Fußball

Gündogan und Sané stark im Derby Man City schlägt Liverpool die Tür wieder zu

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Erleichterter Jubel bei den Citizens - war es der entscheidende Sieg im Titelrennen?

(Foto: imago images / PA Images)

Manchester City gewinnt das wichtige Spiel bei Manchester United und steht vor dem Gewinn der englischen Fußball-Meisterschaft. Auch zwei Deutsche tragen entscheidend zum Erfolg bei. Der FC Liverpool muss weiter auf einen Ausrutscher des Guardiola-Teams hoffen.

Unter normalen Umständen könnte man diesen Sieg jetzt genießen, sagte Manchester Citys Trainer Pep Guardiola nach dem 2:0 im Stadtduell bei Manchester United. Aber was ist schon normal in dieser Saison? Was ist schon normal in diesem Titelrennen? Der amtierende Meister hat den FC Liverpool durch den Erfolg im Derby wieder von der Spitze der Premier League verdrängt und verfügt drei Spieltage vor dem Ende der Saison über hervorragende Aussichten, die Krone für die beste Mannschaft Englands zu verteidigen.

Doch Guardiola weiß, dass sich seine Mannschaft nicht den kleinsten Ausrutscher leisten darf. Er weiß, dass sie wohl auch die verbleibenden Partien beim FC Burnley, zu Hause gegen Leicester City und in Brighton gewinnen muss. Nach den Worten des Trainers wäre es deshalb ein Fehler, sich länger als nötig mit dem Sieg im Old Trafford aufzuhalten. "Wir müssen ruhig bleiben. Nichts lesen, nicht den Fernseher anschalten, kein Radio hören. Wir müssen gut schlafen, und dann geht es am Sonntag weiter", sagte er. Weiter nach Burnley, ins Stadion Turf Moor.

Titelrennen noch völlig offen

Entschieden ist noch nichts in diesem schwindelerregenden Rennen um den Titel mit dem FC Liverpool, der sich in dieser Saison erst eine Niederlage erlaubt hat (Anfang des Jahres bei Manchester City) und ebenfalls ein machbares Restprogramm hat, mit Spielen gegen das schon abgestiegene Huddersfield Town, bei Newcastle United und gegen die Wolverhampton Wanderers. "Meiner Meinung nach haben beide den Titel verdient, wir und Liverpool. Die Mannschaft, die am Ende Zweiter wird, hat sich nichts vorzuwerfen", sagte Guardiola.

Doch nach dem Sieg bei United, in einer Begegnung, die als eine Art Finale um die Meisterschaft gewertet worden war, hat City den Titel selbst in der Hand. Spieler und Fans wussten genau, welchen Wert der Erfolg beim traditionsreichen Nachbarn hatte. Das war an den Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff zu erkennen. Sie wussten genau, dass dieser Sieg der Sieg zum Titel gewesen sein könnte.

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Josep Guardiola steuert mit Man City in Richtung Premier-League-Trophäe

(Foto: imago images / Sportimage)

Das Spiel war nicht die klare Angelegenheit, nicht die Demontage, die viele Fachleute vorher gesagt hatten angesichts von Uniteds aktueller Niederlagen-Serie. Die Mannschaft hat jetzt sieben der vergangenen neun Partien verloren. In der ersten Halbzeit lieferten sich die Kontrahenten ein zähes Ringen, auch die Gastgeber hatten Chancen. Vor dem Fernseher hofften viele Liverpool-Fans, dass ihnen ihr Erzrivale ein Gefallen tun würde. Doch nach der Pause wurde der Klassenunterschied deutlich, der im Moment besteht zwischen den beiden Vereinen aus Manchester.

Citys Trumpf ist die Philosophie

Auf der einen Seite City, mit einer klaren Philosophie und einer Mannschaft, die zusammengestellt wurde, um dieser Philosophie gerecht zu werden. Und auf der anderen United, das seit dem Weggang von Trainer-Legende Sir Alex Ferguson vor sechs Jahren auf der Suche nach sich selbst ist und mit einem Kader zurecht kommen muss, der ohne Plan komponiert wurde.

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Sané schoss das entscheidende 0:2.

(Foto: imago images / PA Images)

Der Sieg wurde maßgeblich geprägt von zwei Deutschen. Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan zeigte eine starke Vorstellung und bereitete das 1:0 durch den in dieser Saison überragenden Bernardo Silva in der 54. Minute mit einem klugen Pass auf die halbrechte Seite vor. Leroy Sané musste die Veranstaltung zu Beginn von der Bank aus beobachten, doch er wurde früh in der zweiten Halbzeit eingewechselt nach Fernandinhos Verletzung.

In der 66. Minute traf er zum Endstand, auch dank eines Fehlers von United-Torwart David de Gea. Guardiola gestand hinterher, dass er in seiner Bewertung bei Sané besondere Maßstäbe anlegt. "Ich verlange so viel von ihm und bin bei ihm oft kritisch. Wir kennen sein Potenzial und wollen ihm helfen, dass er konstanter spielt", sagte der Trainer. Ein Treffer im Derby, der möglicherweise das Rennen um die Meisterschaft entschied, könnte dabei von Vorteil sein.

Quelle: n-tv.de

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