Fußball

Paderborn beendet Sieglos-Serie Hennings stoppt Düsseldorfs Absturz spät

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(Foto: imago images/foto2press)

Lange sieht Jahn Regensburg wie der sichere Sieger, dann wendet Fortuna Düsseldorf den Fall auf die Abstiegsplätze der 2. Bundesliga doch noch ab. Der SC Paderborn siegt erstmals seit neun Monaten, während Schlusslicht Würzburg ernüchtert vom Platz geht.

Fortuna Düsseldorf - Jahn Regensburg 2:2 (0:2)

Absteiger Fortuna Düsseldorf kommt in der 2. Fußball-Bundesliga nicht vom Fleck. Die defensiv schlampigen Rheinländer holten beim 2:2 (0:2) gegen die Blitzstarter von Jahn Regensburg zwar einen Zwei-Tore-Rückstand auf, laufen den eigenen Ansprüchen mit nur einem Sieg nach vier Spieltagen aber weiter hinterher. Kenan Karaman (82.) und Rouwen Hennings (86.) bewahrten die Düsseldorfer, die unter der Woche den Aufstieg als Saisonziel ausgegeben hatten, vor der dritten Saisonniederlage. Andreas Albers hatte den Jahn nach 24 Sekunden mit dem schnellsten Profi-Tor der Vereinsgeschichte zunächst in Führung gebracht. Außerdem traf Sebastian Stolze (20.) für die Gäste.

Die Fortuna präsentierte sich zu Beginn keineswegs wie ein Spitzenteam. Defensiv verteidigte das Team von Trainer Uwe Rösler vogelwild, der 18 Jahre alte Startelfdebütant Jamil Siebert agierte bei beiden Gegentoren in der ersten Hälfte unglücklich. Zwar stabilisierten sich die Gastgeber etwas, mehr als die ordentlichen Möglichkeiten vom auffälligen Thomas Pledl (13.) und Florian Hartherz (14.) sprangen im ersten Abschnitt aber nicht heraus.

Im eigenen Angriff fehlten den Düsseldorfern wie schon in den vorherigen Partien häufig die spielerischen Mittel, Pledl (54.) vergab per Kopf eine riesige Chance auf den Anschluss. Der Jahn verwaltete das Spiel und setzte selbst Nadelstiche. Nach Karamans Einzelleistung wurde es wieder spannend, dann war Torjäger Hennings zur Stelle.

SC Paderborn - Hannover 96 1:0 (1:0)

Bundesliga-Absteiger SC Paderborn hat im vierten Versuch endlich den ersten Sieg gefeiert. Die Ostwestfalen bezwangen das stark eingeschätzte Hannover 96 am Sonntag verdient mit 1:0 (1:0) und verließen die Abstiegsplätze. Für 96 war es die zweite Saison-Niederlage. Paderborn piesackte den Gegner besonders in der ersten Halbzeit mit aggressivem Pressing, was auch zum Führungstor führte. Startelf-Debütant Johannes Dörfler schlenzte an den Innenpfosten, der Ball prallte ins Tor (26.). Hannover war offensiv lange eine Enttäuschung, ernsthafte Torchancen waren selten.

Nach einer Stunde verlor Paderborn langsam Kraft, Marvin Ducksch (62.) war dem Ausgleich nahe. Hannover drückte den SCP nun in die eigene Hälfte. Paderborn hätte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon 2:0 führen müssen, denn Denis Srbeny war nur 20 Sekunden nach der Halbzeitpause im Strafraum frei zum Schuss gekommen. Der Stürmer setzte den Ball aber knapp am Tor vorbei.

Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim 2:1 (0:0)

Erzgebirge Aue bleibt ungeschlagen. Das Team von Trainer Dirk Schuster gewann mit 2:1 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim. Nachdem Aues Partie beim Hamburger SV vor der Länderspielpause wegen Coronafällen im Verein verlegt worden war, haben die Sachsen nun sieben Punkte aus drei Spielen auf dem Konto. Malcolm Cacutalua (54.) und Pascal Testroet (79.) sicherten Aue den zweiten Saisonsieg. Heidenheim, für das Tobias Mohr (87., Foulelfmeter) traf, ist seit drei Spielen ohne Sieg. Im Erzgebirgsstadion übernahmen die Heidenheimer nach einem belebten Start der Gäste im ersten Durchgang die Initiative.

Insgesamt schossen sie vor coronabedingt 500 Zuschauern in Hälfte eins 13-mal erfolglos auf das Auer Tor. Die größte Gelegenheit hatte Robert Leipertz (32.), dessen Schuss aus spitzem Winkel Calogero Rizzuto auf der Linie klärte. Kurz vor der Pause scheiterte Christian Kühlwetter (44.) an Aues Torwart Martin Männel, der sein 400. Pflichtspiel für das Team absolvierte. Nach der Pause brach Aue die Dominanz der Gäste mit dem überraschenden Führungstor durch einen Kopfball von Cacutalua. Heidenheim wirkte in der Folge unsicher und leistete sich einige Frustfouls, aber kam dennoch zu Chancen. Einen Schuss von Leipertz (62.) fälschte Sören Gonther ab, bevor es gefährlich werden konnte. Testroet erhöhte nach einem Fehler von Heidenheims Patrick Mainka eiskalt.

Würzburger Kickers - Holstein Kiel 0:2 (0:1)

Holstein Kiel bleibt eines der Teams der Stunde. Die Störche setzten sich in einem chancenarmen Duell bei Aufsteiger Würzburger Kickers 2:0 (1:0) durch und behaupteten ungeschlagen ihre Tabellenführung. Schlusslicht Würzburg dagegen wartet auch nach dem fünften Pflichtspiel der Saison auf den ersten Sieg. Mittelstürmer Janni-Luca Serra (22.) und ein Eigentor des Würzburgers Lars Dietz (75.) entschieden ein Spiel, in dem sich beide Mannschaften trotz des großen tabellarischen Unterschieds weitgehend auf Augenhöhe begegneten. Kiel enttäuschte spielerisch, überzeugte aber mit gnadenloser Effektivität.

Die Würzburger Last-Minute-Zugänge Dietz und Mitja Lotric feierten gleich ihre Startelfpremiere, und die Kickers fanden etwas besser ins Spiel. 2600 Zuschauer am Dallenberg sahen zufrieden, dass ihre Mannschaft konzentriert verteidigte und das gefürchtete Kieler Umschaltspiel meist verhinderte. Um so ärgerlicher für die Franken, dass Kiel gleich mit dem zweiten gelungenen Angriff zuschlug. Kapitän Hauke Wahl schickte Jae-Sung Lee mit einem langen Ball in den Strafraum, wo der Koreaner gekonnt querlegte. Serra traf aus kurzer Distanz. Lotric (36.) hatte die große Ausgleichschance, sein Schuss aus sieben Metern wurde aber von Wahl geblockt. Auch in der zweiten Halbzeit fanden die Gäste nur selten in den üblichen Spielfluss. Unglücksrabe Dietz, der nach einer scharfen Hereingabe knapp vor Serra am Ball war, entschied die Begegnung.

Quelle: ntv.de, tsi/sid