Fußball

Bayern-Coach überzeugt alle Flick siegt sich von der Not- zur Dauerlösung

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Überzeugte die Bayern-Bosse mit einem attraktiven Spielstil, seiner Art und positiven Ergebnissen: Hansi Flick bleibt Coach der Münchner bis 2023.

(Foto: imago images/ActionPictures)

Mit Hansi Flick in die Zukunft: Der FC Bayern hat seinen zuletzt so erfolgreichen Coach mit einem langfristigen Cheftrainer-Vertrag ausgestattet. Damit kommt der deutsche Rekordmeister wohl auch großen Vereinen aus der Premier League zuvor - und sichert sich einen Trainer mit der heiß geliebten Bayern-DNA.

Die Klub-Bosse haben ihr Zögern beendet - der einstige Interimstrainer Hansi Flick wird endgültig zur Dauerlösung auf der Bank von Bayern München: Der deutsche Rekordmeister verkündete die erwartete Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags mit seinem Chefcoach bis zum 30. Juni 2023. Inmitten der Corona-Krise und der sportlichen Zwangspause sorgten die Münchner mit der weitreichenden Personalentscheidung fast für ein wenig Bundesliga-Normalität.

Der Klub sei "mit der Arbeit von Hansi Flick sehr zufrieden. Die Mannschaft hat unter ihm eine sehr gute Entwicklung genommen, spielt attraktiven Fußball, der sich auch in den Ergebnissen widerspiegelt", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Dazu gefällt mir die Art und Weise, wie er die Mannschaft führt, seine menschlichen Qualitäten überzeugen, seine Empathie spricht für ihn."

Der 55-jährige Flick hatte das Team im November als Nachfolger von Niko Kovac übernommen und seither mit 18 Siegen in 21 Pflichtspielen eine starke Bilanz vorzuweisen. Kovac hatte seinen Posten nach einem 1:5 bei Eintracht Frankfurt räumen müssen, die Bayern lagen auf Rang vier der Tabelle.

Nun steht der Verein auch dank Flick in der derzeit pausierenden Liga wieder dort, wo er dem eigenen Selbstverständnis nach hingehört: ganz oben. "Ich freue mich darauf, zusammen mit meinem Trainer-Team und der Mannschaft die kommenden Aufgaben anzugehen", sagte Flick, der von "sehr guten" und vertrauensvollen Gesprächen berichtete. "Wir haben zusammen die Ausrichtung für die kommenden Jahre festgelegt. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam viel erreichen können."

Vetorecht bei Transfers

Flick, unter Kovac Co-Trainer, übernahm zunächst als Interimscoach und holte in der Liga gleich ein 4:0 gegen den Dauerrivalen Borussia Dortmund. Die Cheftrainer-Vereinbarung über zwei Spiele wurde zunächst bis Weihnachten ausgedehnt, dann einigten sich Klub und Flick darauf, bis zum Saisonende weiterzumachen. "Daran hat sich Hansi loyal und diszipliniert gehalten, das ist eine Qualität", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Die Bayern-Bosse hatten trotz ihrer grundsätzlichen Bereitschaft, mit dem "treuen Hansi" weiterzumachen, lange auf Zeit gespielt.

Detailfragen waren trotz der positiven sportlichen Entwicklung lange ungeklärt. Mit Salihamidzic war Flick bei der Kaderplanung dem Vernehmen nach nicht immer einer Meinung, etwa bei der Bewertung der Notwendigkeit einer Verpflichtung von Nationalspieler Leroy Sané. Dass Flick ein Vetorecht bei Transfers einforderte, ist nun aber offenbar kein Problem. Salihamidzic demonstrierte Einigkeit. "Hansi und ich wissen, in welche Richtung wir die Mannschaft entwickeln wollen", sagte er. Vorstandsmitglied Oliver Kahn lobte Flick für sein Verständnis der Bayern-Philosophie: "Hansi kennt die Mentalität des Vereins, er weiß, dass der FC Bayern am maximalen Erfolg gemessen wird."

Für eine Zukunft bei den Bayern blockte Flick auch die kolportierten Anfragen aus dem Ausland - berichtet wurde von Interesse aus der Premier League - ab. Immer wieder verwies Flick darauf, dass es ihm "Spaß" mache mit seiner Münchner Mannschaft. Diesen kann er nun langfristig genießen.

Quelle: ntv.de, Emanuel Reinke, sid