Fußball-WM 2018

"Tiefgreifende Veränderungen" Löw und DFB vertagen Trainerfrage

Der DFB erwartet eine eingehende Analyse zum WM-Versagen der Nationalmannschaft. Damit soll es bereits in der kommende Woche losgehen. Dann soll sich auch Bundestrainer Löw zu seiner Zukunft äußern.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem blamablen Vorrundenaus bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland wieder in Deutschland gelandet. Der deutsche Fußballbund erwartet für die kommende Woche eine erste Fehleranalyse. "Wir haben im Flugzeug die Lage mit Manuel Neuer, Joachim Löw und Oliver Bierhoff erörtert", erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Frankfurter Flughafen. "Wir sind übereingekommen, dass die sportliche Leitung im Laufe der kommenden Woche der Führung des DFB eine erste sportliche Analyse vorlegen wird, und dann rechne ich auch damit, dass der Bundestrainer sich zu seiner Zukunft äußern wird."

Mögliche Rücktritte von Spielern erwarte Grindel nicht. "Ich will da nicht spekulieren. Ich habe keine Anzeichen dafür, aber das muss ja nichts heißen." Dem Bundestrainer stärkte er zudem den Rücken: "Wir sind im DFB-Präsidium der Ansicht, dass Jogi Löw der geeignete Mann ist, den Umbruch einzuleiten."

Zugleich kündigte er an, "tiefgreifende Veränderungen, die wir jetzt brauchen, auf den Weg bringen" zu wollen. Gemeinsam mit der Bundesliga soll überlegt werden, wie die "Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs" erhöht werden könne. Dazu verwies Grindel unter anderem auf die Trainerausbildung. Das liege nun in den Händen der Leitung der DFB-Akademie mit Bierhoff.

Diesen Umbruch sprach der Bundestrainer ebenfalls an. "Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen, und das müssen wir jetzt besprechen, wie wir das tun", sagte Löw. Das werde eine gewisse Zeit benötigen, denn "es gibt nicht einen Grund, sondern mehrere Gründe, warum wir gescheitert sind", sagte Löw.

"Sind wütend auf uns selbst"

Den Trainer nahm auch Manuel Neuer aus der Schusslinie. Auf die Spiele sei die Mannschaft gut vorbereitet gewesen, so der Kapitän, der die Verantwortung für das sportliche Ausscheiden vor allem bei sich selbst und den Teamkollegen sieht. "Wir haben es mit so tollen Spielern nicht geschafft, die Leistung auf den Platz zu bringen. Daher sind wir in erster Linie wütend auf uns selbst", sagte der 32-Jährige.

Teammanager Oliver Bierhoff bestätigte, dass es in der Nacht bereits Gespräche mit Spielern gegeben habe, um Gründe für das Aus zu erörtern. Die Bedingungen im eher kargen WM-Camp in Watutinki als einen Faktor geltend zu machen, wies Bierhoff jedoch von der Hand: "Wenn die Voraussetzungen dort ein Problem gewesen sein sollen, dann ist das das eigentliche Problem - nämlich eine Einstellungssache." Bierhoff versprach: "Die Energie kommt schnell wieder. Dann gilt es die Ärmel hochzukrempeln." Schließlich beginne im September bereits die Nations League.

Quelle: ntv.de, mba