Fußball-WM 2018

Erster Videoentscheid bei WM Frankreich müht sich zum WM-Auftaktsieg

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Antoine Griezmann tritt zum ersten Elfmeter an, der bei einer WM per Videobeweis entschieden wurde.

(Foto: dpa)

Mitfavorit Frankreich gewinnt sein WM-Auftaktspiel gegen Australien - doch das Team von Trainer Didier Deschamps tut sich lange schwer. Das Spiel in der Gruppe C ist die erste Partie in der WM-Historie, in der eine Entscheidung nach Videobeweis fällt.

Paul Pogba hat die hoch gehandelten Franzosen gegen kämpferisch starke Australier vor einem Fehlstart in die Fußball-WM bewahrt. Der Mittelfeldspieler schoss die lange Zeit enttäuschende Équipe Tricolore in Kasan in der 81. Minute zu einem schmeichelhaften 2:1 (0:0)-Auftaktsieg. Antoine Griezmann brachte Frankreich per Foulelfmeter nach dem ersten Videobeweis der WM in Führung (58.). Mile Jedinak erzielte vor 41.279 Zuschauern den verdienten Ausgleich für die Socceroos (62./Handelfmeter).

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Die hoch begabte Offensive um Griezmann, Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé konnte ihr Potenzial über 90 Minuten nur andeuten und scheiterte ein ums andere Mal an der robusten australischen Abwehr. Die Socceroos waren dicht an ihrem ersten Punktgewinn bei einer WM seit acht Jahren.

"Mit so einem blöden Glückstor zu verlieren ist ärgerlich. Aber es war ein gutes Spiel gegen eines der besten Teams der Welt", sagte Australiens Trainer Bert van Marwijk, der die Szene, die zum Elfmeter von Griezmann führte, zunächst anders eingeschätzt hatte: "Vom Gefühl her war es kein Elfmeter." Vom Ergebnis, ergänzte der Niederländer, sei er enttäuscht: "Wir hätten einen Punkt verdient." Und Frankreichs Coach Didier Deschamps bekannte: "Leicht war es nicht." Und weiter: "Uns haben die Rhythmuswechsel gefehlt, gelegentlich die richtigen Einschätzungen. Gegen Ende des Spiels hatten wir mehr Chancen. Wir haben die Arbeit erledigt, haben aber viel mehr drauf."

Deschamps, der vor 20 Jahren mit Frankreich als Kapitän den WM-Titel gewann, schickte die jüngste französische Startelf in einem WM-Auftaktspiel seit 1930 ins Rennen. Dabei berücksichtigte der Coach neben den beiden Bundesligaspielern Corentin Tolisso (FC Bayern München) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) auch den früheren Dortmunder Dembélé (FC Barcelona). Australiens niederländischer Trainer Bert van Marwijk verzichtete in der Startelf auf den 38 Jahre alten Rekordspieler Tim Cahill, dafür liefen Mathew Leckie (Hertha BSC) und Robbie Kruse (VfL Bochum) von Beginn an auf.

Frankreich fehlt Spielidee

Frankreichs junge Mannschaft war mit großen Erwartungen aus der Heimat in das Turnier gestartet und im insgesamt 60. WM-Spiel von Anfang an bemüht, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden. Bei idealen Bedingungen um die 20 Grad kam der Favorit durch Mbappé, dem jüngsten WM-Spieler Frankreichs überhaupt, Pogba und Griezmann zu ersten Möglichkeiten und bestimmte gegen die Außenseiter zunächst das Geschehen. Allerdings hatten die Australier in der 17. Minute die Chance zum Führungstreffer, doch Torhüter Hugo Lloris parierte in seinem 99. Länderspiel einen von Tolisso abgefälschten Ball.

Das körperbetonte Spiel der von Mittelfeldspieler Aaron Mooy angetriebenen Socceroos und ihre große Laufbereitschaft bereiteten den jungen Franzosen zunehmend Probleme, im Angriffsspiel der Les Bleus fehlten zündende Ideen und Durchsetzungsvermögen. Australien kam zu mehr Spielanteilen und setzte den EM-Zweiten häufiger unter Druck.

Auch eine taktische Umstellung im Angriff, wo der auf dem Flügel gestartete Griezmann und der in der Mitte agierende Mbappé die Positionen tauschten, brachte den Franzosen nicht mehr Schwung. Ein von Griezmann verwandelter Foulelfmeter nach Videobeweis bescherte dem Weltmeister von 1998 dann die 1:0-Führung. Doch kurz darauf unterlief Abwehrspieler Samuel Umtiti ein Handspiel im Strafraum - den Handelfmeter nutzte Jedinak zum Ausgleich für Australien, ehe Pogba doch noch den Siegtreffer erzielen konnte. Der Ball prallte dabei von der Unterkante der Latte knapp hinter die Linie.

Quelle: n-tv.de, ara/dpa/sid

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