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Bald Hochrisikospiel in Belfast? Polizei zittert vor möglichem Celtic-Spiel

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Celtic-Urgestein Scott Brown und sein Team erwartet möglicherweise eine brisante Partie in der Champions-League-Quali.

(Foto: imago/Action Plus)

Seit die Quali-Spiele für die Champions League ausgelost sind, ist die Polizei von Belfast in Aufruhr. Sehr wahrscheinlich gastiert bald Celtic Glasgow in Nordirlands Hauptstadt. Die Partie gegen Linfield käme für die Behörden zur Unzeit.

Linfield FC gegen SP La Fiorita - es gibt wahrlich größere Fußball-Leckerbissen als die Partie zwischen den beiden Meistern aus Nordirland und San Marino, die am Montag im schweizerischen Nyon für die erste Runde der Champions-League-Qualifikation ausgelost wurde. Allerdings legten die Verantwortlichen der Europäischen Fußball-Union mit dem Los womöglich den Grundstein für eine brisante Begegnung. Linfield gilt gegen die San-Marinesen als haushoher Favorit. Sollten sie ihrer Rolle gerecht werden und am 4. Juli (Rückspiel) in die zweite Runde einziehen, wartet dort der schottische Meister Celtic Glasgow.

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Das Brisante an der Nummer: Das Hinspiel ist für den 11. oder 12. Juli angesetzt - letzterer Termin ist der Höhepunkt der jährlichen Marschsaison der nordirischen Protestanten. Doch damit nicht genug. Bei der Begegnung werden die Konfliktlinien des immer noch schwelenden Nordirlandkonflikts deutlich. Celtic hat - auch in Nordirland - eine zum größten Teil katholische und pro-irische Fanszene, während Fans von Linfield fast ausschließlich pro-britische Protestanten sind. Die Anhänger des Belfaster Klubs fallen regelmäßig mit Ausschreitungen - zumeist gegenüber Katholiken - auf.

Wegen der ebenfalls oft von Ausschreitungen begleiteten Märsche ist die nordirische Polizei (PSNI) ohnehin bereits in Alarmbereitschaft, schon jetzt werden die Sicherheitsvorkehrungen für den Höhepunkt der "Marching Season" intensiv geplant. Dass nun auch noch ein Hochrisikospiel im Windsor Park stattfinden soll, bereitet dem PSNI nun zusätzliche Sorgen. Mehrere britische und irische Zeitungen berichten von Sicherheitsbedenken seitens des PSNI. Der Belfaster Kommissar Norman Haslett sagte dem "Belfast Telegraph" lediglich: "Wir sind uns der möglichen Spielansetzung in Belfast zwischen Linfield und Celtic kommenden Monat bewusst." Die Polizei spreche derzeit mit der Uefa und Linfield über die Details der Veranstaltung.

Das Gespräch mit Celtic hat Linfield offenbar bereits gesucht. Einem Bericht des irischen "Independent" zufolge haben Vertreter beider Klubs in Nyon einen Spieltermin am 12. Juli ausgeschlossen. In einem weiteren Treffen wollen sie demnach gemeinsam mit dem PSNI und der Uefa über Auswege aus dem organisatorischen Dilemma diskutieren - von einem Anstoß am späten Nachmittag des 11. Juli bis hin zu einem Tausch des Heimrechts. Letztere Option hat Linfield-Präsident Roy McGivern allerdings bereits ausgeschlossen: "Wir ziehen es aus finanziellen Gründen vor, zuerst zuhause zu spielen. Das ist offensichtlich das Beste für uns." Sollte es tatsächlich zu der brisanten Begegnung kommen, wäre Linfield gegen Celtic klarer Außenseiter.

Quelle: n-tv.de

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