Fußball

Uefa empfiehlt Wahlboykott Fifa sperrt verhaftete Funktionäre

imago_sp_0527_08090006_14469225.jpg7831004411859887493.jpg

Jeffrey Webb ist eine der zentralen Figuren im Fifa-Korruptionsskandal.

(Foto: imago/Ulmer)

Der Weltfußballverband sperrt die wegen Korruption verhafteten Funktionäre. Die Uefa empfiehlt den europäischen Verbänden den Boykott der Fifa-Präsidentschaftswahl und fordert eine Verschiebung, sonst werde der Fußball "getötet". Ein Spitzenfunktionär half dem FBI seit 2013.

Der Weltverband Fifa hat insgesamt elf Funktionäre vorläufig für sämtliche Fußballaktivitäten gesperrt. Darunter seien auch die Fifa-Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo, teilte der Weltverband nach einer Entscheidung seiner Ethikkommission mit.

328D7600756FCD07.jpg3115881381046021129.jpg

Sechs Beschuldigte im Uhrzeigersinn von oben links: Jeffrey Webb, Jose Maria Marin, Nicolas Leoz, Eugenio Figueredo, Jack Warner, Eduardo Li.

(Foto: AP)

"Die Anklagen sind derart schwerwiegend und stehen eindeutig in Zusammenhang mit dem Fußball, dass wir schnell und sofort handeln mussten. Die weiteren Verfahren erfolgen gemäß Fifa-Ethikreglement", sagte Hans-Joachim Eckert, Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission.

Bei den gesperrten Personen handelt es sich um Jeffrey Webb, Eduardo Li, Julio Rocha, Costas Takkas, Jack Warner, Eugenio Figueredo, Rafael Esquivel, José Maria Marin, Nicolás Leoz, Daryll Warner und Chuck Blazer. Blazer war seit 2013 der Informant des FBI und spionierte seine Kollegen bei der Fifa für die US-Ermittler aus.

Uefa fordert neue Fifa-Führung

Zudem forderte die Europäische Fußball-Union nach den Festnahmen von sieben hochrangigen Funktionären die für Freitag geplante Verschiebung der Präsidentenwahl beim Weltverband Fifa. Das teilte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino nach einer Sitzung vor dem Europa-League-Finale in Warschau mit.

"Die heutigen Ereignisse sind ein Desaster für die Fifa und beschädigen das Image des Fußballs", hieß es in einer Uefa-Mitteilung. Der Kongress drohe zur Farce zu werden. Deshalb sollten die europäischen Verbände darüber nachdenken, die Versammlung der 209 Fifa-Mitgliedsländer zu boykottieren. Das alte System würde "den Fußball töten". Die Fifa brauche eine neue Führung. Präsident will erneut der seit 1998 amtierende Sepp Blatter werden.

"Deshalb sollte der Kongress verschoben und eine neue Präsidentenwahl innerhalb der kommenden sechs Monate organisiert werden", forderte die Uefa. Sieben Funktionäre des Weltverbands Fifa oder Offizielle der ihr angeschlossenen Konföderationen wurden in Zürich festgenommen, darunter auch Webb und Figueredo.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa