Fußball

"Aus voller Überzeugung" Löw: Es musste Veränderungen geben

Mit Spannung werden die ersten Äußerungen von Löw nach der Ausbootung dreier verdienter Nationalspieler gewartet. Und der Bundestrainer lobte Hummels, Boateng und Müller ein letztes Mal. Doch er müsse in die Zukunft schauen.

Bundestrainer Joachim Löw hat die künftige Nichtberücksichtigung von Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller verteidigt. "Wir haben es aus voller Überzeugung getan", sagte er. "Entscheidungen in der Gegenwart sind immer hart", aber das Trainerteam müsse auch Entscheidungen "für die Zukunft treffen". Er habe ihnen mitgeteilt, die künftigen Spiele ohne sie zu planen. Der Entscheidung sei ein "Prozess über eine gewisse Dauer" vorausgegangen, der "auch einige Kriterien zugrunde" gelegen haben. Mehrfach betonte er, dass Boateng, Müller und Hummels nicht aus der Nationalmannschaft verbannt worden sei.

Für die Nationalmannschaft stehe ab März ein neuer Zyklus mit der Qualifikation und der Europameisterschaft 2020 an. Und für ihn sei es "unerlässlich" gewesen, "Änderungen vorzunehmen". Der Fokus liege nun auf einer Ausrichtung mit jungen neuen Spieler und "einer etwas anderen Ausrichtung der Spielidee", sagte Löw weiter. Ziel sei nun, dass andere Spieler Verantwortung übernehmen und "wir wieder ein konkurrenzfähiges Team haben im nächsten Jahr" haben.

Zudem betonte er, dass es für ihn das "allerwichtigste" gewesen sei und das habe über allem gestanden, Hummels, Boateng und Müller "im persönlichen Gespräch" zu informieren. Für alles andere "hätte ich mich geschämt", sagte er. Es sei ein "offenes, ehrliches Gespräch" gewesen.

Diese Spieler hätten Außergewöhnliches geleistet. Zusammen habe man "unvergessliche Momente" erlebt. Sie genössen deswegen die "allergröße Wertschätzung und Dankbarkeit". Der DFB habe diesen Spielern viel zu verdanken, "nicht nur als Fußballer auch als Mensch" seien sie sehr wichtig. "Das wird auch bleiben."

Stimmungstrübung beim DFB?

Unterdessen wurde bekannt, dass Löw den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel vorab nicht über die künftige Nichtberücksichtigung der drei Münchner Weltmeister informiert hat. Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff habe dies am Vormittag der Mitteilung telefonisch übernommen, sagte Löw.

"Sportliche Entscheidungen treffe ich autark. Ich habe die absolute Entscheidungshoheit", stellte Löw klar. "Warum wir manche Leute nicht informiert haben: Der Kreis war klein, Oliver Bierhoff plus mein Trainerteam."

Und das führt im Verband nun offenbar zum Knatsch. So werde laut FAZ die Frage aufgeworfen, ob Löw seine Kompetenzen überschritten habe. Ein solcher Vorgang weise, so heiße es beim DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL), über sportliche Fragen hinaus. Liga-Chef Reinhard Rauball bestätigte auf FAZ-Anfrage, dass er gegenüber Grindel "Defizite" in dieser Angelegenheit angesprochen habe.

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Quelle: n-tv.de, jwu/sid

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