Fußball-WM 2018

Ex-Weltmeister scheitert in der Vorrunde Uruguay beißt Italien weg

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(Foto: REUTERS)

Der viermalige Fußball-Weltmeister Italien scheitert bei der WM in Brasilien noch vor der K.o-Runde - die Azzurri verlieren gegen den direkten Kontrahenten Uruguay das Entscheidungsspiel. Aufreger der Partie ist eine unschöne Szene des uruguayischen Topstars Suárez.

Diego Godin hat Ex-Weltmeister Uruguay ins WM-Achtelfinale geköpft und den Vorrunden-K.o. des viermaligen Champions Italien besiegelt. Im entscheidenden letzten Gruppenspiel gewannen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) gegen das eine halbe Stunde in Unterzahl spielende Italien.

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Deutlich zu sehen: Die Bissspuren, die Suárez' Attacke bei Giorgio Chiellini hinterlassen haben.

(Foto: REUTERS)

Die Azzurri scheiterten damit zum zweiten Mal hintereinander nach 2010 in der WM-Vorrunde. Vor 39.706 Zuschauern in der Arena das Dunas in Natal erzielte Abwehrspieler Godin neun Minuten vor dem Ende das entscheidende Tor für Uruguay, das die Gruppe D als Zweiter hinter dem starken Außenseiter Costa Rica beendete und am Samstag im Achtelfinale in Rio de Janeiro antritt.

England verabschiedete sich derweil nach einem 0:0 gegen Costa Rica erstmals seit 1958 ohne Sieg von der WM-Bühne.

Azzurri fehlte Durchschlagskraft

Bei Italien sah Claudio Marchisio wegen groben Foulspiels die Rote Karte (59. Minute). Für den negativen Höhepunkt einer Partie mit vielen Fouls sorgte Uruguays Stürmerstar Luis Suárez. Der Uru-Torjäger biss seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter, Schiedsrichter Marco Rodriguez und seine Assistenten hatten die Szene aber nicht gesehen. Es gab deshalb keine Verwarnung oder eine Rote Karte für Suarez,

Zwei Minuten später sorgte Godin für die Entscheidung, als er einen Eckball von Gaston Ramirez per Kopf im Tor der Italiener unterbrachte. Um das gegen Costa Rica maue Angriffsspiel seiner Mannschaft zu beleben, hatte Coach Cesare Prandelli Angreifer Mario Balotelli den künftigen Dortmunder Ciro Immobile an die Seite gestellt.

Doch auch mit Doppelspitze fehlte den Azzurri in der Offensive jegliche Durchschlagskraft. Dabei machte die Squadra trotz der hohen Temperaturen um 28 Grad einen frischeren Eindruck als zuletzt und verfügte in Andrea Pirlo über einen exzellenten Ballverteiler. Der 35-Jährige holte sich die Bälle oft weit hinten, um das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln, doch zwingende Chancen blieben in einer von vielen erbitterten Zweikämpfen geprägten Partie trotz leichter Feldvorteile aus.

Noch die beste Gelegenheit besaßen die Italiener bei einem Pirlo-Freistoß aus gut 30 Metern, den Uruguays Schlussmann Fernando Muslera mit Mühe über die Latte lenkte (12.). Auch Uruguays Coach Oscar Tabarez ließ seine Mannschaft erstmals im Turnier im 3-5-2-System spielen.

Ballgeschiebe im Mittelfeld

Obwohl sie unbedingt gewinnen mussten, investierten die Südamerikaner aber nur wenig in das Spiel. In der Spitze wurde immer wieder der gegen England zweimal erfolgreiche Suárez gesucht, doch der Angreifer sah sich meist mehreren Abwehrspielern der Squadra gegenüber. Erst in der 33. Minute entzog sich der Superstar seinen Bewachern nach einem Doppelpass mit Edinson Cavani, konnte den glänzend reagierenden Gianluigi Buffon im Tor der Italiener aber aus spitzem Winkel nicht bezwingen. Auch beim Nachschuss von Nicolas Lodeiro war der gegen Costa Rica nicht fehlerfreie Keeper auf dem Posten.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte nahm Prandelli seinen Gelb-Sünder Balotelli vom Feld, brachte in Marco Parolo einen defensiven Akteur und stellte auf ein 3-6-1 um. Die Folge war noch mehr Ballgeschiebe im Mittelfeld. Erst in der 58. Minute gab es den nächsten Aufreger des Spiels durch Cristian Rodriguez, der zwei Italiener stehen ließ, aber knapp an der langen Ecke vorbeischoss.

Wenig später war das Spiel für Marchisio beendet, der nach einem Tritt gegen Egidio Arevalo vorzeitig in die Kabine geschickt wurde. In Überzahl gaben die Urus ihre Zurückhaltung auf und erhöhten den Druck. In der 66. Minute verhinderte Buffon gegen Suarez das drohende 1:0 für den Weltranglisten-Siebten, der in der Schlussphase mit Macht auf das Siegtor drängte und schließlich durch Godin erlöst wurde.

England fast nur mit Ersatzspielern

Vor den Augen von Prinz Harry machte England in Belo Horizonte seine größte WM-Pleite seit 56 Jahren perfekt. Damals hatten die Briten in Schweden aber immerhin drei Unentschieden geholt. Die Überraschungsmannschaft aus Costa Rica hatte nach ihren Siegen Italien und Uruguay (jeweils 2:1) schon vor dem Spiel als Teilnehmer am Achtelfinale festgestanden. Für die Ticos ist es die zweite Teilnahme an der K.o.-Runde nach 1990. Damals unterlag die Auswahl aus dem mittelamerikanischen Land der Tschechoslowakei mit 1:4.

Costa Rica ließ es gegen die nahezu komplette Ersatzbank der Three Lions sehr ruhig angehen. Die Mannschaft von Trainer Jorge Luis Pinto spielte mit angezogener Handbremse. In der zweiten Halbzeit sank das Niveau der Begegnung derart, dass die Zuschauer zu pfeifen begannen. Die englische Mannschaft war um einen anständigen Abgang bemüht, zu mehr aber war sie allerdings nicht in der Lage.

Quelle: ntv.de, Von Miriam Schmidt, dpa/sid