Fußball

Enthüllungen um "Panama Papers" Fifa ermittelt gegen eigenen Ethiker

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Fifa-Präsident Gianni Infantino mit dem Uruguayer Juan Pedro Damiani (M.). Dem Mitglied der Fifa-Ethikkommission droht eine Sperre wegen unethischen Verhaltens.

(Foto: REUTERS)

Der Fußball-Weltverband Fifa prüft eine Verstrickung ihres Funktionärs Juan Pedro Damiani in dubiose Finanzgeschäfte, die durch die "Panama Papers" aufgedeckt wurden. Brisant: Der Uruguayer ist Mitglied der Fifa-Ethikkommission.

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa hat interne Vorermittlungen gegen ihr eigenes Mitglied Juan Pedro Damiani aus Uruguay eingeleitet. "Ja, der Bericht ist richtig. Ich kann bestätigen, dass wir eine sogenannte Voruntersuchung in die Wege geleitet haben", sagte der Sprecher der ermittelnden Kammer der Ethikkommission, Roman Geiser. Weitere Details nannte er nicht.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass sich in den sogenannten "Panama Papers" auch Spuren zur Fifa-Affäre finden. So soll der uruguayische Anwalt Damiani, Mitglied in der rechtsprechenden Kammer der Fifa-Ethikkommission, drei Angeklagten im Fifa-Skandal zu Offshore-Firmen verholfen haben. Über die sollen möglicherweise Fußball-Funktionäre bestochen worden sein.

Damiani erklärte auf Anfrage der "SZ", die Kommission über die Geschäftsverbindungen informiert zu haben. Allerdings geschah dies laut "Süddeutscher Zeitung" erst nach der Anfrage zu den "Panama-Papieren". Die Unterlagen zeigen den Medienberichten zufolge, wie Spitzenpolitiker, Sportstars und Kriminelle weltweit ihr Vermögen verschleierten.

Den "Panama Papers" zufolge hat Damiani die Briefkastenfirmen für seinen Landsmann, den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Eugenio Figueredo, beschafft, und außerdem für den argentinischen TV-Rechtehändler Hugo Jinkis und dessen Sohn Mariano. Vater und Sohn Jinkis sollen, so der Vorwurf der Ermittler der US-amerikanischen Bundespolizei FBI, Millionen an Schmiergeld für hohe Fifa-Funktionäre gezahlt haben, um günstig Fernsehrechte zu bekommen, die mit hohem Gewinn weiterveräußert werden sollten – zum Beispiel die Rechte für die Copa América, das südamerikanische Pendant zur Europameisterschaft. Als Vehikel für verdeckte Zahlungen soll Vater und Sohn die Briefkastenfirmen genutzt haben. Auf Anfrage äußerten sich Hugo Jinkis und Mariano Jinkis nicht zu den Vorwürfen.

Den Panama Papers zufolge war Damiani seit Ende der 90er-Jahre auch für Eugenio Figueredo tätig. Den ehemalige Fifa-Vizepräsident steht in Verbindung zu elf Offshore-Firmen, die von Mossfon gegründet wurden. Die meisten der Firmen, sieben, wurden von Damianis Kanzlei verwaltet und besitzen eine Reihe von Immobilien. Noch im Februar 2015 organisierte die Kanzlei Damiani eine Vollmacht für Figueredos Frau, wodurch sie für eine der Firmen handeln konnte – eine Firma, die inzwischen von uruguayischen Ermittlern durchleuchtet wird.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa

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