Fußball

Reha statt "Win-Win"-Situation Gnabry-Leihe kennt bislang nur Verlierer

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Nicht glücklich.

(Foto: imago/DeFodi)

Im Sommer wechselt Serge Gnabry zum FC Bayern München, zieht jedoch sofort zur TSG Hoffenheim weiter. Dort soll er für einen Stammplatz beim Fußball-Rekordmeister reifen, bringt jedoch als dauerverletzte Leihgabe weder sich noch seinen Arbeitgeber weiter.

Wenn Julian Nagelsmann in diesen Tagen nach dem Comeback Serge Gnabrys gefragt wird, legt er die Stirn in Falten. "Ich kann das nicht beantworten", sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim vor dem DFB-Pokalspiel an Gnabrys alter Wirkungsstätte beim SV Werder Bremen: "Er ist im Reha-Prozess. Vielleicht trainiert er nächste Woche schon wieder mit. Aber das habe ich schon zweimal gesagt, deshalb bin ich da besser vorsichtig."

Tatsächlich ist Nagelsmann im Fall Gnabry leidgeprüft. Lediglich zwei Punktspiele hat der dauerverletzte Leihspieler des FC Bayern, der derzeit an Oberschenkelproblemen laboriert, bisher für die Kraichgauer absolviert. Am ersten Spieltag gegen Werder (1:0) wurde der 22-Jährige eingewechselt, am sechsten Spieltag gegen Schalke 04 (2:0) wurde er ausgewechselt. 77 Bundesligaminuten im TSG-Trikot stehen für den Offensivspieler zu Buche. Dazu kommen 126 Minuten in den Play-offs zur Champions League gegen den FC Liverpool und 24 Minuten in der ersten Pokalrunde. In der Europaliga war Gnabry noch gar nicht am Ball. Das hatten sich die Hoffenheimer und der gebürtige Stuttgarter anders vorgestellt.

"Ich will einfach spielen"

Ganz bewusst hatte sich Gnabry nach der vergangenen Saison dazu entschieden, für acht Millionen Euro von Werder zu den Bayern zu wechseln. Da der Meister aber (noch) eine Nummer zu groß sein könnte, zog der frühere Profi des FC Arsenal sofort weiter nach Hoffenheim. Um Spielpraxis zu sammeln und um sich zu empfehlen - das ging bislang gründlich daneben. Der Plan sah so aus: "Ich will einfach spielen. Man weiß, dass beim FC Bayern der Kader natürlich etwas anders ist als bei anderen Vereinen", sagte der Deutsch-Ivorer, den vor der Spielzeit die Aussicht auf internationale Spiele beim Europacup-Teilnehmer reizte: "Es ist natürlich immer ein Plus. Jeder Spieler träumt davon, international zu spielen."

Mit den Bayern sollten die Auftritte in Europa dann irgendwann zum Standard gehören. "Ich habe beim FC Bayern unterschrieben und habe mir das gründlich überlegt", äußerte der Olympiazweite und U21-Europameister, der in München einen Vertrag bis 2020 hat: "Von daher fühle ich mich natürlich als Teil des FC Bayern. Ob das diese Saison ist oder nächste, macht für mich keinen Unterschied. Ich weiß, wo mein Weg in den nächsten Jahren hinführen soll."

Derzeit scheint Gnabry, der bei seinem Debüt in der Nationalelf dreimal gegen San Marino traf, eher in einer Sackgasse gelandet zu sein. Dabei sollte er die TSG entscheidend voranbringen. "Er kann uns sehr viel helfen. Er hat ein unglaubliches Tempo, sehr gute Abschlussqualität und ist sehr variabel einsetzbar", sagte Nagelsmann im Sommer noch hoffnungsfroh.

Hoffenheims Manager Alexander Rosen ging sogar von einer "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten aus. "Die Bayern bekommen einen top-ausgebildeten Spieler zurück, uns kann er bei der Mehrfachbelastung entscheidend helfen", äußerte Rosen - und täuschte sich gewaltig. Denn nach dem derzeitigen Stand der Dinge bekommen die Bayern einen Dauerverletzten ohne Spielpraxis zurück.

Quelle: n-tv.de, Alexander Sarter, sid

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