Fußball

Schalke 04 zurück an der Spitze Werder schießt vier Tore und verliert dennoch

Werder-Ultras feierten zunächst die Führung von Bremen.

(Foto: IMAGO/Eibner)

Früh führt Werder Bremen gegen Holstein Kiel mit 2:0 und erzielt danach noch zwei weitere Treffer. Doch weil letztere Eigentore sind und Kiel danach noch selbst trifft, patzen die Hanseaten im Aufstiegsrennen. Verfolger Schalke 04 profitiert und springt kurz vor Schluss auf Platz eins der Tabelle.

Werder Bremen - Holstein Kiel 2:3 (2:1)

Nur sechs Tage nach dem großen Sieg im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga hat Werder Bremen einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen kassiert. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner unterlag zum Auftakt des 32. Spieltags Holstein Kiel nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3 (2:1) - und Schalke 04 kletterte durch ein 2:1 (0:0) beim SV Sandhausen wieder an die Spitze. Am vergangenen Spieltag hatte Werder durch ein 4:1 auf Schalke Platz eins übernommen. Werder (57 Punkte) liegt nun wieder zwei Zähler hinter Schalke, der Vorsprung auf Relegationsrang drei beträgt drei Punkte.

Bremens Toptorjäger Niclas Füllkrug (2.) und Marvin Ducksch (23., Handelfmeter nach Videobeweis) waren auch gegen Kiel erfolgreich, zwei Eigentore durch Füllkrug (45.+2) und Anthony Jung (71.) sorgten aber für den Ausgleich, Julian Korb (85.) entschied das Spiel. Am Ende stand für Werner ein bitteres Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, für den er fast ein Jahrzehnt als Jugend- und Cheftrainer tätig war.

Sechs Tage nach der Gala in Gelsenkirchen vertraute Werner auf die gleiche Startelf, mit Ducksch und Füllkrug im Sturm also - und nach nur 23 Minuten hatten beide bereits getroffen: Füllkrug profitierte ganz früh von einem Luftloch von Kiels Stefan Thesker, Ducksch verwandelte einen Strafstoß, nachdem Simon Lorenz den Ball mit der Hand gespielt hatte.

Zwischendurch traf auch Kiel, Benedikt Pichlers Schuss ging allerdings eine Abseitsstellung voraus (9.). Eigentlich schien Bremen nun die volle Kontrolle zu haben, Momente der Unsicherheit blieben allerdings - so auch beim Anschlusstreffer, als die Defensive einen Eckball nicht klärte und Füllkrug unhaltbar abfälschte. Vorne vergab Werder nun zahlreiche Chancen, hinten sprang Jung eine Hereingabe unglücklich ans Bein.

SV Sandhausen - FC Schalke 04 1:2 (0:0)

Schalke 04 liegt dagegen dank Simon Terodde klar auf Aufstiegskurs. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens feierte beim SV Sandhausen nach zwei Treffern des Torjägers einen mühsamen 2:1 (0:0)-Erfolg und übernahm damit wieder die Tabellenspitze.

Terodde (71., 90.+1) sicherte mit seinen Saisontoren 26 und 27 den sechsten Sieg im siebten Spiel unter Büskens. Dennis Diekmeier (83.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Sandhausen ist der Klassenerhalt trotz der ersten Pleite nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage kaum noch zu nehmen. Alou Kuol sah wegen groben Foulspiels in der Nachspielzeit die Rote Karte (90.+5).

Die Schalker übernahmen vor 12.355 Zuschauern angetrieben vom agilen Darko Churlinov sofort das Kommando, taten sich gegen tief stehende Gastgeber aber schwer. Mit ihrer ersten großen Chance wären die Gäste dennoch fast in Führung gegangen, Simon Terodde und Marius Bülter scheiterten aber an Torhüter Patrick Drewes (19.). Insgesamt mangelte es dem Spiel des Favoriten aber an Ideen und Tempo. Rodrigo Zalazar fand zudem bei einem Freistoß in Drewes seinen Meister (25.).

Sandhausen konzentrierte sich auf die Defensive und stand im ersten Durchgang meist stabil. Offensiv zeigten die Gastgeber, bei denen Trainer Alois Schwartz am Freitag seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2024 verlängert hat, aber wenig.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild nicht. Sandhausen verteidigte mit viel Leidenschaft, Schalke drückte und suchte die Lücke. Für die Königsblauen entwickelte sich ein Geduldsspiel, Terodde sorgte dabei zunächst für die Erlösung. Er staubte nach einem Pfostenschuss von Churlinov ab. Diekmeier schockte die Gäste, die spät noch einmal zurückschlugen.

FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Die Aufstiegshoffnungen des FC St. Pauli schwinden immer mehr. Die Mannschaft von Trainer Timo Schultz kam gegen den 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und verpasste durch das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg den Sprung auf den Relegationsplatz. Der drittplatzierte SV Darmstadt 98 kann sich mit einem Erfolg am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1) gegen Erzgebirge Aue auf drei Punkte absetzen.

Daniel-Kofi Kyereh (74., Foulelfmeter) brachte die Hamburger in Führung, doch Taylan Duman (90.+2) schlug für die Franken in der Nachspielzeit zurück. Nürnberg hat nach nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Begegnungen nur noch minimale Chancen auf den Aufstieg.

Beide Teams attackierten früh, Spielfluss kam dadurch zu Beginn eher selten auf. St. Pauli war zwar bemüht, es mangelte ohne den verletzten Topstürmer Guido Burgstaller zunächst aber an Durchschlagskraft. Trotz Überlegenheit der Hamburger musste Gäste-Torhüter Christian Mathenia im ersten Durchgang nicht eingreifen. Nürnberg verteidigte meist aufmerksam, im Spiel nach vorne fehlte aber die Präzision. Chancen blieben Mangelware. Lino Tempelmann zielte zudem zu hoch (40.).

Nürnberg begann nach dem Wechsel vor 29.312 Zuschauern etwas druckvoller, doch die Chance zur Führung bot sich den Gastgebern: Finn Ole Becker traf von der Strafraumgrenze aber nur den Pfosten (57.). Lukas Daschner verpasste ebenfalls die Führung für St. Pauli (65.). Dann behielt Kyereh beim Elfmeter die Nerven - doch Duman schlug zurück.

1. FC Heidenheim - Fortuna Düsseldorf 1:3 (0:2)

Fortuna Düsseldorf hat endgültig den Klassenerhalt gesichert. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune setzte sich am 32. Spieltag mit 3:1 (2:0) beim 1. FC Heidenheim durch und kann mit nun 41 Punkten auch rechnerisch nicht mehr auf den Relegationsplatz abrutschen.

Jakub Piotrowski (20.), Felix Klaus (33.) und Christoph Klarer (56.) erzielten am Freitagabend die Tore der Gäste, die unter Thioune weiter ungeschlagen sind. Der ehemalige HSV-Coach, der im Februar auf Christian Preußer gefolgt war, holte in nun elf Spielen fünf Siege und sechs Unentschieden.

Heidenheim, das auf den mit Corona infizierten Trainer Frank Schmidt an der Seitenlinie verzichten musste, hatte sich vor dem Saisonendspurt aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Maurice Malones zwischenzeitlicher Anschluss (47.) blieb ohne Wert. Das Team von der Brenz ist bei noch zwei ausstehenden Spieltagen Tabellenachter (46 Punkte).

Hannover 96 - Karlsruher SC 2:0 (1:0)

Hannover 96 hat den Klassenerhalt immerhin ganz dicht vor Augen. Die Mannschaft von Trainer Christoph Dabrowski gewann am 32. Spieltag mit 2:0 (1:0) gegen den Karlsruher SC und baute den Abstand auf Dynamo Dresden und den Relegationsrang auf nun neun Zähler aus - die Sachsen können in ihren drei verbleibenden Spielen damit allenfalls nach Punkten gleichziehen.

Am Samstag (13.30 Uhr/Sky) steht Aufsteiger Dynamo gegen Jahn Regensburg damit bereits unter Siegzwang. Mittelstürmer Hendrik Weydandt (25.) per Kopf und Maximilian Beier (90.+4) trafen für 96. Vor 13.700 Zuschauern entwickelte sich spätestens mit Hannovers Führungstreffer ein abwechslungsreiches Spiel. Die Gastgeber hätten erhöhen können, auch Karlsruhe kam nach zuvor vier Spielen ohne Sieg aber zu einigen Chancen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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