Technik

Prima Kamera, große Ausdauer Das iPhone 11 Pro Max ist schwer in Ordnung

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Auf der matten Glas-Rückseite hat das iPhone 11 Pro Max eine herausragende Triple-Kamera.

(Foto: kwe)

Das iPhone 11 Pro Max ist ein bemerkenswertes Gerät. Das liegt nicht nur an der starken Kamera-Austattung, sondern vor allem auch an seiner großen Ausdauer. Dafür akzeptieren die meisten Nutzer sicher, dass das Smartphone ganz schön was auf die Waage bringt.

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die Smartphone-Nutzer glücklich machen. So ist die neue Triple-Kamera des iPhone 11 Pro Max zwar außergewöhnlich gut. Noch schöner ist aber vielleicht seine hervorragende Laufleistung, die man so bei einem Apple-Smartphone noch nicht erlebt hat. Dass der Hersteller dafür die Doktrin von immer dünneren und leichteren Geräten endgültig über Bord geworfen hat, wird den meisten Nutzern wahrscheinlich völlig Wurst sein.

Große Ausdauer

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Solche Nachtaufnahmen waren bisher mit einem iPhone nicht möglich.

(Foto: kwe)

Tatsächlich ist das iPhone 11 Pro Max mit stolzen 226 Gramm eines der schwersten Smartphones, die man derzeit kaufen kann. Es bringt nochmal rund 20 Gramm mehr auf die Waage als der Vorgänger und ist mit 8,1 Millimeter auch noch etwas dicker. Die Ausdauer liegt also weniger an technischer Raffinesse als an einem deutlich größeren Akku.

Apple verspricht, dass das Gerät damit bis zu fünf Stunden länger als das iPhone XS Max durchhält. In der Praxis bedeutet das, dass man bei normaler Nutzung nahezu zwei Tage kein Ladegerät anschließen muss. Und selbst wenn man das Gerät ordentlich schuften lässt, bleibt meistens immer noch eine ausreichende Reserve für einen langen Feierabend übrig. Eine lange überfällige Premiere ist auch das 18-Watt-Netzteil, das eine entleerte Batterie in 30 Minuten zur Hälfte füllen kann. Leider werden Käufer eines einfachen iPhone 11 immer noch mit einem 5-Watt-Ladegerät abgespeist.

Design in natura gar nicht so schlecht

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Auch die Tele-Kamera ist nachttauglich. Allerdings rauschen Aufnahmen bei ihr schneller als bei der Hauptkamera.

(Foto: kwe)

Eine weitere große Verbesserung ist die Triple-Kamera auf der Rückseite. Das iPhone 11 Pro Max hat zusätzlich zu Haupt- und Tele-Kamera eine Ultraweitwinkel-Knipse an Bord. Die Objektive sitzen in einem quadratischen Kamera-Buckel, der sich aus der jetzt matten Rückseite glänzend hervorhebt. In der Realität sieht er bei weitem nicht so schlimm wie auf frühen Renderbildern aus, man kann das Design sogar mögen. Außerdem benötigen gute Kameras nun mal Platz, und die Triple-Knipse des iPhone 11 Pro Max ist richtig gut.

Grundsätzlich ist die gewählte Kamera-Kombination nichts Besonderes. Das bieten auch schon günstige Mittelklasse-Smartphones und so ausgestattete Top-Androiden haben die iPhones zuletzt ziemlich alt aussehen lassen. Doch Apple hat die Konkurrenten nicht nur eingeholt, sondern mit seiner Triple-Kamera als Gesamtpaket jetzt sogar leicht die Nase vorne.

Ausgezeichnete Nachtaufnahmen

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Der Weißableich ist nachts manchmal erstaunlich gut.

(Foto: kwe)

Das liegt vor allem an der Hauptkamera, die jetzt auch nachts ganz vorne mitknipsen kann. Im Vergleich zum Huawei P30 Pro geht sie zwar nicht so ins Detail und hellt leicht beleuchtete Objekte weniger auf. Dafür glänzt sie auch bei Dunkelheit mit ausgezeichneten Farben. Kein anderes Smartphone bringt derzeit im Nachtmodus die natürliche Stimmung besser rüber als das iPhone 11 Pro (Max). Am dichtesten dran sind in dieser Hinsicht Googles Pixel-3-Geräte.

Die optisch stabilisierte Hauptkamera liefert mit 12 Megapixeln (MP) Auflösung auch die aktuell überzeugendsten Porträtaufnahmen. Das liegt einerseits erneut an den schönen Farben. Andererseits wirkt auch das künstliche Bokeh des iPhone 11 Pro meistens natürlicher als bei Aufnahmen von Konkurrenz-Geräten. Tagsüber zeichnet sich die Hauptkamera ebenfalls durch stimmige Farben und Belichtungen aus, kann aber bei Schärfe und Details nicht immer Bestmarken setzen.

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Das Bokeh sieht fast natürlich aus, der Kopf ist gut freigestellt.

(Foto: kwe)

Grundsätzlich bietet die ebenfalls optisch stabilisierte 12-Megapixel-Telekamera die gleichen Vorteile wie die Hauptkamera. Allerdings liefert sie nur eine zweifache optische Vergrößerung, während Top-Androiden mit Dreifach- oder gar Fünffach-Zooms aufwarten. Außerdem rauschen bei ihre Aufnahmen schneller. Die Ultraweitwinkel-Kamera (12 MP) ist tagsüber zwar eine willkommene Ergänzung und liefert bei viel Licht auch schöne Ergebnisse. Nachts ist sie allerdings nicht zu gebrauchen und kann sich auch sonst kaum von der Ultraweitwinkel-Masse absetzen.

Herausragender Videomodus

Das ändert sich allerdings im Videomodus. Alle drei Kameras nehmen 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde (fps) auf. Man muss dies allerdings vorher einstellen, standardmäßig filmt das iPhone 11 Pro in Full-HD und 30 fps. Bei 4K/60 fps kann man ein Objektiv nur vor der Aufnahme wählen, sobald man auf 30 fps reduziert, klappt das auch während des Drehs.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Egal welche Einstellung man gewählt hat, kann das iPhone 11 Pro bei Videos enorm weich zoomen - da ruckelt überhaupt nichts. Man drückt dafür lediglich etwas länger auf die Objektiv-Auswahl und erhält dann ein großes Zoom-Rad angezeigt, über das die Bedienung ein Kinderspiel ist. Dazu kommt eine außerordentlich wirkungsvolle Stabilisierung, die seinesgleichen bei Smartphone-Kameras sucht.

Slofies für Spaßvögel

Das iPhone 11 Pro ist sogar so leistungsstark, dass man mit entsprechenden Apps alle drei Rück-Kameras sowie die Frontkamera gleichzeitig 4K-Aufnahmen machen lassen kann. Das werden Normal-Nutzer allerdings wohl noch seltener verwenden als die Zeitlupen-Aufnahmen der Frontkamera. Die Funktion ist ein netter Gag und "Slofies" gehen wahrscheinlich in den nächsten Wochen in sozialen Netzwerken steil. Sie ergeben aber im Alltag eher wenig Sinn. Wichtiger sind da schon die sehr ansehnlichen Selfie-Porträts mit feinem Bokeh der 12-Megapixel-Kamera.

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... Tele-Kamera, ...

(Foto: kwe)

Eine sinnvolle Kombination der Objektive auf der Rückseite sind Fotoaufnahmen beziehungsweise Videoaufnahmen "außerhalb des Rahmens". Dabei wird der gewählte Bildausschnitt erweitert, um später Luft für Verbesserungen zu haben. Das füllt zwar den Speicher, das iPhone löscht das zusätzliche Material aber automatisch nach 30 Tagen, wenn es nicht genutzt wird. Die Funktion passt prima zu iOS 13, das sehr viele Bearbeitungsmöglichkeiten auf dem iPhone für Fotos und Videos bietet.

Brillantes Display, Super-Chip

Das Display ist im Prinzip gleich geblieben, kann aber noch etwas heller leuchten als beim Vorgänger und hat einen noch größeren Dynamikbereich. 3D Touch hat sich Apple dafür gespart. Die Funktion wird jetzt durch "Haptic Touch" ersetzt, wie man es schon von Android kennt. Viele Nutzer werden den Unterschied gar nicht bemerken.

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... Ultraweitwinkel-Kamera.

(Foto: kwe)

Schließlich darf der A13-Chip nicht unerwähnt bleiben, der viele der oben genannten Kamera-Funktionen durch seine Leistungsfähigkeit erst möglich macht. Benchmark-Ergebnisse aufzulisten, ist überflüssig. Es genügt zu wissen, dass er vor allem grafisch die Konkurrenz in Grund und Boden stampft und noch lange nicht an seine Grenzen stößt. Apple muss sich erst noch etwas einfallen lassen, das den A13 wirklich richtig herausfordert.

Das gilt auch für den U1-Chip, der zur Ortung anderer so ausgestatteter Geräte ein sogenanntes Ultra-Breitband nutzt. Derzeit wird der Chip nur genutzt, um bei der Datenübertragung via Airdrop auf ein bestimmtes Gerät zu zielen. Laut Apple wird der Chip aber noch "großartige neue Funktionen möglich machen."

Verlockend, aber kein Muss

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Das OLED-Display kann noch heller leuchten als der Bildschirm des Vorgängers.

(Foto: kwe)

Alles in allem ist das iPhone 11 Pro Max keine Revolution, aber schon schwer in Ordnung. Vor allem für Besitzer älterer Apple-Smartphones ist es eine Verlockung. Man muss allerdings mindestens 1250 Euro für das Modell mit 256 Gigabyte (GB) Speicher hinblättern. Die günstigere Variante mit 64 GB ist für ein Gerät, das mit seinen Kameras den Speicher in wenigen Stunden füllen kann, eher eine Unverschämtheit. 1250 Euro sind eine Menge Geld und man sollte gut überlegen, ob man die neuen Kamera-Funktionen und die große Ausdauer wirklich braucht oder ob es das alte Smartphone vielleicht noch tut. Das ist nachhaltiger für die Umwelt und das Konto.

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Quelle: n-tv.de

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