Fußball

"Überbezahlt, zu wenig Leistung" Özils bizarrer Zoff mit dem TV-Moderator

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Kämpft derzeit nur auf Twitter: Mesut Özil darf bei Arsenal gar nicht mehr ran.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Für seinen Verein Arsenal London darf Mesut Özil schon lange nicht mehr spielen. Also zofft er sich mit dem berühmten TV-Moderator Piers Morgan. Warum macht er das? Es geht um Geld, gehackte Telefone und Egos. Arsenal könnte Özils geniale Vorlagen derzeit mehr denn je gebrauchen.

Mesut Özil darf schon länger nicht mehr das tun, was er am liebsten macht: Fußball spielen. Bei seinem Verein, dem FC Arsenal, ist der Spielmacher seit Monaten nicht mehr im Kader. Nachdem ihn Arsenal-Trainer Mikel Arteta weder für die Premier League noch für die Europa League gemeldet hatte, inszeniert sich Özil noch stärker als sonst in den sozialen Medien. Während der aussortierte Profi sich zuletzt in Videos beim Fithalten im eigenen Garten zeigte (Gewichtheben, Liegestütze und Sit-ups, dazu der Kommentar: "Immer bereit"), machte der Rio-Weltmeister nun mit einem Zoff mit dem berühmten TV-Moderator Piers Morgan auf sich aufmerksam.

Morgan - ein ehemaliger CNN-Mann, Ex-Herausgeber der britischen Zeitung "Daily Mirror", langjähriger Freund Donald Trumps und ein bekennender Arsenal-Fan - schickte auf Twitter einen Retweet zu einem Foto-Post Özils raus, auf dem der Fußballer im Stadion steht mit jubelnden Anhängern im Hintergrund. Özil hatte dazu geschrieben, "dankbar" zu sein, "die Fans hinter sich" zu wissen. Morgan, bekannt für kontroverse und pointierte Meinungen, antwortete in seinem Tweet: "Wirkliche Arsenal-Fans stehen nicht hinter dir. Du bist unser Paul Pogba - absolut überbezahlt, bringst viel zu wenig Leistung und überschätzt die Bedeutung von dir in einem schockierenden Ausmaß." Der französische Weltmeister Pogba wechselte 2016 für die damalige Rekordsumme von 105 Millionen Euro zu Manchester United und wusste bei den Red Devils nie wirklich zu überzeugen. Özil soll bei Arsenal etwa 386.000 Euro pro Woche verdienen, also etwa 2300 Euro pro Stunde.

Leistung auf dem Platz kann Özil derzeit natürlich nicht bringen. Trotzdem fühlte er sich augenscheinlich gekränkt und bei der Ehre gepackt. Das Ego Özils ist dieses Jahr schon so oft verletzt worden, vielleicht greift er auch deshalb mehr und mehr auf die sozialen Medien zurück, um seinen Geltungsanspruch geltend zu machen. Und so antwortete er auf Morgans Kritik auf seine neue Lieblingsart: per Twitter-Post, keine zwei Stunden später. "Piers, Kumpel, es scheint, als wärst du kein großer Fan von Weltmeistern." Schließlich hatte Özil 2014 die WM in Brasilien und Pogba 2018 das Turnier in Russland gewonnen. Des Weiteren schrieb der Ex-Nationalspieler: "Bist du immer noch böse wegen letztem Mal?"

Damit sprach er auf einen früheren Zoff an, den die beiden Persönlichkeiten im November ausgetragen hatten. "Auf geeeeehts", hatte Özil vor dem Spiel der Gunners gegen Leeds United damals geschrieben, woraufhin Morgan prompt dazwischen gegrätscht war: "Ich wünschte mir, dass du gehen würdest, Mesut. Dir und Arsenal zuliebe." Auch damals ließ die Antwort des Mittelfeldkünstlers nicht lange auf sich warten. "Piers, warst das wirklich du? Oder wurde dein Handy gehackt?". Damit hatte er darauf angespielt, dass der Moderator in seiner Zeit als Herausgeber des "Daily Mirror" vorgeworfen wurde, Handys abgehört zu haben. Morgan hatte gekontert: "Der erste Angriff, den du in dieser Saison gemacht hast - gut gemacht!"

Auf die Hacker-Vorwürfe kam Özil auch diesmal wieder zu sprechen. "Ich wünschte, du könntest Dinge so gut sehen wie du Dinge hörst", schickte er einen weiteren Giftpfeil in Morgans Richtung. Der Ehrgeiz scheint in der Fußballer-Brust also noch zu brennen. Warum der talentierte Mittelfeldmann sich aber nicht einen neuen Verein sucht, bei dem er vielleicht ein paar Millionen weniger verdient, aber dafür den Ehrgeiz auf dem Platz anstatt auf Twitter ausleben kann, weiß nur er selbst.

Arsenal könnte ein paar Özil-Pässe derzeit eigentlich gut gebrauchen. Der Verein ist derzeit 15. in der Premier League und hat statistisch gesehen eine der schlechtesten Offensiven. Ex-Gunner-Star Jack Wilshere sagte deshalb jüngst, der Deutsche müsse wieder zurück in die Mannschaft, auch um Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang - traf diese Saison erst zweimal - mit Vorlagen zu füttern. Auf die Frage, wie seine Mannschaft am kommenden Wochenende gegen Burnley vorgehen wird, sagte Trainer Arteta auf der offiziellen Klub-Website: "Durch Tore. Sehr einfach. Wir müssen Tore schießen." Özil wird dabei wieder nur auf Twitter helfen können.

Quelle: ntv.de

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