Fußball

Mit zwei Toren zum CL-Rekord Schiedsrichter schlingert, Haaland bleibt cool

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Haaland lässt sich nicht aufhalten.

(Foto: dpa)

Erling Haaland bleibt trotz Elfmeter-Theater ganz cool und trifft wie schon im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Sevilla doppelt. Die Schiedsrichter-Entscheidung bewertet "Collinas Erben" als vermeidbar und unnötig. Dortmunds Torjäger sichert sich trotz des Hickhacks einen Rekord.

Erling Haaland nahm seine Privatfehde mit dem Torhüter des FC Sevilla humorvoll. "Ich habe nicht richtig verstanden, was er mir nach dem ersten Elfmeter ins Gesicht geschrien hat - da habe ich nach dem zweiten einfach dasselbe zurückgerufen", sagte der neue norwegische Champions-League-Rekordschütze nach dem turbulenten 2:2 (1:0) von Borussia Dortmund im Achtelfinal-Rückspiel.

In sieben kuriosen Minuten hatte es zunächst so ausgesehen, als hätte Haaland nach seinem ersten Tor (35.), das ihm Kapitän Marco Reus aufgelegt hatte, auch das zweite erzielt. Doch Schiedsrichter Cüneyt Cakir (Türkei) nahm den Treffer nach Ansicht des Videobeweises zurück - er kam mit der für alle überraschenden Entscheidung Foulelfmeter wieder. Haaland war in einer vorhergehenden Szene am Trikot gehalten worden.

Deswegen entschied Cakir laut unseren Schiedsrichter-Experten von "Collinas Erben" auf Foul. "Da das Spiel nach der vorigen Strafraumszene nicht unterbrochen und fortgesetzt war, konnte der Einsatz gegen Haaland noch reviewt und mit Strafstoß geahndet werden", schrieb Alex Feuerherdt bei Twitter. Diese Erklärung heißt allerdings noch lange nicht, dass er den VAR-Einsatz und die Entscheidung gutheißen will.

Denn Feuerherdt fand das nachträglich gewertete Foul weder klar noch offensichtlich falsch - beides Voraussetzungen für das Eingreifen des Video-Schiedsrichters. Darüber hinaus sei "unnötigerweise die regeltechnisch komplizierteste Variante gewählt" worden. "Das sorgt für Stress, der nachhallt, nämlich beim Strafstoß", so Feuerherdt.

"Das war wohl Karma"

Den nach langer Beratung fälligen Elfmeter des Norwegers lenkte Torhüter Yassine Bounou an den Pfosten und parierte auch den Nachschuss. Haaland musste sich aus nächster Nähe eine kreative Beschimpfung anhören. Weil Bounou sich aber zu früh bewegt hatte, gab es eine Wiederholung. Feuerherdt verwies bei dieser Entscheidung auf die "strikte Ahndung von Torwartverstößen, wenn der Ball beim Strafstoß abgewehrt wird", wie es gewünscht ist. "Also gab's wieder einen Eingriff und eine Wiederholung, Brüllerei hier, Brüllerei da, Gelb und allerlei Hektik. Schon schiedsrichtertaktisch war das nicht gut. Und vor allem vermeidbar."

Einer ließ sich davon nicht irritieren - oder ließ es sich zumindest nicht anmerken: Haaland verwandelte knapp und zahlte es Bounou mit gleicher Münze heim. "Beim zweiten Elfmeter war ich schon ein wenig nervös", erklärte er nach Spielende. "Aber als er mich nach dem ersten Elfmeter angeschrien hat, dachte ich, es wäre umso besser, noch ein weiteres Tor zu schießen. Danach habe ich ihm dann das gesagt, was er zu mir gesagt hat, nachdem ich den ersten Elfmeter verschossen hatte." Und erklärte weiter: "Das war wohl Karma. Er war zu weit vor der Linie, sonst hätte ich getroffen. Er hat betrogen, also habe ich getroffen, als er sich keinen Vorteil mehr verschafft hat."

"Die pure Hirnwichserei"

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Nicht ganz so locker bewertete es Feuerherdt: "Regeltechnisch war das die pure Hirnwichserei", urteilte er über die sich lange hinziehende Entscheidung. Und zog ein deutliches Fazit: "Keine gute VAR-Praxis in diesem Fall." Haaland hatte - wenn auch auf absonderlichen Umwegen - wie im Hinspiel doppelt gegen Sevilla getroffen. Dank seiner Tore zieht der BVB ins Viertelfinale der Champions League ein. Wer dort der Gegner sein wird, entscheidet sich bei der Auslosung am 19. März.

Schon jetzt aber hat Haaland sich bemerkenswert schnell einen Rekord gesichert. Er löste Ole Gunnar Solskjaer, heute Trainer von Manchester United, mit seinen Champions-League-Toren Nummer 19 und 20 als erfolgreichsten Norweger in der Geschichte der Königsklasse ab. Dafür benötigte der 20-Jährige lediglich 14 Spiele. Sein Trainer Edin Terzic lobte: "Er ist herausragend. Wir sind froh, dass wir ihm noch zwei weitere Champions-League-Spiele in dieser Saison besorgen konnten, damit er noch weiter treffen kann."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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