Fußball

Ligaschlusslicht "ins Mark" getroffen Favre tritt gegen Gladbachs Willen zurück

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Lucien Favre war seit 2011 Trainer in Gladbach und formte die Borussen zu einem Spitzenteam.

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Paukenschlag in der Fußball-Bundesliga: Lucien Favre erklärt seinen Rücktritt als Trainer von Borussia Mönchengladbach - obwohl ihn der Verein behalten will. Nach null Punkten aus fünf Ligaspielen sieht der Schweizer aber keine Zukunft mehr.

Lucien Favre ist als Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zurückgetreten. Der 57 Jahre alte Schweizer reagierte damit auf den schlechten Saisonstart der Borussia mit sechs Niederlagen in der Bundesliga und Champions League. Am Samstag hatte seine Elf das rheinische Derby beim 1. FC Köln mit 0:1 verloren und am fünften Bundesliga-Spieltag die fünfte Niederlage kassiert.

Nach dem dritten Platz in der Vorsaison steht die Borussia wegen des historischen Fehlstarts derzeit auf dem letzten Tabellenplatz und hatte auch in der Champions League beim FC Sevilla verloren. Dennoch probierte der Verein, den Schweizer von seinem Rücktritt abzuhalten. Letztlich wandte sich der Schweizer selbst an die Öffentlichkeit. Mit einer Erklärung machte er seine Demission publik und sorgte für großes Unverständnis und große Trauer bei der Borussia.

Wir sind nach wie vor total davon überzeugt, dass Lucien der perfekte Trainer für Borussia ist und wir gemeinsam mit ihm die aktuelle, sehr schwierige sportliche Situation überstehen werden", hieß es in einer Erklärung von Sportdirektor Max Eberl. Eberl und das Präsidium hätten deshalb einen Rücktritt in einem langen und persönlichen Gespräch abgelehnt.

Daraufhin gab Favre am Abend am Verein vorbei seinen Schritt bekannt. "Mit seinem öffentlich gemachten Rücktritt hat er nun Fakten geschaffen, die uns bis ins Mark treffen", erklärte Borussias Präsident Rolf Königs. "Wir haben mit Lucien Favre viereinhalb überaus erfolgreiche sportliche Jahre hinter uns und sind sehr traurig, dass dieser gemeinsame Weg nun offenbar zu Ende ist."

Nicht mehr der Richtige

In seiner Erklärung ließ Favre unter anderem verlauten: "Nach reiflicher Überlegung und eingehender Analyse bin ich zu der Erkenntnis gekommen: Es ist in dieser Situation die beste Entscheidung, mein Amt als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach niederzulegen."

"Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein", teilte Favre mit. "Da muss ich ehrlich zu mir und meinen Partnern professionell sagen: Es geht um den Verein, um den Mythos Borussia! Ich muss diese Entscheidung für Borussia und die Zukunft treffen."

Der Schweizer hatte das Amt in Mönchengladbach im Februar 2011 übernommen und die Elf vom Niederrhein vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Teilnehmer geformt.

Quelle: ntv.de, cwo/sid/dpa