Fußball

Fans feiern "super Tommy Tuchel" Zlatans Torhunger verschärft Mourinhos Krise

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Zwei alte Haudegen des europäischen Fußballs.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Macht es Thomas Tuchel seinem deutschen Trainerkollegen Jürgen Klopp nach? Der Erfolgscoach hatte mit dem FC Liverpool 2019 die Champions League und ein Jahr später die Meisterschaft gewonnen. Teil eins hat Tuchel, einst Nachfolger von Klopp in Dortmund, mit dem FC Chelsea bereits geschafft. Und in der Liga bauten die Blues den Vorsprung dank der Patzer der Konkurrenz weiter aus.

Meisterträume: Erst der Champions-League-Triumph, nun der Premier-League-Titel? Die Erfolgsserie von Trainer Thomas Tuchel mit dem FC Chelsea hält an. Durch das 3:0 bei Newcastle United bauten die Blues ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aus, weil die beiden Verfolger FC Liverpool (2:2 gegen Brighton & Hove Albion) und Manchester City (0:2 gegen Crystal Palace) patzten. Chelsea liegt nun drei Punkte vor Liverpool und fünf vor Man City. Die Fans stimmten bereits ihr Lied vom "super Tommy Tuchel an", was der Coach gar nicht gehört haben will: "Wenn es so ist, dann ist das natürlich toll." Tuchel und Chelsea, das ist jedenfalls eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Zur Erinnerung: Als der frühere Mainzer und Dortmunder Bundesliga-Coach im Januar dieses Jahres das Traineramt an der Stamford Bridge übernahm, lag der Klub auf Platz zehn. Am Ende gewann er die Champions League und wurde Tabellenvierter.

Krise I: Auch nach der Freistellung von Trainer Ronald Koeman geht es beim finanziell schwer angeschlagenen FC Barcelona weiter abwärts. Die Katalanen kamen unter Interimstrainer Sergi Barjuan gegen Deportivo Alaves nicht über ein 1:1 hinaus und liegen nun schon acht Punkte hinter Erzrivale Real Madrid, der beim FC Elche mit Toni Kroos in der Startelf 2:1 gewann. Neben dem neuerlichen sportlichen Rückschlag gab es bei Barça Sorgen um den argentinischen Stürmer Sergi Aguero, der vor der Pause mit Schmerzen in der Brust ausgewechselt und im Krankenhaus untersucht wurde. Die Hoffnungen der Barça-Fans ruhen nun darauf, dass Vereinslegende Xavi den Trainerjob übernimmt und den Klub aus der schweren Krise wieder herausführt.

Krise II: Der einstige Serienmeister Juventus Turin ist in Italien nur noch Mittelmaß. Nach dem 1:2 gegen Sassuolo am Mittwoch gab es nun mit dem 1:2 bei Hellas Verona die nächste Niederlage. Juve, das vor der Saison Superstar Cristiano Ronaldo nach Manchester ziehen lassen hatte, gewann nur vier seiner elf Ligaspiele. Die Rückholaktion von Trainer Massimiliano Allegri, der mit dem Rekordmeister zwischen 2015 und 2019 fünf Mal die Meisterschaft geholt hatte, macht sich nicht bezahlt. Eine Ablösung ist aber derzeit wohl eher unwahrscheinlich, Allegri hatte vor der Saison einen gut dotierten Vertrag über vier Jahre unterschrieben. Gegen Verona erzielte übrigens Giovanni Simeone beide Gegentreffer. Der 26-Jährige ist der Sohn von Diego Simeone, der seit 2011 den spanischen Meister Atlético Madrid erfolgreich trainiert.

Alter schützt vor Toren nicht: Der Schwede Zlatan Ibrahimovic hat sein 400. Liga-Tor bejubeln dürfen. Im Spitzenspiel zwischen AS Rom und dem AC Mailand erzielte der 40-Jährige den Führungstreffer für die Gäste und holte auch den Elfmeter heraus, den Frank Kessie verwandelte. Milan gewann am Ende gegen das Team von Startrainer José Mourinho mit 2:1. Zusammen mit dem SSC Neapel liegt Milan in Italien souverän an der Tabellenspitze der Serie A. Mourinhos Absturz mit Rom nimmt Fahrt auf. Mit nur 19 Punkten haben sie den Anschluss an die Spitze bereits verloren.

Sorge: Hinter dem Einsatz von Superstar Lionel Messi beim Champions-League-Gastspiel von Paris Saint-Germain am Mittwoch bei RB Leipzig steht ein Fragezeichen. Die Auswechslung beim 2:1 gegen Meister OSC Lille sei laut Trainer Mauricio Pochettino eine "Vorsichtsmaßnahme" gewesen. Er hoffe, dass es "keine große Sache ist". Ohnehin ist Messi in Paris noch nicht richtig angekommen. In fünf Ligaspielen ist dem sechsmaligen Weltfußballer weder ein Tor noch eine Vorlage gelungen. So wuchs in den vergangenen Wochen auch die Kritik an der Spielweise von PSG, wenngleich der Klub die Tabelle in der Ligue 1 souverän anführt und auch in der Königsklasse Gruppenerster ist. "Wir wollen nicht sechs Jahre warten, bis wir gut spielen", sagte nun Sportdirektor Leonardo, der aber Trainer Pochettino Rückendeckung gab. In Leipzig steht Torjäger Kylian Mbappé nach auskuriertem Infekt wieder zur Verfügung.

Sieglos: Die kommenden Gegner von Bayern München, Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg in der Champions League blieben am Wochenende allesamt ohne Sieg. Benfica Lissabon musste sich vor dem Gastspiel in München am Dienstag mit einem 1:1 bei GD Estoril Praia begnügen und verlor die Tabellenspitze an den FC Porto. Ajax Amsterdam, das den BVB vor gut zwei Wochen mit 4:0 gedemütigt hatte, musste vor dem Wiedersehen am Mittwoch in Dortmund ein 0:0 bei Heracle Almelo verkraften. Der Rekordmeister bleibt aber in der Ehrendivision Spitzenreiter vor Mario Götzes PSV Eindhoven. Das gilt auch für Österreichs Meister RB Salzburg, der beim SV Ried 2:2 spielte, aber mit elf Siegen aus 13 Spielen souverän die Tabelle anführt. Am Dienstag ist der Klub beim VfL Wolfsburg zu Gast.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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