Fußball

"Was wollen diese Idioten?" Hopp rätselt über den eskalierenden Hass

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"Warum soll ich nicht mehr in mein Stadion gehen? Die Personen, die das anrichten, müssen dann weg bleiben", sagt Dietmar Hopp.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Auch nach dem denkwürdigen Spiel von Sinsheim will Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp nicht vor den Hass-Plakaten und Tiraden gegnerischer Fans kapitulieren. Warum der Milliardär immer wieder als Zielscheibe in der Fußball-Bundesliga auserkoren wird, ist ihm selbst ein Rätsel.

Dietmar Hopp will keine persönlichen Konsequenzen aus dem Eklat während des Ligaspiels am Samstag gegen den FC Bayern (0:6) ziehen und hofft auf die angekündigten Maßnahmen gegen die Hetze. "Warum soll ich nicht mehr in mein Stadion gehen? Die Personen, die das anrichten, müssen dann weg bleiben", sagte der Mäzen des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim bei Sport1: "Ich warte jetzt gespannt ab, wie das jetzt alles ins Rollen kommt." Hopp sagte, dass es ihm "den Umständen entsprechend" gehe.

"Es ist leider eine neue Dimension erreicht", befand der 79-Jährige: "Wenn ich nur im Entferntesten wüsste, was diese Idioten von mir wollen, dann würde es mir alles leichter fallen, das zu verstehen. Ich kann mir nicht erklären, warum die mich so anfeinden. Das erinnert an ganz dunkle Zeiten." Er habe aber "Solidarität gesehen und gespürt und es ist natürlich eine große Hilfe, dass da jetzt durchgegriffen wird".

Münchens Präsident Herbert Hainer kündigte Konsequenzen im eigenen Klub an. "Wir werden in den nächsten Tagen mit den Gremien des FC Bayern zusammenkommen und gemeinsam beraten. Wir werden alle Optionen prüfen, mit denen wir verhindern können, dass sich so eine unwürdige Aktion wie gestern in Hoffenheim wiederholt", schrieb Hainer an die Mitglieder und Fans.

"So darf es nicht weitergehen!"

"Wir werden außerdem alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um gegen diejenigen konsequent vorzugehen, die den FC Bayern und den gesamten deutschen Fußball in Misskredit gebracht und unsere Werte mit Füßen getreten haben. Wir wissen um unsere Verantwortung für den FC Bayern. Daher steht für uns schon heute fest: so darf es nicht weitergehen!" Am 24. Spieltag wurde in mehreren Stadien gegen Hopp gehetzt.

In Sinsheim wurde die Partie aufgrund von Hass-Plakaten im Bayern-Fanblock gleich zweimal unterbrochen. Schiedsrichter Cristian Dingert führte die Mannschaften in der 77. Minute für eine Viertelstunde vom Feld. Vor dem Wiederanpfiff einigten sich die Teams auf einen "Nichtangriffspakt", um so gegen die Vorfälle zu protestieren.

Als Auslöser der offenbar abgesprochenen Aktion von Ultra-Gruppierungen gilt die zuletzt vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes ausgesprochene Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortmund. Die BVB-Anhänger dürfen in den kommenden beiden Spielzeiten wegen ihrer Hopp-Schmähungen in der Vergangenheit nicht ins Sinsheimer Stadion.

Quelle: ntv.de