum er als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurücktritt, hatte er gesagt: "Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe." Und er sagte am 2. April: "Seit dem Wochenende kenne ich den Wert der Uhr von 6000 Euro."

Nun stellt sich heraus, dass Grindel offenbar nicht die Wahrheit gesagt hat. Die Uhr, die ihm der ukrainische Oligarch und Funktionärskollege Grigori Surkis 2017 zum Geburtstag geschenkt hatte, ist knapp doppelt so viel wert. Das berichtet der "Spiegel". Das Nachrichtenmagazin habe ein Foto der Uhr an Grindels Handgelenk dem Schweizer Hersteller Ulysse Nardin vorgelegt. "Der Firma zufolge handelt es sich um eine Ulysse Nardin Marine +Chronograph Kaliber UN-150 in der heute nicht mehr angebotenen Version in Edelstahl mit arabischen Ziffern. Ihr Listenpreis lag 2017 laut Hersteller bei 11.800 Euro."

"Beweist seine fehlende Sensibilität"

Grindel habe bisher auf die Nachfragen des "Spiegels" nicht reagiert. "Dass das keine Uhr aus dem Kaugummi-Automaten war, war klar", sagte ein Verbandsfunktionär dem Magazin. Damit steht Grindel wieder einmal im Fokus der Kritik. Erst am Mittwoch war er auch von seinen Ämtern bei den Verbänden Uefa und Fifa zurückgetreten. Er werde die Posten als Vize-Präsident der Europäischen Fußball-Union und im Council des Weltverbands aufgeben, hatte er mitgeteilt. Damit hatte er auf den öffentlichen Druck reagiert.

Mark Pieth, Professor für Strafrecht an der Universität Basel, hatte im Gespräch mit n-tv.de das bizarre Ämter-Verständnis des ehemaligen DFB-Präsidenten kritisiert: "Dass Grindel meint, er könne hier zurücktreten und hat dann noch die Legitimation in den internationalen Gremien weiterzumachen, das beweist seine fehlende Sensibilität."

Quelle: n-tv.de, sgi

Mehr zum Thema