Fußball

"Nicht mal annähernd perfekt" Klopp hat bei Rekordführung was zu meckern

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Jürgen Klopp findet auch das kürzeste Haar in der Suppe.

(Foto: imago images/Action Plus)

Dem FC Liverpool ist die englische Fußball-Meisterschaft kaum noch zu nehmen. 22 Punkte Vorsprung hatte noch nie ein Team in der Premier League. Die Mannschaft von Jürgen Klopp lässt sich auch vom FC Southampton nicht düpieren - und trotzdem findet der Trainer noch genügend zu meckern.

Die Fans in Anfield sangen lautstark und träumen mehr denn je von der ersten Fußball-Meisterschaft seit 30 Jahren. Ihr FC Liverpool enteilt den Konkurrenten in der Premier League immer mehr, verzückt Fans und Medien. Es geht aber noch mehr, wenn man Trainer Jürgen Klopp reden hört. "Wir sind noch nicht mal annähernd perfekt", sagte der Coach nach dem 4:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FC Southampton. "Die Sache ist: Uns ist es egal, dass wir nicht perfekt sind, wir wollen einfach unsere Fähigkeiten bestmöglich nutzen."

Das reichte, um den Titelverteidiger und Tabellenzweiten Manchester City am Samstagabend zumindest vorerst auf 22 Punkte zu distanzieren - der größte Vorsprung, den jemals ein Team in der ersten englischen Fußball-Liga hatte. "Uns ging es nicht um einen 22-Punkte-Vorsprung", sagte Klopp, "wir wollten am Ende des Tages 73 Punkte haben". Manchester City muss das Spiel gegen den Champions-League-Finalisten des Vorjahres, Tottenham Hotspur, aber auch erst einmal gewinnen (17.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de).

Southampton - eine Bananenschale?

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Gegen den Tabellenführer hilft nicht einmal der liebe Gott.

(Foto: imago images/Sportimage)

Gegen den wiedererstarkten FC Southampton war das kein Selbstgänger. Klopp räumte ein, dass sogar der erste Ausrutscher der Saison möglich gewesen wäre. "Bananenschale ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn Southampton ist zu gut, um eine Bananenschale zu sein", sagte er, "aber es sah so aus, als könnte es heute passieren." Southamptons Trainer, der frühere RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl, war deshalb auch nicht allzu enttäuscht über die deutliche Niederlage seiner Mannschaft. "Jeder, der heute beim Spiel war, hat eine sehr mutige Saints-Mannschaft gesehen", lobte Hasenhüttl, "und ich würde gern sehen, wie dieses Spiel gelaufen wäre, wenn wir das erste Tor geschossen hätten."

Gut eine Halbzeit lang verlangten die Saints den Reds alles ab. "Wenn das beste Team der Welt 50 Minuten lang nicht weiß, was es tun soll, und keine Chancen hat, dann gibt einem das einen massiven Auftrieb", sagte Hasenhüttl, der mit Southampton noch im Dezember einen Abstiegsplatz belegte, inzwischen aber im Mittelfeld rangiert. Alex Oxlade-Chamberlain (47. Minute) leitete den Liverpool-Sieg mit seinem Tor ein. Jordan Henderson (60.) und Mohamed Salah (71./90.) machten in Anfield alles klar für die Gastgeber. "Das Seltsame an diesem Spiel ist, das es nicht mal zu hoch ausfiel", resümierte Klopp, "es ist nur komisch, dass Southampton das auch gut hätte gewinnen können."

Nach dem Heimerfolg verabschiedeten sich der Trainer und sein Team in eine laut Klopp dringend benötigte, rund zweiwöchige Winterpause. Im Wiederholungsspiel des FA Cups, am Dienstag gegen Drittligist Shrewsbury Town, wird Liverpools U23 auflaufen.

Der FC Liverpool ist quasi uneinholbar vorn. Dahinter aber mischt Leicester City weiter oben mit - als Tabellendritter der Premier League ärgerte der Klub am Samstag auch den Verfolger FC Chelsea. Wie schon im Hinspiel erreichten die Blues nur ein Unentschieden, diesmal ein 2:2.

Quelle: ntv.de, Philip Dethlefs, dpa