Fußball-WM 2018

Französisches Talent im Formtief Ideenloser Dembélé gibt Rätsel auf

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Frankreichs Ousmane Dembélé wird beim zweiten WM-Spiel gegen Peru wohl zunächst auf der Bank sitzen.

(Foto: imago/PanoramiC)

Beim WM-Auftakt der französischen Fußball-Nationalmannschaft bleibt Ousmane Dembélé weit hinter den Erwartungen zurück. Damit setzt sich der Negativtrend des Ex-Dortmunders fort. Gegen Peru muss das Jungtalent der Équipe Tricolore zunächst wohl zuschauen.

Die russische Polizei patrouillierte, auch grimmig dreinblickende Soldaten sicherten das Training ab. Schilder mit der Aufschrift "Keine Fotos, keine Kameras" machten den Reportern endgültig klar, dass sie unerwünscht waren. Didier Deschamps wollte nach dem Holper-Start in die WM ungestört sein - und doch sickerte durch: Frankreichs Trainer hatte vor dem Abflug nach Jekaterinburg diesmal kein orangefarbenes Leibchen für Ousmane Dembélé.

"Wir müssen besser spielen", sagte Deschamps vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Peru (ab 17.00 Uhr im Liveticker bei n-tv.de): "Wir können und wir werden." Und dafür opfert der 49-Jährige offenbar Dembélé, den zweiten großen Jungstar in der Offensive der Équipe Tricolore neben Kylian Mbappé. Doch noch pokert Deschamps: "Wir werden sehen." Dembélé, 21 Jahre jung, ist gesegnet mit höllischem Tempo und Talent. Doch seit seinem mit einem Streik erzwungenen Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Barcelona vor knapp einem Jahr wirkt "Dembouz" seltsam gehemmt. Nur noch selten blitzte das Können des jungen Mannes auf - dabei hatten sie ihn in Barcelona als Neymar-Nachfolger auserkoren.

Und auch Frankreich fragt sich: Was ist bloß mit Dembélé los? Beim 2:1 zum WM-Auftakt gegen Australien fiel der Angreifer im Zusammenspiel mit den ebenfalls Hochbegabten Mbappé und Antoine Griezmann eher dadurch auf, dass er eigentlich nicht zu sehen war. Für ihn rückt wohl nun der technisch eher limitierte Olivier Giroud in die Startelf.

300-Millionen-Angriff enttäuscht bislang

"Es war eine schwierige Saison", hatte Dembélé schon vor der WM gesagt - und auf seine beiden Oberschenkelverletzungen aus dem September und Januar verwiesen. Spanische Medien machten aber auch nächtliche Ausflüge ins Partyleben für seine nicht überzeugenden Auftritte verantwortlich. Auch seine Chance zum Auftakt im 300-Millionen-Angriff mit Mbappé und Griezmann, der nominell wohl aufregendsten Offensive des Turniers, nutzte er nicht.

"Unsere Offensive war nicht so gut, wie sie sein sollte", meckerte Deschamps über den Auftritt gegen Australien: "Die drei haben nicht viel zusammengespielt." Dennoch hatte Frankreich - im Gegensatz zu Titel-Rivalen wie Deutschland, Brasilien, Argentinien oder Spanien - gewonnen. "Andere wären gerne in unserer Position", sagte Deschamps.

Gegen Peru wollen "Les Bleus" nachlegen, mit einem Sieg ist das Achtelfinal-Ticket so gut wie gebucht. Aber das reicht dem Mitfavoriten natürlich nicht. 20 Jahre nach dem WM-Triumph in Paris will die neue Generation nach dem Titel greifen. Dafür traf sich das Team nach dem Australien-Spiel zu einer Aussprache. "Wir haben eine Bestandsaufnahme gemacht, was gut oder schlecht gelaufen ist", sagte Abwehrchef Raphaël Varane: "Alle sind sich einig, dass wir unsere körperliche Intensität steigern und unsere Einstellung im Allgemeinen verbessern müssen." Und: "Wir wissen, in welche Richtung wir gehen müssen." Dembélé wird auf diesem Weg aber erst einmal am Rand sitzen.

Quelle: ntv.de, Kristof Stühm, sid

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