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Fundament für neue DFB-Erfolge Hoeneß betont Wichtigkeit des FC Bayern

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"Wir sind gerade dabei, wieder zu liefern", ist sich Uli Hoeneß sicher.

(Foto: www.imago-images.de)

Der Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist nach Ansicht von Uli Hoeneß an eine Konstante geknüpft: den FC Bayern. Für die Nationalspieler aus München solle der DFB dankbar sein. Der Wunschspieler des Bayern-Präsidenten ist allerdings kein Deutscher.

Für Uli Hoeneß ist der FC Bayern München der Motor beim Neuaufbau einer wieder titelfähigen Fußball-Nationalmannschaft. "Beim DFB in Frankfurt sollten sie einige Kerzen aufstellen, dass der FC Bayern für neue Erfolge genug Spieler parat hat", sagte der Vereinspräsident im Interview.

Als Beleg für die Bedeutung des deutschen Rekordmeisters für die DFB-Auswahl führt der Weltmeister von 1974 neben früheren WM-Teams den jüngst geglückten Start in die Qualifikation für die EM 2020 an. "Beim tollen 3:2 im Länderspiel in den Niederlanden standen fünf Bayern-Spieler in der Startelf, darunter nur der ältere Manuel Neuer sowie vier Junge: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry, alle Jahrgang 1995. Kein anderer Verein stellte mehr als einen Spieler", betonte Hoeneß.

Ausgerechnet der Verein, dem vorgeworfen worden sei, den personellen Umbruch nicht geschafft zu haben, erfreue nach dem WM-Desaster 2018 in Russland am meisten beim Neuaufbau der Nationalmannschaft, hält der 67-Jährige fest. Vor den ersten Länderspielen des Jahres hatte Bundestrainer Joachim Löw zudem die drei langjährigen Bayern-Profis Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller aussortiert. "Die Nationalmannschaft hat immer dann ihre erfolgreichsten Phasen, wenn der FC Bayern genügend Spieler liefert", meinte Hoeneß: "Ich denke an die WM-Titel 1974 und 2014, auch 1990 hatte der Kern eine prägende Vergangenheit bei uns. Wir sind gerade dabei, wieder zu liefern."

Hoeneß verteidigt 80-Millionen-Transfer

Als mögliche Zugänge des FC Bayern werden kurz- oder mittelfristig weitere Nationalspieler wie Timo Werner von RB Leipzig oder der Leverkusener Kai Havertz gehandelt. Ein Spieler den Hoeneß "sofort kaufen" würde, ist Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain. "Aber für den fehlt uns das notwendige Geld", ergänzt der Präsident des deutschen Rekordmeisters. Die Marke von 100 Millionen Euro für einen Spieler werde der Bundesliga-Krösus aber nicht schon in der anstehenden Transferperiode knacken, erklärt Hoeneß: "Dieses Jahr sicherlich nicht. Und ich muss zugeben, auch 80 Millionen hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können."

Die Bayern haben für die kommende Saison gerade für eine Rekordsumme von 80 Millionen Euro Mbappés Landsmann und Weltmeister-Kollege Lucas Hernández von Atlético Madrid verpflichtet. Hoeneß zeigt sich verwundert, dass die Rekordausgabe von 80 Millionen Euro für Hernández in Deutschland so kritisch bewertet wurde. "Vor kurzem hieß es noch, mit seiner vorsichtigen Transferpolitik habe der FC Bayern keine Chance mehr, in die Phalanx der englischen und spanischen Topklubs sowie von Paris Saint-Germain einzudringen. Jetzt liefern wir, und die Leute schreien: Wie kann man für einen Spieler 80 Millionen ausgeben?"

Pläne mit Kahn werden konkreter

Bei der künftigen Transferpolitik des FC Bayern soll nach Wunsch von Hoeneß auch Oliver Kahn mitreden. Der Ex-Nationaltorhüter soll als Anwärter auf den Vorstandsvorsitz schon Anfang kommenden Jahres zu seinem ehemaligen Klub zurückkehren. "Es ist derzeit vorgesehen, dass es am 1. Januar 2020 losgeht", sagte Hoeneß. "Wir sind in sehr konkreten Gesprächen mit Oliver." Demnach würde der 49-jährige Kahn die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge antreten. "Wir sind aber nicht unter Zeitdruck, weil Karl-Heinz seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender bis Ende 2021 verlängert hat", erklärte Hoeneß. Rummenigge will nach dann knapp 20 Jahren an der Spitze des Vorstandes aufhören.

Laut Hoeneß soll Kahn zuvor erprobt und von Amtsinhaber Rummenigge eingearbeitet werden. Hoeneß hält Kahn für qualifiziert für den anspruchsvollen Job an der Spitze der FC Bayern München AG. "Mir gefällt Olivers Entwicklung nach der Spieler-Karriere. Er hat sich als Experte im Fernsehen fantastisch entwickelt, ein Fernstudium in Betriebswirtschaft gemacht und eine Firma gegründet. Wir haben hier jemanden, der den Fußball als Torwart auf allerhöchstem Niveau erlebt hat und zugleich in der Lage ist, im wirtschaftlichen Bereich seinen Mann zu stehen. Das reizt uns so", begründete der Präsident und langjährige Manager. Momentan führt Kahn ein Unternehmen und arbeitet als Fußballexperte für das ZDF.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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