Fußball

HSV patzt, VfB zieht vorbei FC St. Pauli trumpft im Hamburger Derby auf

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Jubel im Volkspark: Die St. Paulianer landen einen kleinen Coup. Oder doch einen großen?

(Foto: dpa)

Der FC St. Pauli landet im Kampf gegen den Abstieg einen Coup und gewinnt das Hamburger Derby beim aufstiegsambitionierten HSV. Weil die Stuttgarter gegen Regensburg siegen, steht der VfB nun auf Platz zwei der Tabelle der zweiten Fußball-Bundesliga. Bochum siegt in Dresden, Heidenheim in Kiel.

Hamburger SV - FC St. Pauli 0:2 (0:2)

Der Hamburger SV hat auch das zweite Stadtderby der Saison in der zweiten Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli verloren. Mit dem verdienten 0:2 (0:2) musste der HSV zugleich einen herben Dämpfer im Kampf um den Aufstieg hinnehmen und rutschte nach der zweiten Heimniederlage auf den dritten Tabellenplatz ab. St. Pauli gelang mit dem ersten Auswärtserfolg in dieser Spielzeit ein Schritt aus der Gefahrenzone.

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Willkommen im Volkspark: Fans des Hamburger SV brennen Pyrotechnik ab.

(Foto: dpa)

Henk Veerman in der 20. Minute mit seinem siebten Tor in dieser Saison und Matthew Penney (29.) mit seinem Premierentreffer für St. Pauli sorgten vor 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion für die Überraschung. Dabei wollte der HSV eigentlich die alte Hierarchie in Hamburg wiederherstellen und Revanche nehmen für das 0:2 in der Hinrunde. Erst traf Sonny Kittel (7.) die Latte, dann Joel Pohjanpalo (10.) bei seinem Startelfdebüt nur den Pfosten.

Zehn Minuten später aber setzte sich Veerman im niederländischen Duell gegen Verteidiger Rick van Drongelen durch und stellte die Partie auf den Kopf. Penneys Traumtor lähmte den HSV dann endgültig. Auch nach dem Wechsel fiel den Gastgebern nicht mehr viel ein. St. Pauli kontrollierte das Spiel und hatte Chancen. So scheiterte Marvin Knoll (51.) per Kopf an HSV-Keeper Daniel Heuer-Fernandes. Ein Kopfballtreffer durch Rico Benatelli (67.) wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Auch ein Tor von HSV-Angreifer Lukas Hinterseer wurde nicht gegeben.

VfB Stuttgart - SSV Jahn Regensburg 2:0 (0:0)

Der VfB kann sich im Aufstiegsrennen auf seine Heimstärke verlassen. Trotz eines lange mäßigen Auftritts setzten sich die Stuttgarter mit 2:0 (0:0) gegen den SSV Jahn Regensburg durch und nutzten damit den Ausrutscher des HSV aus. Mit dem sechsten Heimerfolg in Serie zog das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo vorbei auf Tabellenplatz zwei.

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Jubel nach dem Freistoßtor: Daniel Didavi, VfB Stuttgart.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Daniel Didavi mit einem sehenswerten direkt verwandelten Freistoß (58.) und Gonzalo Castro (59.) waren vor 46.924 Zuschauern die Torschützen. Regensburg machte es dem VfB zwei Wochen nach dem 0:6-Debakel gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld schwerer und ist vorerst Siebter. Vor den Treffern hatte der Videobeweis für die größten Aufreger gesorgt. Gleich zwei Tore - eins für den VfB und eins für Jahn - erkannte Schiedsrichter Harm Osmers zunächst an und nach Sichten der TV-Bilder wieder aber. Zunächst hatte VfB-Mittelfeldspieler Orel Mangala mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze getroffen (19.). Defensivspieler Atakan Karazor hatte nach der Ecke den Regensburger Max Besuschkow zuvor jedoch umgerissen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit landete der Ball nach einem Zweikampf zwischen dem Regensburger Kapitän Marco Grüttner und VfB-Torhüter Gregor Kobel im Tor. Osmers entschied nach dem Videobeweis aber ebenfalls auf Foul.

Holstein Kiel - 1. FC Heidenheim 0:1 (0:0)

Der 1. FC Heidenheim bleibt Tabellenvierter. Das Team von Trainer Frank Schmidt kam zu einem 1:0 (0:0) beim Fünften Holstein Kiel. Norman Theuerkauf (76.) erzielte vor 10.000 Zuschauern das Tor für die Gäste, deren Mittelstürmer Tim Kleindienst in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte sah. Bei Schmuddelwetter mit strömendem Regen und stürmischen Winden hatten es beide Mannschaften nicht leicht. Der Ball blieb immer wieder in dem aufgeweichten Rasen liegen. Gute Torgelegenheiten gab es dennoch. Die beste der ersten Halbzeit für die Kieler vergab Salih Özcan, der nach einer Flanke von Reese am stark reagierenden Schlussmann Kevin Müller scheiterte (24.). Auf der Gegenseite hätte Patrick Mainka die Gäste nach einer guten halben Stunde in Führung bringen können. Der wuchtige Kopfball des Innenverteidigers nach einer Ecke ging knapp über das Tor. Nach dem Wiederanpfiff verflachte die Partie, weil den Akteuren die Kräfte schwanden. Das Tor fiel aus dem Nichts. Theuerkauf stocherte den Ball aus nächster Nähe über die Linie.

SG Dynamo Dresden - VfL Bochum 1:2 (0:0)

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Siegtor in letzter Minute: Vitaly Janelt, VfL Bochum.

(Foto: imago images/Picture Point LE)

Die SG Dynamo Dresden kommt einfach nicht vom letzten Platz weg. Das Schlusslicht verlor gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten VfL Bochum 1:2 (0:0). Vor 26.279 Zuschauern trafen Silvère Ganvoula (65.) und Vitaly Janelt (90.+3) für den VfL, Jannis Nikolaou (70.) hatte ausgeglichen. Für Dresden war es bereits das vierte Spiel nacheinander ohne Sieg.

Die Gäste waren zu Beginn wacher und besser. Danny Blum (10.) verfehlte mit einem Kopfball nur knapp das Tor. Auf der anderen Seite wurde ein Schuss von Patrick Ebert (13.) gerade noch geblockt. Nach dem guten Auftakt wurde das Spiel immer zerfahrener - bis der gerade eingewechselte Ganvoula nach starker Vorarbeit von Blum die Ruhe im Strafraum bewahrte und per Linksschuss traf. Die Führung währte jedoch nur wenige Minuten, bis Nikolaou nach einer Ebert-Ecke per Kopf zur Stelle war. Als alle sich mit einem Remis arrangiert hatten, war Janelt nach erneuter Blum-Flanke per Kopf zur Stelle.

 

Apropos Abstiegskampf: Der SV Wehen Wiesbaden hat am Freitag zum Auftakt des 23. Spieltags in der zweiten Fußball-Bundesliga trotz guter Chancen einen Sieg gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth verpasst und steckt weiter im Tabellenkeller fest. In einer mauen Partie trennten sich der VfL Osnabrück und der FC Erzgebirge Aue torlos - und warten weiter auf den ersten Sieg im neuen Jahr.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa