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Sonntag, 10. Juni 2018

"Wollten Fans nicht enttäuschen": Merkel springt Özil und Gündogan bei

Der Besuch der deutschen Nationalspieler Özil und Gündogan beim türkischen Staatschef Erdogan sorgte für heftige Kritik. Bundestrainer Löw berief dennoch beide in den WM-Kader. Unterstützung erhalten sie nun auch von Kanzlerin Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Fans der Fußballnationalmanschaft zur Unterstützung der beiden Spieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan aufgefordert. "Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagte Merkel der ARD. Sie sei überzeugt, die beiden "wollten alles, nur nicht deutsche Fans in irgendeiner Weise enttäuschen".

Özil und Gündogan hatten Mitte Mai in London den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen und sich mit ihm fotografieren lassen. Gündogan hielt dabei ein hellblaues Trikot seines Vereins Manchester City hoch, auf dem auf Türkisch stand: "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten."

Das Treffen mit Erdogan, der wegen seines repressiven Vorgehens gegen die Opposition und der Einschränkung der Menschenrechte in der Türkei international in der Kritik steht, löste in Deutschland eine Welle der Empörung aus. Besonders Gündogan wurde seitdem bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft von den Fans ausgepfiffen.

Spielbesuch Merkels in Russland möglich

Sie habe es "sehr berührend" gefunden, dass Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Spieler der deutschen Nationalmannschaft, betonte die Kanzlerin. "Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden", sagte Merkel im Hinblick auf die in wenigen Tagen beginnende Weltmeisterschaft in Russland. "Sie gehören zu dieser Nationalmannschaft und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte."

Merkel schloss es trotz der aktuellen politischen Spannungen mit Russland nicht aus, ein Spiel der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft zu besuchen. Das hänge aber von ihren sonstigen Verpflichtungen ab.

Quelle: n-tv.de