Fußball

Kane und Musiala treffenFC Bayern droht Champions-League-Achtelfinale gegen BVB oder Bayer

28.01.2026, 22:55 Uhr
Jamal-Musiala-FC-Bayern-Muenchen-bejubelt-seinen-Treffer-zum-0-1-mit-Tom-Bischof-FC-Bayern-Muenchen-und-Lennart-Karl-FC-Bayern-Muenchen-UEFA-Champions-League-2025-26-League-Phase-MD8-PSV-Eindhoven-v-FC-Bayern-Muenchen-PSV-Stadion-am-28-January-2026-in-Eindhoven-Niederlande-Foto-von-Marco-Steinbrenner-DeFodi-Images-Jamal-Musiala-FC-Bayern-Muenchen-celebrates-after-scoring-his-teams-first-goal-with-Tom-Bischof-FC-Bayern-Muenchen-and-Lennart-Karl-FC-Bayern-Muenchen-UEFA-Champions-League-2025-26-League-Phase-MD8-PSV-Eindhoven-v-FC-Bayern-Muenchen-PSV-Stadion-January-28-2026-in-Eindhoven-Netherlands
Jamal Musiala ist sehr glücklich jetzt. (Foto: IMAGO/DeFodi Images)

Der FC Bayern beendet die Tabellenphase der Champions League mit einem späten Sieg bei PSV Eindhoven. Natürlich trifft Harry Kane. Im Achtelfinale könnte es nun ausgerechnet gegen den BVB oder Bayer Leverkusen gehen, die beide in den Playoffs stehen. Eintracht Frankfurt enttäuscht erneut.

PSV Eindhoven - FC Bayern 1:2 (0:0)

Startelf-Rückkehrer Jamal Musiala und Joker Harry Kane haben einem FC Bayern im Energiesparmodus die bestmögliche Ausgangslage für die K.o.-Runde der Champions League beschert. Der Zauberfuß und der Torgarant schossen die 1b-Elf der Münchner zum etwas schmeichelhaften 2:1 (0:0)-Erfolg beim niederländischen Meister PSV Eindhoven und sicherten damit Platz zwei in der Vorrunde der Königsklasse. Im Achtelfinale gehören der BVB und Bayer 04 Leverkusen nun zu den vier möglichen Gegnern im Achtelfinale.

Dadurch hat der deutsche Rekordmeister bis hinein in ein mögliches Halbfinale Heimrecht im Rückspiel. Für das Achtelfinale, das am 27. Februar ausgelost wird, waren die Bayern schon qualifiziert. Gespielt wird es am 10./11. und 17./18. März, Gegner ist ein Team von den Plätzen 15 bis 18.

Nach einer dürftigen ersten Halbzeit, in der Torwart Jonas Urbig mehrfach einen Rückstand verhinderte, hatte zunächst Musiala seinen großen Auftritt: Bei seinem Comeback in der Anfangsformation 207 Tage nach seiner schweren Verletzung traf er auf Zuspiel von Lennart Karl zum 0:1 (58.). Es war sein erstes Tor seit der Rückkehr Ismail Saibari (78.) glich für die nie aufsteckenden Hausherren aus. Doch Kane (84.) sicherte den Dreier mit seinem achten Saisontreffer in der Königsklasse. Eindhovens Mauro Júnior sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot.

"Es geht nur darum, zu gewinnen. Das ist das Einzige, was zählt", sagte Trainer Kompany. Doch seine Aufstellung schien dem zu widersprechen: Manuel Neuer, Michael Olise und Kane fehlten in der Startelf. "Es braucht viel Energie", begründete der Belgier seine insgesamt fünf Wechsel nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg.

Einer bestand darin, Musiala erstmals seit der Klub-WM in die Anfangsformation zu beordern. "Ich erwarte nicht, dass er der Leistungsträger ist", sagte Kompany. Doch der Regisseur stürzte sich sofort mutig in seine berühmten Dribblings. Tom Bischof (6.) setzte einen Freistoß auf die Latte.

Es war eine seltene Chance der Gäste, die PSV um Spielmacher Paul Wanner war lange deutlich öfter gefährlich. Urbig rettete spektakulär gegen Joey Veerman (16.), dessen Schuss Jonathan Tah abgefälscht hatte. Der Neuer-Vertreter musste auch danach immer wieder eingreifen. Beim Schuss des Ex-Münchners Ivan Perisic (45.) streckte er sich vergeblich, doch der Ball flog knapp vorbei.

Unnötige Fouls, zahlreiche Ballverluste auch mal von Musiala - die Bayern taten sich zunächst auch in der zweiten Halbzeit schwer. Bis Karl seinem Gegenspieler Armando Obispo einen Beinschuss verpasste und Musiala fand, der über den Innenpfosten versenkte.

Danach brachte Kompany seine Stars Kane, Olise, Alphonso Davies und Serge Gnabry per Vierfachwechsel (62.), unter anderem verließ Musiala den Platz. Die Bayern verlegten sich auf Konter, spielten diese aber oft schlampig aus. Luis Díaz (70.) und Olise (72.) hatten die Gelegenheit, das Ergebnis deutlicher zu gestalten.

Dass sie es nicht taten, rächte sich: Eindhovens Bester Saibari traf nach einer sehenswerten Kombination zum verdienten Ausgleich. Doch die Bayern hatten das letzte Wort: Kane war nach einer Hereingabe von Díaz erfolgreich.

Borussia Dortmund - Inter Mailand 0:2 (0:0)

Die Erfolgsserie gerissen, das direkte Achtelfinalticket verpasst: Borussia Dortmund hat zum Abschluss der Ligaphase der Champions League einen Dämpfer kassiert und muss wie im Vorjahr den Umweg über die Playoffs gehen. Der BVB unterlag Inter Mailand 0:2 (0:0) und schaut nun gebannt in Richtung Nyon. In der Zentrale der Europäischen Fußball-Union (UEFA) werden am Freitag (12.00 Uhr) die Play-offs ausgelost.

Dortmund hatte seit Dezember 2024 in der Königsklasse im eigenen Stadion nicht mehr verloren. Doch Federico Dimarco mit einem direkt verwandelten Freistoß (80.) und Andy Diouf (90.+4) besiegelten die Niederlage für den BVB.

Dass es nicht für den direkten Einzug ins Achtelfinale genügte, lag aber nicht allein am Ergebnis von Mittwochabend. Jüngst hatte der BVB mit 0:2 bei Tottenham Hotspur verloren und sich davor ein ärgerliches 2:2 gegen den Außenseiter Bodö Glimt geleistet. Dadurch war die Ausgangslage vor dem Duell mit dem italienischen Spitzenteam bereits höchst kompliziert gewesen. Dortmund war als 16. der 36er-Tabelle in den abschließenden Spieltag gegangen, der Sprung unter die besten acht Teams wäre nur bei passenden Ergebnissen auch von den anderen Plätzen möglich gewesen.

Ausgerechnet in dem wichtigen Spiel hatte Dortmund Personalsorgen in der Defensive. Waldemar Anton fehlte kurzfristig wegen eines Infekts, Niklas Süle (Rücken), Marcel Sabitzer (Wade) und Daniel Svensson (Rotsperre) standen ebenfalls nicht zur Verfügung - und so durfte der 20 Jahre alte Italiener Filippo Mané sein Startelfdebüt in der Königsklasse geben.

Mané wirkte wie auch Kapitän Emre Can anfangs nicht sicher, die Italiener griffen vornehmlich über die linke Seite an und fanden immer wieder Lücken. Dimarco (14.) schoss in Gregor Kobels Arme, und der deutsche Nationalspieler Yann Aurel Bisseck (16.) hatte plötzlich so viel Platz, dass er mit seinen Freiheiten nichts anzufangen wusste. Kurz zuvor hätte Serhou Guirassy (11.) den BVB in Führung bringen müssen, doch beim Schussversuch rutschte er freistehend weg.

Ansonsten tat sich Dortmund schwer, Chancen herauszuspielen. Auch Inter kam nur selten gefährlich vor das Tor, meist spielte sich das Geschehen im Mittelfeldzentrum ab. Erst kurz vor der Pause sorgte Ange-Yoan Bonny (42.) nochmals für einen Ansatz von Torgefahr, Kobel hielt den Kopfball sicher.

Der BVB kam entschlossen aus der Pause und wollte die Lethargie der ersten 45 Minuten ablegen. Doch bei allem Bemühen fehlte immer wieder die Präzision.

Ohne große Höhepunkte verstrich die Zeit, auch die Mailänder taten lange wenig fürs Spiel und gingen erst spät ins Risiko. Dennoch musste Ramy Bensebaini urplötzlich in höchster Not gegen Pio Esposito (63.) retten.

Trainer Niko Kovac versuchte, mit der Einwechslung von Karim Adeyemi für den erneut glücklosen Guirassy für mehr Tempo zu sorgen. Fábio Silva rückte ins Sturmzentrum, Adeyemi auf den Flügel. Der Nationalspieler vergab direkt eine gute Möglichkeit gegen Yann Sommer (71.). Dann traf Inter.

Bayer 04 Leverkusen - FC Villarreal 3:0 (2:0)

Bayer Leverkusen hat seinen Play-off-Matchball in der Champions League eiskalt verwandelt. Dank eines Slapstick-Treffers und neu entdeckter Spielfreude setzte sich der deutsche Vizemeister mit 3:0 (2:0) gegen den erschreckend teilnahmslosen FC Villarreal durch und erreichte damit das Mindestziel in Europa.

Malik Tillman (12.) profitierte zunächst von einem krassen Fehler des spanischen Torhüters Arnau Tenas, dann traf der Offensivspieler (35.) sehenswert per Direktabnahme. Alejandro Grimaldo (57.) erhöhte und belohnte die Werkself für einen überlegenen Auftritt. Die Königsklassen-Reise geht weiter: Bayers Gegner in der Zwischenrunde steht am Freitag nach der Auslosung fest.

Die Vorzeichen für Leverkusen hätten kaum besser stehen können. "Klar auf Sieg" werde die Werkself spielen, betonte Trainer Kasper Hjulmand, um keinesfalls auf Schützenhilfe angewiesen zu sein. Villarreal, mit nur einem Punkt schon vor dem Anpfiff ohne Chance aufs Weiterkommen, trat dazu mit einer besseren B-Elf an.

All das spiegelte sich auf dem Platz wider. Das "Gelbe U-Boot", in La Liga auf einem starken vierten Rang, betrieb im Aufbau ein Spiel mit dem Feuer. Bayer bestrafte dies umgehend, als Tillman beherzt anlief und einen Pass von Tenas aus kurzer Distanz ins Tor blockte. Die Führung beflügelte die Rheinländer spürbar, die Verunsicherung durch den Fehlstart ins neue Jahr schien verflogen.

Was gegen überforderte Gäste fehlte, war trotz einer Vielzahl an Chancen zunächst der zweite Treffer. Für den besten Abschluss sorgte Ibrahim Maza (26.): Der Ball prallte vom Pfosten aber an Tenas' Hinterkopf und zurück an die Latte, ehe Villarreal klärte.

Einen der vielen sehenswerten Bayer-Angriffe veredelte dann abermals Tillman. Nach einer Kopfball-Ablage von Patrik Schick jagte er den Ball kompromisslos ins Netz. Leverkusens Torhüter Janis Blaswich, der erneut den verletzten Mark Flekken vertrat, sich demnächst aber einem Zweikampf mit Gladbach-Leihgabe Jonas Omlin stellen muss, blieb vor der Pause beschäftigungslos.

Im zweiten Durchgang pusteten die Leverkusener einmal tief durch: Ezequiel Fernández traf Nicolas Pépé bei einer riskanten Grätsche minimal am Fuß. Der Schiedsrichter entschied aber auf Schwalbe (56.). Bayers Antwort auf die Schrecksekunde folgte umgehend.

Für ein weiteres Highlight sorgte Grimaldo: Der Spanier nahm eine Flanke von Lucas Vázquez direkt und setzte den Ball flach ins kurze Eck. Die Rheinländer, in dieser Saison in der Königsklasse zuvor nur auswärts bei Benfica Lissabon und Manchester City erfolgreich, durften danach mehrere Gänge zurückschalten. Blaswich parierte gegen Pépé (64.), ansonsten ließ Bayer wenig zu.

Eintracht Frankfurt- Tottenham Hotspur 0:2 (0:0)

Eintracht Frankfurt hat sich mit einer Niederlage aus der Champions League verabschiedet. Der zuletzt aus der Form geratene Fußball-Bundesligist verlor im Heimspiel gegen Europa-League-Sieger Tottenham Hotspur wegen einer schwachen zweiten Halbzeit mit 0:2 (0:0). Die Partie zum Abschluss der Ligaphase war die womöglich letzte unter Interimstrainer Dennis Schmitt. Medienberichten zufolge übernimmt der Spanier Albert Riera in den kommenden Tagen als Coach.

Für die Londoner trafen der ehemalige Frankfurter Randal Kolo Muani (47.) und Dominic Solanke (77.), sie sorgten für den direkten Einzug der Spurs ins Achtelfinale. Die Frankfurter konzentrierten sich beim Abschied aus der Königsklasse, für die sich die Eintracht vergangene Saison zum ersten Mal über die Liga qualifiziert hatte, vor allem aufs Verteidigen und traten offensiv nur sporadisch in Erscheinung. Die SGE war bereits vor der Partie sicher ausgeschieden.

Die Frankfurter wollten sich mit einer couragierten Leistung auch die Gunst der Fans zurück erkämpfen, waren nach nicht einmal 120 Sekunden aber das erste Mal im Glück. Der ehemalige Leipziger Xavi Simons traf, sein Tor zählte wegen einer Abseitsposition im Vorfeld aber nicht (2.). Wilson Odobert (29.) mit einem Pfostentreffer und erneut Simons nach einem schlimmen Fehlpass von Keeper Kaua Santos (30.) vergaben gegen die sehr defensiv aufgestellte Eintracht weitere Chancen.

Die beste Möglichkeit der Gastgeber ließ Hugo Larsson liegen, der Schwede traf bei seinem Versuch die Latte (45.). Nach dem Seitenwechsel ließ Frankfurt den Gästen nach einem Freistoß zu viel Platz, Cristian Romero legte per Kopf in die Mitte, wo Kolo Muani den Ball über die Linie stolperte - und sich ein Pfeifkonzert in seinem alten "Wohnzimmer" abholte.

Quelle: ntv.de, sue/sid

Inter MailandChampions LeagueBorussia DortmundTottenham HotspurFC Bayern MünchenEintracht FrankfurtBayer 04 Leverkusen