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Hurra, die Fußball-WM geht endlich los!
Hurra, die Fußball-WM geht endlich los!(Foto: imago/ITAR-TASS)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Der WM-Routenplaner bei n-tv.de: Klose zittert vor Ronaldo, die Fans vorm VAR

Von Christian Bartlau

Verehrte Leserin, verehrter Leser, werfen Sie bitte genau jetzt die Gläser an die Wand, es geht endlich los: Für einen Monat überstrahlt die Fußball-Weltmeisterschaft einfach alles - wer interessiert sich für Trump gegen den Rest der Welt, wenn er Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zuschauen kann? Eben. Damit Sie bei 64 Spielen an 32 Tagen nie den Überblick verlieren, versorgen wir Sie an dieser Stelle täglich mit allen wichtigen Fakten und abseitigen Informationen, die Sie brauchen, um vor dem Fernseher und im Büro zu bestehen: Für welches Spiel müssen Sie eine arglistige Magenverstimmung vortäuschen? Wann ist der beste Zeitpunkt, mal den Müll rauszubringen? Auf welches Team sollten Sie im Tippspiel setzen?

Dieses Spiel dürfen Sie nicht verpassen

Eröffnungsspiele taugen selten als Appetithäppchen, meist sind sie zäh, geprägt von Nervosität und überladen mit Erwartungen. Heute Abend wird der Begriff Vorfreude ganz neu definiert, mit Gastgeber Russland (70) und Saudi-Arabien (67) treffen gleich mal die Teams mit dem niedrigsten Ranking in der Weltrangliste aufeinander. Das will was heißen in einem Turnier, das uns noch mit Duellen wie Panama gegen Tunesien und Iran gegen Marokko beglücken wird.

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Und trotzdem sollten Sie am besten schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff (17 Uhr live in der ARD und im n-tv.de Ticker) einschalten. Robbie Williams singt bei der Eröffnungsfeier, wahrscheinlich eher nicht den Song "Party like a Russian", mit dem er sich in Russland wenig Freunde gemacht hat. Ein kleiner Auszug aus dem Text: "It takes a certain kind of man with a certain reputation / To alleviate the cash from a whole entire nation." Ob uns da jemand im Luschniki-Stadion einfiele, auf den diese Zeilen passen könnten?

Neben Williams hat sich auch noch Ronaldo angekündigt, also der echte Ronaldo, wie Lukas Podolski zu sagen pflegt, der Mann mit der Zahnlücke, der 1994 und 2002 mit Brasilien Weltmeister wurde und mittlerweile, nun ja, etwas außer Form geraten ist, in jeder Hinsicht. Trotzdem dürfte er noch der stärkste Stürmer im Stadion sein, und wer weiß, vielleicht verfügt Präsident Putin ja auch eine Blitzeinbürgerung und kleines dickes Ronaldo holt sich seinen WM-Torrekord von Miroslav Klose zurück. Jaja, alles recht unwahrscheinlich, also sehen Sie es einfach so: Es ist das einzige Spiel des Tages, der richtige Wahnsinn beginnt erst morgen. Dann gibt's 14 Tage lang drei, manchmal sogar vier Partien pro Tag. Da heißt es: rechtzeitig in Form kommen.

Zeit für ein WM-Päuschen

Gerade nach dem knapp vermiedenen Totalschaden in Leverkusen am Samstag ziemt es sich nicht, die Mannschaft aus Saudi-Arabien als Fallobst zu schmähen. Gastgeber Russland wird hoffentlich auch nicht so kraftlos durch die Gegend stolpern wie beim furchterregenden 0:1 im Test gegen Österreich. Aber falls das Spiel im Luschniki-Stadion Sie dann doch etwas langweilt, werfen Sie doch mal einen Blick auf den Second Screen. Auf unserer Homepage und in der n-tv-App finden Sie den Spielplan, Details zu allen Teams und Spielern sowie aktuelle Statistiken.

Werfen Sie doch außerdem einen ausführlichen Blick auf die famose Multimedia-Seite unserer Kollegen Juliane Kipper, Christoph Rieke und Lisa Schwesig. Die drei schärfen den Blick auf das Russland hinter dem internationalen Rauschmittel Fußball - mit spannenden Reportagen, Analysen und Interviews.

Was verursacht WM-Herzrasen?

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Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber sicher noch in der Vorrunde wird er Schlagzeilen machen - der Buhmann der abgelaufenen Bundesliga-Saison, der Videoschiedsrichter, korrekt "Video Assistant Referee", der von der Fifa in einem Tempo eingeführt wurde, das man sich für so manche Korruptionsermittlung wünschen würde. Von den 35 Referees der WM haben ganze vier schon in der Liga Erfahrungen mit dem VAR gesammelt. Nicht dazu gehört Néstor Pitana aus Argentinien, der das Eröffnungsspiel leitet.

Immerhin hat die Fifa einen Kritikpunkt der Fans aufgegriffen: Sie wird Clips der Szenen zeigen, die per VAR entschieden wurden. Allerdings erst nach der finalen Entscheidung durch den Schiedsrichter. Vorsicht allerdings beim Jubel: Schiri-Oberboss Pierluigi Collina hat die Assistenten auf dem Platz angewiesen, bei knappen Abseitsentscheidungen im Zweifel die Fahne unten zu lassen und, naja, abzuVARten.

Eine gute Nachricht gibt es für alle Kölner Keller: Ihr Leumund wird nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen, die Schiedsrichter sitzen im Video Operation Room in Moskau. Und zwar in voller Montage, "nicht wie Büroangestellte", wie Collina sagte. Ob die Videoschiris also auch Freistoß-Spray dabei haben? Und ob sie damit auch die sagenumwobene kalibrierte Abseitslinie auf den Monitor sprühen können? Unser Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt von Collinas Erben wird diese und andere Fragen beantworten, nach jedem Spiel der deutschen Mannschaft und immer dann, wenn die Fußballwelt mal wieder seufzt: Das kann doch nicht VAR sein ...

Ras, dwa, tri – die Zahl des Tages

1.450.000.000, oder einfacher gesagt 1,45 Milliarden Dollar hat die Fifa im gesamtem WM-Zyklus für Werbung kassiert - das sind 200 Millionen weniger als noch vor vier Jahren. Bevor wir die Schlagzeile "Gianni Infantino verwandelt Blatters Gelddruckmaschine in ein Armenhaus" tippen konnten, überschwemmte uns die Fifa allerdings mit Jubelbotschaften: Die Verluste 2017 sind geringer als gedacht, die Zukunftsaussichten "rosig", wie Infantino es formulierte. Und nun hat die Fifa auch noch einen neuen Geldgeber gefunden, und zwar den ersten seit fünf Jahren, der nicht aus Russland, Katar oder China stammt: "Egypt Experience & Invest" füllt den 20. von 34 Sponsorplätzen in Russland. Breaking News: In der Zürich Airport VIP Lounge wurde soeben eine La Ola entfacht.

Angeberwissen fürs Public Viewing

Erst seit der Weltmeisterschaft 1966 gibt es ein offizielles Eröffnungsspiel, die ersten vier (!) endeten jeweils mit 0:0. Das einzige wirkliche Torfestival zum Auftakt einer Weltmeisterschaft lieferte Deutschland - beim 4:2 gegen Costa Rica 2006. Und es ward Sommer.

Redelings WM-Zeitreise

Der Mann mit dem Archiv, das sogar den ehemaligen KGB-Agenten Wladimir Putin beeindrucken würde, versorgt Sie ab sofort jeden Tag mit einem WM-Histörchen. Den Auftakt macht der 14. Juni 1974, an dem ein bemerkenswertes Team in Deutschland sein Weltmeisterschafts-Debüt gibt. Lesen Sie seine irre Story über einen Zwergentorwart, einen Arschtritt für den Schiri und den kuriosesten Freistoß der WM-Geschichte.

Der Spruch zum Spieltag

"Glauben Sie etwa, dass das nicht alle Gastgeber machen?"

Der gefallene Engel Michel Platini vor einigen Wochen in seiner Beichte zur WM 98. Da hatten die Gastgeber bei der Auslosung getrickst, um Frankreich einen einfachen Weg ins Finale zu bescheren. Zur, nun ja, machbaren Gruppe A um Russland haben wir dann auch keine Fragen mehr.

Quelle: n-tv.de