Fußball

Bielefeld steht vor dem Aufstieg VfB patzt sich zur nächsten Pleite

imago0047279361h.jpg

Einer der Schlüsselmomente für Stuttgarts zweite Niederlage nach dem Restart der 2. Fußball-Bundesliga: Daniel Didavi muss mit Gelb-Rot vom Platz.

(Foto: Pressefoto Baumann/Cathrin Mülle)

Die ersten Drei der Zweitliga-Tabelle kämpfen am Sonntag um Punkte für den Aufstieg. Arminia Bielefeld und der HSV trennen sich unentschieden - und gewinnen trotzdem beide. Denn Verfolger VfB Stuttgart verliert schon wieder. Im Kellerduell profitiert der VfL Bochum von einem torlosen Remis.

Hamburger SV - Arminia Bielefeld 0:0 (0:0)

Viel Aufwand, gute Chancen - aber wieder nur ein Punkt: Der Hamburger SV hat nach der Corona-Zwangspause immer noch nicht in den Aufstiegs-Modus geschaltet. Im Spitzenspiel der 2. Liga schaffte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking gegen Arminia Bielefeld nur ein 0:0 - trotz bester Möglichkeiten. Durch den fehlenden Killerinstinkt verpasste es der HSV in einer munteren Partie, den Druck auf den Tabellenführer im Kampf um den Aufstieg zu erhöhen. Bielefeld hat an der Spitze weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf den HSV.

Mit dem zweiten Unentschieden der Hamburger in Serie wurde es auch nichts mit der angestrebten Unterstützung in Form eines Sieges für Uwe Seeler. Die Vereinsikone erholt sich derzeit von einer Hüft-Operation, nachdem Seeler in seinem Haus schwer gestürzt war. Vier Tage vor dem nächsten Spitzenspiel beim Tabellennachbarn VfB Stuttgart konnte der HSV damit auch kein Selbstvertrauen tanken, insgesamt fehlte dafür in der Offensive die letzte Konsequenz.

Pohjanpalo (5.) und Harnik (8. und 12.) hatten auch Möglichkeiten zur frühen Führung, ließen sie aber ungenutzt. Der HSV konnte danach das hohe Tempo erst einmal nicht halten, Bielefeld stellte sich besser auf die Hausherren ein - doch die Hamburger blieben das aktivere und gefährlichere Team. Allerdings trafen erneut Kittel mit einem spektakulären Volleyschuss (46.) und Pohjanpalo (48.) das Tor nicht, Tim Leibold setzte einen Kopfball nur an den Pfosten (67.).

Bielefeld investierte mit zunehmender Spieldauer nicht mehr als nötig und konzentrierte sich vor allem auf die Defensivarbeit. Der HSV rannte zunehmend verzweifelt an.

Holstein Kiel - VfB Stuttgart 3:1 (1:0)

Der VfB Stuttgart hat im Aufstiegsrennen einen weiteren empfindlichen Rückschlag erlitten und muss ernsthaft um die Rückkehr ins Oberhaus bangen. Die Schwaben unterlagen 2:3 (0:1) bei Holstein Kiel und warten jetzt seit vier Spielen auf einen Sieg. Zu allem Überfluss verlor der VfB Ersatzkapitän Daniel Didavi, der nach einer überflüssigen Gelb-Roten Karte (45.) im Topspiel gegen den Hamburger SV am Donnerstag gesperrt ist.

Emmanuel Iyoha (7.) sowie die erst kurz zuvor eingewechselten Jannik Dehm (78.) und Lion Lauberbach (79.) schenkten den Störchen nach vier Spielen wieder einen Dreier. Nicolas Gonzalez glich mit seinem achten Saisontor (59./Foulelfmeter) zwischenzeitlich aus, der Anschlusstreffer von Silas Wamangituka (86.) kam zu spät.

Didavi sah Gelb wegen Meckerns und flog vier Minuten später nach einem Foul vom Platz. Die Binde hatte er von Marc-Oliver Kempf übernommen, der zu einem Spieler-Quartett gehörte, das nach dem 1:2 gegen Wehen Wiesbaden hatte weichen müssen.

Zwar hatte der VfB gegen tief stehende Gastgeber mehr Abschlüsse und deutlich mehr Ballbesitz, das Abwehrzentrum um Badstuber rückte oft weit auf. So fehlte aber die defensive Absicherung. Beim 0:1 enteilte Iyoha nach einem langen Ball Marcin Kaminski. Dem zweiten und dritten Kieler Treffer gingen schwere Fehler des eingewechselten Roberto Massimo voraus. Vor dem 1:1 hatte Holstein-Torwart Ioannis Gelios VfB-Angreifer Hamadi Al Ghaddioui gefoult.

Karlsruher SC - VfL Bochum 0:0 (0:0)

Der abstiegsbedrohte Karlsruher SC hat den Sprung aus dem Tabellenkeller verpasst. In einer Partie der vergebenen Gelegenheiten kamen die Badener nicht über 0:0 gegen den VfL Bochum hinaus. Dabei "glänzte" der KSC (28 Punkte) wie der VfL (32) mit einer unsagbar schlechten Chancenverwertung.

In Karlsruhe waren die Gastgeber zunächst das deutlich bessere Team. Verteidiger Daniel Gordon hatte bereits in der 5. Minute die Führung für den KSC auf dem Kopf, scheiterte aber an VfL-Torwart Manuel Riemann. Kurz darauf konnte auch Marvin Wanitzek den starken Bochumer Keeper nicht überwinden (8.). Spätestens nach dem Pfostentreffer von Wanitzek vier Minuten später wäre die Führung der Badener verdient gewesen.

Auch danach änderte sich nichts am Spielverlauf. Allerdings offenbarte der KSC weiterhin große Schwächen in der Chancenverwertung. In der 23. Minute scheiterte erneut Wanitzek an Riemann. Eine Viertelstunde später hätte sich die Fahrlässigkeit der Gastgeber fast gerächt, doch der eingewechselte Bochumer Milos Pantovic traf nur die Latte.

Wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel vergab VfL-Stürmer Silvere Ganvoula eine große Möglichkeit. In der 50. Minute war es wieder der Kongolese, der an KSC-Torwart Benjamin Uphoff scheiterte. Vier Minuten später konnte Simon Zoller den Karlsruher Keeper nicht überwinden. Damit waren beide Mannschaften beim Thema Chancenverwertung endgültig auf Augenhöhe.

Der 27. Spieltag wird aufgrund des verspäteten Wiedereinstiegs von Dynamo Dresden erst am 9. Juni komplettiert: Dann empfangen die stark absteigsbedrohten Sachsen Greuther Fürth. Das Spitzenspiel des 28. Spieltags steigt am Mittwoch: Der VfB Stuttgart empfängt dann den Hamburger SV - und muss langsam mal punkten. Schon am Dienstag könnte der 1. FC Heidenheim mit einem Sieg auf St. Pauli mindestens für 24 Stunden den relegationsrang einnehmen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid