Fußball

Boateng bereut Freiburg-Pleite Sammer trotzt Kritik an "Single-Bayern"

imago_sp_0516_17500010_19864953.jpg6289173665681032439.jpg

Seit der Meisterschaft gibt es für Josep Guardiolas FC Bayern keine Punkte mehr in der Liga.

(Foto: imago/MIS)

Nach der Meisterschaft gerät der FC Bayern komplett aus dem Tritt, statt des Triples gibt es nur eine "Single-Saison" und drei Ligapleiten in Folge. Sportvorstand Matthias Sammer sieht trotzdem eine "fantastische Saison". Die Bayern-Profis sind nicht ganz so glücklich.

Sportvorstand Matthias Sammer hat sich gegen die Kritik an der vermeintlich zu geringen Titelausbeute von Fußball-Rekordmeister Bayern München gewehrt. "Wir brauchen nichts Schönreden, weil wir bei allem Ehrgeiz, dass wir alles gewinnen wollen, sehr realistisch sein müssen. Wir sind deutscher Meister geworden und sehr zufrieden", sagte Sammer im ZDF.

Er sprach trotz des Ausscheidens der erfolgsverwöhnten Münchner im Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona sowie im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund von einer "fantastischen" Saison. "Es gibt keinen Grund, sich bei jemandem dafür zu entschuldigen, dass wir Meister geworden sind", betonte Sammer und nahm seine mit Triple-Ambitionen angetretenen "Single-Bayern" in Schutz.

"Etwas Außergewöhnliches geleistet"

imago_sp_0517_11200007_19876568.jpg7575484735398713563.jpg

Matthias Sammer will mit Josep Guardiola verlängern.

(Foto: imago/Martin Hoffmann)

Sammer verwies dabei im ZDF auf die WM-Strapazen der sieben Bayern-Profis beim Titelcoup der Nationalmannschaft im vergangenen Jahr in Brasilien. Seit 1987 sei es dem Klub nicht mehr gelungen, nach einer Weltmeisterschaft deutscher Meister zu werden. "Dementsprechend hat die Mannschaft etwas Außergewöhnliches geleistet", sagte Sammer und zeigte sich ein wenig demütig: "Wir haben nie für uns in Anspruch genommen, perfekt zu sein."

Eine Lanze brach der Sportvorstand für Bayern-Coach Josep Guardiola. "Er ist ein Segen für den deutschen Fußball, nicht nur für Bayern München, sondern auch für die Nationalmannschaft. Die Spieler arbeiten sehr gerne mit diesem Trainer", äußerte Sammer und fügte an: "Ich finde, er ist etwas Besonderes." Nach Aussage von Sammer werde man sich "in der zweiten Jahreshälfte" mit Guardiola (Vertrag bis 2016) zusammensetzen, um über die Zukunft des Spaniers zu sprechen. "Dann werden wir weitersehen. Es ist aber alles gut, wir sind happy, dass er da ist", sagte der ehemalige Dortmunder Profi.

"Müssen uns bei Fans entschuldigen"

Am Samstag hatte der souveräne Tabellenführer zum dritten Mal in Folge ein Bundesligaspiel (1:2 beim SC Freiburg) verloren. Das war dem Starensemble von der Isar seit 1998 unter Giovanni Trapattoni nicht mehr passiert. Resultat war damals die berühmte "Spieler schwach wie Flasche leer"-Wutrede des Italieners.

Abwehrspieler Jerome Boateng sagte hingegen nach der dritten Liganiederlage in Folge: "Dafür müssen wir uns bei unseren Fans entschuldigen." Er war einer der wenigen Bayern-Profis, die nicht wortlos zum Mannschaftsbus stapften. Erst flüchtete Kapitän Philipp Lahm kommentarlos durch die kleine Freiburger Mixed Zone. Dann folgten Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer und Mario Götze mit ähnlich konsterniertem Gesichtsausdruck.

Angreifer Robert Lewandowski stellte sich hingegen den Fragen und zeigte sich selbstkritisch: "Das war zu wenig heute, wir müssen jetzt noch einmal Gas geben und das letzte Spiel unbedingt gewinnen." Auch Boateng appellierte vor dem Rundenabschluss am kommenden Samstag gegen den FSV Mainz 05 an seine Teamkollegen: "Wir sind deutscher Meister, das müssen wir auch zeigen. Das sind wir den Fans schuldig."

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

Mehr zum Thema