Fußball

"Hat er nicht so gut gemacht" Kroos und ZDF äußern sich zu Interview-Abbruch

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Toni Kroos mit Bruder Felix (links) und Nachwuchs auf dem Arm.

(Foto: IMAGO/ULMER Pressebildagentur)

ZDF-Reporter Nils Kaben bedauert, Toni Kroos mit seinen Fragen auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann sieht darin aber keinen Grund für den Real-Madrid-Profi, das Gespräch abzubrechen. Der Champions-League-Sieger erklärt, was ihn so massiv gestört hat.

ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann findet den Verlauf des viel diskutierten TV-Interviews mit dem fünfmaligen Champions-League-Sieger Toni Kroos "bedauerlich". "Diese Situationen direkt nach dem Schlusspfiff sind immer besonders", sagte Fuhrmann. "Vielleicht hätte der Kollege noch etwas bei den Emotionen bleiben und ein wenig später zum Kern des Spiels kommen sollen. Grundsätzlich waren die Fragen berechtigt und kein Grund, das Interview abzubrechen."

Real Madrids Mittelfeldspieler Kroos hatte nach dem Finalsieg gegen den FC Liverpool (1:0) ein TV-Interview mit ZDF-Reporter Nils Kaben abgebrochen. "Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen", antwortete der Ex-Weltmeister kurz nach der Partie. Gefragt worden war der 32-Jährige, ob es überraschend gewesen sei, dass Real im Endspiel im Stade de France so unter Druck geraten war.

Es sei "nicht überraschend, dass du gegen Liverpool in Bedrängnis gerätst", sagte Kroos. "Was ist das für eine Frage, du spielst ja nicht ein Gruppenspiel irgendwo, wir spielen das Champions-League-Finale." Nach dem Ansatz einer weiteren Frage von Kaben ging Kroos einfach weg und schimpfte: "Ganz schlimm, ganz schlimm." In einem weiteren Interview später am Abend erläuterte Kroos seine Entscheidung. "Ich fordere nicht mehr Respekt. Ich habe nach einem gewonnenen Champions-League-Finale nur eher positiv angelegte Fragen erwartet". Stattdessen sei er gefragt worden, "warum es so schwer war gegen Liverpool und warum es auch noch halb glücklich war. Hat er nicht so gut gemacht, fand ich."

Fuhrmann sagte: "Nils Kaben war auch verdutzt. Er wollte Toni Kroos nicht provozieren." Ein klärendes Gespräch zwischen dem Fußballer und dem Journalisten hält er nicht für nötig. "Ich sehe da keine Notwendigkeit der Nachbereitung. Man sollte die Kirche im Dorf lassen", sagte Fuhrmann. Kaben selbst sagte der "Bild"-Zeitung am Morgen danach, er bedauere die Situation und er habe nicht beabsichtigt, Kroos zu provozieren. Im Rückblick hätte er wohl länger über das Positive und die Emotionen des nun fünffachen Champions-League-Gewinners sprechen sollen, so Kaben weiter.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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