Fußball

"Das stört mich!" Süle schimpft, auch über Rummenigge

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Niklas Süle sieht sich zu Unrecht kritisiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Niklas Süle ärgert sich über seine Meinung nach ungerechtfertigte Kritik. Im Kopf hat er ein ganz konkretes Beispiel. Pikant: An nämlicher Aktion hatte sein eigener Boss eine mächtige Verteidiger-Schelte aufgehängt.

Fußball-Nationalspieler Niklas Süle hat sich gegen aus seiner Sicht unberechtigte Kritik gewehrt. "Manche Tore wie in Frankfurt muss ich mir auch nicht ankreiden lassen - als Sündenbock dafür, dass wir da verlieren", sagte der Verteidiger des FC Bayern München der "Süddeutschen Zeitung" zum Treffer von Amin Younes bei der 1:2-Niederlage der Bayern gegen Eintracht Frankfurt.

Auch Klubchef Karl-Heinz Rummenigge hatte ihn dafür im "Sportstudio" des ZDF kritisiert. Rummenigge hatte Süles Abwehrverhalten arg gestört: "Das sind Fehler, die nicht passieren dürfen", sagte Rummenigge. "Ich sehe es in diesem speziellen Fall einfach anders. Für so ein Tor angemahnt zu werden, egal von wem, das stört mich", sagte Süle. "Wenn ich gegen Gladbach ein Drecksspiel mache, und das wird geschrieben, bin ich der erste, der sagt: zurecht. Aber ich muss mir nicht alles ankreiden lassen - und unkommentiert lassen."

Rummenigge hatte auch noch gleich Süles Zukunft beim Rekordmeister in Frage gestellt: "Seriös und in Ruhe" werde man sich die Sache, also Süles Entwicklung, anschauen "und dann werden wir eine Entscheidung fällen müssen." Wenn Süle in München bleiben wolle, dann unter anderen, für den Nationalspieler schlechteren Bedingungen: "Ich weiß nicht, wie die Gespräche laufen. Wenn wir eine Lösung finden, sind wir grundsätzlich gerne bereit, den Vertrag zu verlängern. Das wird aber nur zu gewissen Konditionen möglich sein."

"Irgendein Schwätzer hat das gestreut"

Zu immer wieder aufkommenden Gerüchten über angebliches Übergewicht sagte Süle: "Irgendein Schwätzer hat das gestreut - und die Leute übernehmen das." Der 25-Jährige fügte an: "'Süle wieder zu schwer', das liest sich gut, da wird zwei Monate lang drüber gesprochen, und die Leute lachen. Es stimmt aber nicht."

Das Geraune war maßgeblich durch Maßnahmen seines eigenen Trainers - und die eigene Vergangenheit befeuert worden: Nach der desolaten Länderspielreise nach Spanien (0:6) sei Süle mit "Trainingsrückstand" wieder in München aufgelaufen, monierte Bayern-Coach Hansi Flick damals - und verbannte ihn für das folgende Bundesligaspiel auf die Tribüne. "Wir haben in vier Wochen neun Spiele, da ist es ganz klar, dass wir die Belastung der Spieler vernünftig steuern müssen", erklärte Flick zwar. Bei Süle aber steckte mehr dahinter, als nur umsichtige Belastungssteuerung: Flick soll unzufrieden gewesen sein mit dem Gewicht seines Profis. Sein Spieler müsse "100 Prozent fit sein, dann ist er wieder Thema für uns", strafte Flick seinen schweren Verteidiger vielsagend ab.

2017, nachdem er seinen Wechsel von Hoffenheim zum Rekordmeister eingetütet hatte, outete sich der Nationalspieler als "Lebemann", der es mit der Ernährung nicht immer so uneingeschränkt professionell halte. Das Kernübel? Fast-Food, so verriet es Süle später freimütig. "Früher war es jeden Tag, jetzt ist es vielleicht noch zweimal die Woche. Ich fühle mich gut auf dem Platz." Das mit dem Gewicht nehme er "jetzt ein bisschen ernster. Ich bin zufrieden, und der Trainer ist auch mit meinem Gewicht zufrieden", hieß es im November 2017, damals hatte er die ersten vier Monate in München hinter sich, der Trainer hieß noch Jupp Heynckes.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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