Fußball

Bittere Abreibung als Schlussakt Man United wirft Vereinslegende raus

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Ronaldo überdeckte in den vergangenen Wochen so manche schwache Vorstellung mit seinen Toren.

(Foto: picture alliance / empics)

Fünf der jüngste sieben Spiele in der Premier League hat Manchester United verloren. Nun reagiert der englische Rekordmeister zufolge und setzt Trainer Ole Gunnar Solskjaer vor die Tür. Für die Nachfolge ist eine französische Fußball-Ikone im Gespräch.

Bei Real Madrid waren Zinedine Zidane und Cristiano Ronaldo ein königliches Traumduo, jetzt sollen die Weltstars ein tief gefallenes Manchester United zurück auf den Fußball-Thron führen. Erfolgscoach Zidane gilt als Wunschlösung des englischen Rekordmeisters für die Nachfolge von Teammanager Ole Gunnar Solskjaer. Die erwartete Trennung vom glücklosen Norweger bestätigte United einen Tag nach dem demütigenden 1:4 (0:2) bei Aufsteiger FC Watford.

Als Interimstrainer springt dessen bisheriger Assistent Michael Carrick ein, bis ein neuer Coach gefunden ist. Laut "Times" hat United das Angebot für Traumkandidat Zidane bereits erhöht. Der große Franzose hatte seit seinem Abschied von Real im Mai pausiert, laut Manchester Evening News aber kürzlich einen Englisch-Kurs begonnen.

Solskjaer, der erst im Sommer bis 2024 bei United verlängert hatte, soll nach drei titellosen Jahren eine Abfindung in Höhe von 7,5 Millionen Pfund (fast neun Millionen Euro) kassieren. Der 48-Jährige werde "immer eine Legende bei Manchester United bleiben", hieß es in der Stellungnahme des Klubs. Man habe die Entscheidung "mit großem Bedauern" getroffen. Doch nach der fünften Ligapleite in den jüngsten sieben Spielen war sie nur logisch. Auch die amerikanische Besitzerfamilie Glazer senkte den Daumen.

"Ärmel hochkrempeln und den Job erledigen", hatte Ronaldo vor dem Spiel als Devise ausgegeben. Doch es folgte eine regelrechte Bankrotterklärung der Stars. Solskjaer entschuldigte sich danach mit einigen Spielern vor der Kurve der aufgebrachten Fans und wurde ausgebuht. Nichts war mehr übrig vom Heldenstatus, den er seit seinem Siegtor im Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern genossen hatte.

"It's ole over"

"Es ist offensichtlich, dass die Spieler den Manager nicht mehr wollen. Sie haben den Respekt vor ihm verloren", analysierte BBC-Experte Alan Shearer. Torwart David De Gea nannte den Auftritt "beschämend" und sprach von einem "weiteren Albtraum". Die Schuld trügen die Stars, meinte er, "wir wissen nicht, was wir mit dem Ball anfangen sollen". Solskjaer konnte es ihnen nie vermitteln.

"It's Ole over", titelte die "Mail on Sunday", der "Star" wortspielte: "Ole Goner". Solskjaer hatte die Red Devils im Dezember 2018 als Nachfolger von Jose Mourinho übernommen und in der vergangenen Saison auf Platz zwei der Premier League sowie ins Finale der Europa League geführt. Im Sommer durfte er groß einkaufen, neben Ronaldo kamen Topspieler wie der Dortmunder Jadon Sancho oder Raphael Varane aus Madrid.

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Doch von den jüngsten acht Pflichtspielen hat Manchester nur zwei gewonnen. Gegen den FC Liverpool von Jürgen Klopp setzte es ein historisches 0:5, auch beim 0:2 gegen Stadtrivale City war United chancenlos. Der Rückstand auf Tabellenführer FC Chelsea beträgt bereits zwölf Zähler.

Nach dem Champions-League-Spiel am Dienstag beim FC Villarreal mit Interimslösung Carrick soll möglichst schnell Zidane übernehmen. Mit Stürmerstar Ronaldo führte er Real von 2016 bis 2018 zu drei Triumphen in der Königsklasse. Von solchen Erfolgen kann United derzeit nur träumen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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