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Team stellt sich hinter CoachWenn die Berichte stimmen, müsste Xabi Alonso jetzt gefeuert werden

11.12.2025, 06:59 Uhr
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Xabi Alonso weiß nicht, wie es für ihn weitergeht. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Das Spiel gegen Manchester City wurde zum Endspiel ausgerufen, es ging verloren: Die Zukunft von Xabi Alonso als Trainer von Real Madrid ist offener denn je. Immerhin gibt es aus der Mannschaft lobende Worte.

Als der Abpfiff ertönt war, biss sich Xabi Alonso auf die Zähne. Die Krise von Real Madrid hatte sich auch in der Champions League fortgesetzt. Das Gruppenspiel gegen Manchester City ging mit 1:2 verloren. Wenn die Medienberichte der vergangenen Tage stimmen, müsste der spanische Startrainer seinen Job bei den Königlichen los sein. Doch der aktuelle Stand am Donnerstagmorgen, wenige Stunden nach der Pleite, ist so: Noch ist Xabi Alonso da. Aber ob er bleiben wird, ist fraglicher denn je.

Das Hausblatt "Marca" rief die "Alarmstufe Rot" aus und sah Coach Alonso "ohne Kredit". Und doch habe sich der Trainer mit dem mutmachenden Auftritt seiner Elf "Zeit verschafft". Ja, Alonso wandle "auf schmalem Grat", aber: "Es ist kein Abend des Abschieds" oder für "voreilige Entlassungen". Die "El Mundo" sieht Alonso zwar weiter "mit der Schlinge um den Hals auf dem Schafott" stehen, den Klub aber vor einem "Dilemma". Alonso sei zweifelsohne ein guter Trainer - aber auch der Richtige für Real?

Ein paar Argumente für sich konnte er indes gegen die Cityzens sammeln. Nach mehreren desaströsen Leistungen zuletzt spielte Real gegen den Riesen aus der Premier League eine starke erste Halbzeit. "Sie waren in der ersten Halbzeit phasenweise deutlich besser als wir", erkannte auch City-Trainer Pep Guardiola an. Rodrygo traf verdient zum 1:0, danach verpasste die Madrilenen den zweiten Treffer. "Es gibt an der Mannschaft wenig auszusetzen", erklärte Alonso. Es war auch Werbung in eigener Sache.

"Der Trainer ist großartig"

Die Berichte hatten sich überschlagen. Unter anderem wurde geschrieben, dass der Meistercoach von Bayer Leverkusen die Kabine verloren habe. Die Riesen-Egos um Jude Bellingham und den ewig genervten Vinicius Junior sollten mit der Herangehensweise des ehemaligen Weltklassespielers hardern. Der sei offenbar viel zu sehr Erklärbär und nicht so sehr Gute-Laune-Onkel wie sein großer Vorgänger Carlo Ancelotti. Nach der Pleite gegen City bemühten sich mehrere Stars, die Gerüchte runterzukochen.

Bellingham machte deutlich, dass die Mannschaft hinter Alonso steht. "Der Trainer ist großartig. Ich persönlich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm, und ich weiß, dass es vielen Jungs genauso geht", sagte Englands Mittelfeldstar. "Wir wollten den Leuten zeigen, dass wir mit dem Trainer zusammenstehen", sagte Rodrygo, der nach seinem Führungstreffer (28.), seinem ersten Tor seit 31 Spielen, symbolisch zu seinem Coach stürmte, um mit ihm zu jubeln. "Ein eindrucksvolles Bild, ein ergreifendes", kommentierte das Blatt "AS" die "Geste, die wie Nähte eine Blutung stillte, die zeitweise unkontrollierbar schien".

War dies also der "Wendepunkt", von dem "AS" weiter schrieb? Oder nur "flüchtige Zuneigung", wie dasselbe Blatt mutmaßte? Die kolportierten Traumkandidaten von Präsident Florentino Pérez für eine mögliche Alonso-Nachfolge, Jürgen Klopp oder Zinédine Zidane, sind jedenfalls kaum zu bekommen. Verfügbar wäre Álvaro Arbeloa, der Coach der zweiten Mannschaft, oder Klubdirektor Santiago Solari. Klingt nicht nach dem obersten Regal, indem sich Real gerne bedient.

"Die Kabine steht hinter Xabi"

Doch die Skyblues drehten die Partie durch Nico O'Reilly (36.) und einen Elfmeter von Erling Haaland (43.), den Nationalspieler Antonio Rüdiger verursacht hatte. "Es ist ein schwieriger Moment für uns und auch für ihn (Alonso; d. Red.). Die Dinge laufen nicht gut", sagte Rodrygo. "Aber wir halten zusammen." Und Verteidiger Raul Asencio meinte: "Die Kabine steht hinter Xabi." Alonso selbst war trotz der Niederlage nicht unzufrieden. "Wir haben bis zum Schluss gekämpft", sagte der Baske: "Ich habe niemandem einen Vorwurf zu machen."

Und trotzdem blieben alle Augen auf den Trainer gerichtet: "Ich konzentriere mich voll auf das nächste Spiel", sagte Alonso nach dem Spiel, Sorgen mache er sich keine: "Wichtig ist Real Madrid. Es geht um die Mannschaft, die Spieler und wie ich ihnen helfen kann. Es geht nicht um mich." Doch wie lange gilt das noch?

Quelle: ntv.de, tno

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