Fußball

Historische Tabellenschwäche Die Leiden des FC Bayern

127623149.jpg

Muss um seinen Posten als Trainer beim FC Bayern bangen: Hansi Flick.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Erfolg in der Champions League kann nicht darüber hinwegtäuschen: So schwach wie in dieser Saison stand der FC Bayern in der Fußball-Bundesliga tabellarisch seit 25 Jahren nicht mehr da. Den Titel muss er damit eigentlich schon abschreiben, zeigt die Historie.

Der Nimbus nahezu unbesiegbarer Stärke des FC Bayern ist dahin. Nach mittlerweile vier Niederlagen und drei Remis muss der deutsche Fußball-Rekordmeister in der laufenden Saison vom ungewohnt schwachen Tabellenplatz sieben zur Aufholjagd ansetzen. So schlecht wie in diesem Winter standen die Bayern am 14. Spieltag seit fast 25 Jahren nicht mehr da.

In der Geschichte der deutschen Fußball-Bundesliga war der FC Bayern zu diesem Saisonzeitpunkt tatsächlich nur viermal schlechter platziert: 1974/75, 1977/78, 1991/92 und in der Saison 1994/95:

*Datenschutz

Auch damals, Mitte der Neunzigerjahre, stand für den Münchner Spitzenklub ein Trainerwechsel im Vordergrund: Giovanni Trapattoni hatte eben erst Franz Beckenbauer zum ersten Mal als Bayern-Chefcoach abgelöst.  Doch auf dem Platz zeigte das wenig Wirkung. Nach einem schwachen Saisonstart klemmten die Bayern zum 14. Spieltag auf Platz acht. Sehr viel mehr war vor einem Vierteljahrhundert dann auch nicht zu holen. Bis Saisonende konnte sich der FCB nur minimal noch auf Platz sechs vorarbeiten.

Ob es in der laufenden Saison besser läuft? Die Favoritenrolle auf die achte Meisterschaft nacheinander sind die Bayern nach der Auswärtspleite in Gladbach erst einmal los. Die Niederlage vom vergangenen Wochenende, als die Münchner im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den aktuellen Tabellenführer erneut Chancenwucher betrieben und letztlich ein unglückliches 1:2 (0:0) und damit die zweite Ligapleite in Folge kassierten, sorgte für erhebliche Missstimmung.

"Das ärgert mich unendlich. Ich könnte durchdrehen", klagte Nationalspieler Joshua Kimmich am Tag nach dem Spiel: "Wir spielen zwar besseren Fußball als noch im letzten Winter, aber es sind momentan mehr Mannschaften vor uns. Auch wenn es 'nur' sieben Punkte sind, wird es in diesem Jahr deutlich schwieriger."

Tatsächlich lagen die Münchner am 14. Spieltag der vorherigen Saison sogar neun Punkte hinter Tabellenführer Borussia Dortmund, damals allerdings auf Platz drei. Am Ende reichte es bekanntlich doch noch knapp zum Meistertitel.

*Datenschutz

 

Größeren Einfluss auf die Titelchancen als der Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer scheint die Platzierung und damit die Anzahl der zu überholenden Rivalen zu haben, wie auch Kimmich vermutet. Und tatsächlich: Die schlechteste Position nach dem 14. Spieltag, von der aus die Münchner trotzdem am Saisonende noch Meister wurden, war Rang vier. Das Titel-Kunststück gelang ihnen 2001/02 und 2009/10, der Rückstand auf jeweils Bayer Leverkusen als Tabellenführer betrug damals fünf beziehungsweise sechs Punkte.

*Datenschutz

Die aktuell 24 Punkte für den FC Bayern bedeuten die bislang schwächste Saison seit 2010/2011 für den Rekordmeister. Damals standen die Münchner unter Louis van Gaal immerhin noch auf Platz fünf, diesmal ist es der für Bayern-Verhältnisse ungewohnte und indiskutable siebte Platz. Normalerweise herrscht an der Säbener Straße in solchen Fällen höchste Alarmbereitschaft. Bei aller gelobten Spielqualität und trotz des klaren Aufschwungs unter Interimstrainer Hansi Flick mit zunächst vier Siegen in Folge werden in die für die nach dem letzten Hinrundenspieltag am 21. Dezember angekündigte Analyse vor allem die Ergebnisse einfließen - und in die Entscheidung, ob Flick der nächste dauerhafte Cheftrainer wird.

Zur Tabelle: Mit einem Torverhältnis von 30:16 führt Borussia Mönchengladbach die Tabelle an. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten RB Leipzig ist allerdings schmal. Auf Platz drei folgt Borussia Dortmund mit 26 Punkten. Der FC Bayern liegt nach dem  14. Spieltag mit sieben Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen auf Platz sieben.

Quelle: ntv.de, mit dpa