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Fifa-Boss Gianni Infantino (r.) legt Hand an die WM-Teilnehmerzahl. Unter anderem.
Fifa-Boss Gianni Infantino (r.) legt Hand an die WM-Teilnehmerzahl. Unter anderem.(Foto: dpa)
Mittwoch, 31. Oktober 2018

"Wenn möglich - warum nicht?": Fifa-Boss forciert Mega-WM schon in Katar

Ab 2026 werden Fußball-Weltmeisterschaften mit 48 Teilnehmern ausgetragen, das steht fest. Das ist Fifa-Präsident Infantino aber zu spät. Der will schon das Turnier 2022 in Katar aufblähen. Den Widerstand des WM-Gastgebers hat Infantino offenbar gebrochen.

Gianni Infantino stolperte und fiel fast hin, als er das Podium im luxuriösen Mandarin Oriental Hotel betrat. Von seinem Weg Richtung "Mega-WM" 2022 in Katar wird sich der Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa aber nicht mehr abbringen lassen. "Wenn es möglich ist - warum nicht?", sagte der Schweizer beim Kongress der asiatischen Konföderation AFC in Kuala Lumpur: "Wir hoffen, dass es so kommen wird." Die Aufstockung von 32 auf 48 Teams bei WM-Endrunden war eigentlich erst ab der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko beschlossen worden. Infantino aber wirbt seit Wochen für mehr Teilnehmer schon beim Winter-Turnier 2022 (21. November bis 18. Dezember), das den kleinen Wüstenstaat jetzt schon Milliarden gekostet hat.

"Wir müssen uns anschauen, ob es möglich, ob es machbar ist", sagte Infantino: "Wir diskutieren mit unseren Freunden in Katar und der Region." Das Emirat hatte sich zunächst vehement gegen eine Aufstockung gewehrt. Organisationschef Hassan al-Thawadi bestätigte aber zuletzt, dass nun doch über ein 48er-Turnier beraten werde. "Wir werten weiterhin die Machbarkeitsstudien aus", sagte al-Thawadi der Nachrichtenagentur AFP: "Dann sind wir in einer besseren Position für eine Entscheidung, die vor dem Beginn der Qualifikation fallen muss. Irgendwann im ersten Quartal des nächsten Jahres."

Bis März 2019 braucht es Fakten

Das Fifa-Council mit DFB-Präsident Reinhard Grindel tagt beispielsweise im März 2019 in Miami, wo auch über eine reformierte Klub-WM und eine globale Nations League diskutiert werden soll. Bis dahin müssten Fakten geschaffen werden. 16 Teams mehr zu beherbergen, dürfte auch den reichen Wüstenstaat vor große Herausforderungen stellen. Zudem kämpft die Golfregion mit einer politischen Krise.

Einige Nachbarländer verdächtigen Katar, finanzielle Hilfe für Terroristen zu leisten. Allen voran Saudi-Arabien, das im Übrigen auch im Fußball nach mehr Macht strebt, hat die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarn abgebrochen. Die Vorbereitungen für die WM 2022 seien davon aber nicht betroffen, versicherte al-Thawadi. Infantinos Motivation erscheint ein Dreivierteljahr vor der FIFA-Präsidentschaftswahl klar. Beim AFC-Kongress lockte der Schweizer mit deutlich mehr Startplätzen für die asiatischen Nationalmannschaften, von denen sich im aktuellen 32er-Format maximal fünf qualifizieren können. "Es würde euer Leben verändern", sagte Infantino.

Innerhalb der Fifa hat die AFC 46 Stimmen und gehört damit neben dem afrikanischen Kontinentalverband CAF (54) und der Europäischen Fußball-Union UEFA (55) zu den "Königsmachern" bei Präsidentschaftswahlen. "Ihr wisst, dass Wahlen auf dem Programm stehen", sagte Infantino: "Ich habe meine Kandidatur angekündigt und bislang über 180 Unterstützerbriefe erhalten. Aus Asien fehlen nur noch wenige."

Quelle: n-tv.de