Fußball

"Sie müssen sehr stolz sein" Guardiola bewundert Bayern mehr als Neymar

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Neymar findet den FC Bayern dieser Tage nicht mehr überragend.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Der FC Bayern fliegt enttäuscht aus der Champions League. Für Superstar Neymar hatte der Titelverteidiger schon vorher seinen Schrecken verloren. Das wollten zwei große Trainer nicht so stehen lassen. Einen Verbündeten hat Neymar ausgerechnet in München.

Ein Duell mit dem FC Bayern des Jahres 2021? Für Superstar Neymar war das vor dem Viertelfinale in der Champions League kein besonders beängstigendes Szenario. "Das ging so weit, dass ich gesagt habe: 'Wenn wir auf Bayern treffen, scheidet Bayern aus'", verriet der Brasilianer in Diensten von Paris Saint-Germain nach dem K.o.-Duell beider Klubs, das die Edel-Equipe aus Frankreich denkbar knapp aufgrund bayerischer Ineffizienz und der mehr erzielten Auswärtstore für sich entschied. Ja, in der vergangenen Saison sei Bayern für ihn das beste Team des Turniers gewesen, dieses Jahr habe er das jedoch nicht so gesehen.

Prominente Fachleute, die ihre Teams just ins Halbfinale der Champions League manövriert haben, widersprechen da allerdings heftig - und werden regelrecht leidenschaftlich. So geriet Pep Guardiola nach dem gerade eben so gemeisterten Viertelfinal-Duell gegen Borussia Dortmund schnell ins Schwärmen. Mehr über den geschlagenen FC Bayern als über seinen kommenden Gegner PSG: "Wir haben gestern gesehen, wie stark sie sind", verteilte Guardiola bei Sky kurz Nettigkeiten gen Paris: "Mbappé und Neymar sind sehr gut."

"Sie müssen unglaublich stolz sein"

Dann aber wollte er lieber über den Klub sprechen, für den er selbst zwischen 2013 und 2016 tätig war. "Sie (PSG, Anm. der Red.) haben für mich die beste Mannschaft der Welt rausgeworfen." Eben den FC Bayern. "Die Bayern müssen unglaublich stolz auf sich sein. Jeder will gewinnen. Aber wenn ich verlieren müsste, dann würde ich so verlieren wollen, wie sie es getan haben", schwärmte Guardiola, der mit Manchester City erstmals im Halbfinale des Wettbewerbs steht, den er mit dem FC Barcelona zweimal gewann.

Auch Neymars Trainer Mauricio Pochettino widersprach seiner Offensivkraft wenige Minuten nach dessen Interview deutlich: Der Argentinier lobte den FC Bayern gegenüber CBS als "das beste Team der Welt momentan. Ein fantastisches Spiel."

Einen höchst prominenten Unterstützer hat Neymar allerdings - und das ausgerechnet in München: Hansi Flick, der Sixtuple-Trainer, der ausdauernd auf den Qualitätsverlust in seinem Kader hinweist, für den er Sportvorstand Hasan Salihamidžić verantwortlich macht: "Wir hatten letztes Jahr eine Mannschaft, die qualitativ - und das weiß glaube ich jeder, und jeder wird mir da zustimmen - besser war als die Mannschaft in diesem Jahr", konstatierte Flick jüngst vor dem enttäuschenden 1:1 in der Bundesliga gegen Union Berlin. Der Dauerclinch zwischen Salihamidžić und Flick belastet den Klub schwer.

Der künftige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern schickte seiner Mannschaft derweil nette Worte in den Bundesliga-Endspurt hinterher: "Über diese dramatische Partie musste ich erst einmal eine Nacht schlafen", schrieb Oliver Kahn auf Twitter. "Trotz fehlender Leistungsträger" habe man einen großen Kampf geliefert. "Nach der ersten Enttäuschung überwiegt der Stolz auf eine Mannschaft, die über das gesamte vergangene Jahr enorme Mentalität bewiesen hat. Unsere Jungs haben gezeigt, was für ein großes Team sie sind!" Nun aber müsse man "den vollen Fokus auf die Meisterschaft" legen, mahnte Kahn.

Die Bundesliga führen die enttäuschten Münchener nach 28 Spieltagen mit fünf Punkten vor RB Leipzig an. Die Meisterschaft ist nach einem völlig überraschenden Zweitrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Zweitligist Holstein Kiel und dem frühen Champions-League-Abschied nach einer Saison mit sechs Titeln die letzte verbliebene Chance auf eine wichtige Trophäe in diesem Jahr. Die Experten werden sich wenigstens darin einig sein, dass das nach dem Rausch der Vorsaison zu wenig für die hohen Ansprüche ist. Egal, ob beste Mannschaft der Welt oder eben nicht.

Quelle: ntv.de, ter

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