Fußball

"Will Sead nicht Show stehlen" Özils guter Grund, Schalke nicht zu helfen

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Mesut Özil und Sead Kolasinac werden künftig nicht gemeinsam für den FC Schalke auflaufen.

(Foto: dpa)

Mesut Özil reift in der Jugend des FC Schalke zum Bundesligaspieler, aus Gelsenkirchen startet er seine Weltkarriere. Seinem arg kriselnden Heimatklub wird der beim FC Arsenal ausgemusterte Weltmeister aber nicht im Kampf gegen den Abstieg helfen. Sein augenzwinkerndes Motiv dafür ist edel.

Nein, Mesut Özil wird in der laufenden Transferperiode nicht zu seinem Heimatverein Schalke 04 wechseln. Zwar sitzt der Weltmeister von 2014 beim FC Arsenal seit Monaten nur auf der Tribüne und sein Klub würde ihn nur zu gerne schnell loswerden, den weiterhin stark abstiegsbedrohten Königsblauen wird Özil aber nicht helfen. Und dafür präsentiert er während einer Fragestunde auf seinem Twitter-Profil einen guten, einleuchtenden, sogar selbstlosen Grund: Auf die Bitte eines Fans, er möge doch den FC Schalke 04 für den Rest der Saison unterstützen, antwortete Özil: "Ich will Sead (Kolasinac) nicht die Show stehlen", garniert mit einem Smiley.

Kolasinac, wie Özil einst in der Schalker Jugend zum Bundesligaspieler geformt, war vor Kurzem aus London zurück nach Gelsenkirchen gewechselt und gilt als die manifestierte Hoffnung des Bundesligisten auf den Klassenerhalt. Der Blitzeffekt des Transfers: Nach beinahe einem Jahr beendete Schalke am Wochenende seine 31-Spiele-sieglos-Horrorserie - mit einem 4:0 gegen die TSG Hoffenheim und Kolasinac als Kapitän.

Kolasinac, Özil und ihre gemeinsame Geschichte

Der Verteidiger spielt bis zum Ende der Saison auf Leihbasis für den mit dem Heimsieg zum Bundesliga-Vorletzten aufgestiegenen FC Schalke. Um den Deal für den klammen Ruhrpott-Klub stemmbar zu machen, soll Kolasinac auf einen guten Teil seines Gehalts verzichten: Berichten zufolge kassiert der bosnische Nationalspieler in den kommenden Monaten zwei Millionen Euro, die zum Großteil weiterhin aus London überwiesen werden sollen. Der FC Arsenal verzichtet außerdem auf eine Leihgebühr.

Özil und Kolasinac sind eng befreundet. 2019 wurden beide gemeinsam Opfer eines Raubüberfalls, den die Fußballstars aber erfolgreich vereitelt hatten: Wie die Täter vorgegangen waren, ist gut dokumentiert: Auf Bildern einer Überwachungskamera ist unter anderem zu sehen, dass einer der beiden mit einer Stricknadel und einem angespitzten Schraubendreher bewaffneten Angreifer mehrfach versuchte, auf Kolasinac einzustechen. Als dieser sich wenig beeindruckt zeigte und die Angreifer abwehrte, verloren die Täter offenbar die Nerven. Kolasinac konnte sich in Özils Wagen zurückziehen.

Die beiden Räuber ließen jedoch nicht ab, sondern verfolgten das Fahrzeug mit ihrem Motorroller kilometerweit durch den Norden Londons. Özil und Kolasinac konnten sie schließlich jedoch abschütteln: Özil hielt kurzerhand vor einem Lokal, der Wirt alarmierte die Polizei. Den britischen Ermittlern gelang wenige Tage nach der Tat die Festnahme der Angreifer, die inzwischen zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Wechsel zu Schalke "wirklich keine Option"

Özil wird seinem einstigen Teamkollegen also nicht folgen, obwohl er "auf ewig Sympathien für Schalke 04 haben" werde und dem Verein "aus tiefstem Herzen das Beste wünsche". Aber ein Wechsel sei nun "wirklich keine Option". Stattdessen wolle der 92-malige deutsche Nationalspieler gerne noch in der Türkei und den USA spielen, bevor er dann seine Karriere beendet. Anders als der vergleichsweise günstige Kolasinac wäre Özil für seinen Ex-Klub auch wahrlich nicht finanzierbar: Bis zum Ende seines Vertrags im Sommer soll Özil bis zu 380.000 Euro verdienen - pro Woche.

Kein Wunder, dass Arsenal den 32-Jährigen schnell, am liebsten noch vor dem Ende dessen Vertrages im Sommer loswerden möchte: Özil bestritt in der laufenden Saison noch keine einzige Partie für die Gunners, da Coach Mikel Arteta den Deutschen weder für die Premier League noch für die Europa League gemeldet hatte. Wahrscheinlich ist ein Winter-Wechsel Özils zu Fenerbahce Istanbul. Der Transfer steht offenbar unmittelbar vor dem Abschluss. In Istanbul soll Özil einen Vertrag bis 2024 unterschreiben und fünf Millionen Euro netto pro Jahr kassieren, heißt es.

Quelle: ntv.de, ter

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