Technik
(Foto: /Leaks)
Samstag, 15. September 2018

Heißer Oktober steht bevor: Das sind die iPhone-Herausforderer

Von Klaus Wedekind

Kurz nach dem Marktstart der neuen iPhones präsentieren drei Hersteller Top-Smartphones, die den Apple-Stars die Show stehlen sollen. Die Geräte sind vielversprechend, vor allem ein Handy steigt mit sehr breiter Brust in den Ring.

In diesen Tagen stehen die drei neuen iPhones im Rampenlicht, aber sie bekommen schon sehr bald starke Konkurrenz. Im Oktober stellen Huawei, Google und OnePlus Top-Smartphones vor, die sehr interessante Alternativen für Nutzer sein könnten, die nicht auf Apples Hardware fixiert sind.

Google legt vor

Den Anfang macht am 9. Oktober Google, das zwei neue Pixel-Geräte ins Rennen gegen die iPhones schickt. Wie zuvor bei Apples Handys ist im Vorfeld auch über diese Smartphones durch zahlreiche Leaks viel bekannt. Das Pixel 3 soll ein 5,5 Zoll großes Display im 2:1-Format haben, das mit 440 ppi eine sehr hohe Pixeldichte bietet. Das Pixel 3 XL könnte ein 6,7 Zoll großes Display im gleichen Format haben, das mit 495 ppi sogar noch etwas schärfer ist. Vermutlich hat nur das XL eine "Notch" für Frontkamera und Sensoren im Bildschirm, das kleinere Pixel soll ohne auskommen.

Vom Google Pixel 3 XL gibt es schon viele Fotos, da offenbar Geräte aus den Fabriken geklaut und verkauft wurden.
Vom Google Pixel 3 XL gibt es schon viele Fotos, da offenbar Geräte aus den Fabriken geklaut und verkauft wurden.(Foto: Telegram/Ivan Luchkov)

Im Inneren der Pixel-Geräte wird mit großer Wahrscheinlichkeit Qualcomms aktueller Top-Chip Snapdragon 845 werkeln, der auf 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der interne Speicher soll wahlweise 64 oder 128 GB groß sein. Die Akku-Kapazität des Pixel 3 XL beträgt vermutlich 3430 Milliamperestunden (mAh), die Batterie des kleineren Modells soll 2915 mAh fassen.

Interessant wird vor allem die neue 12-Megapixel-Kamera der neuen Google-Boliden, da sich das Pixel 2 im vergangenen Oktober an die Spitze von DxOMark knipste und das iPhone X hinter sich ließ. Außerdem sollen beide Geräte über Active Edge verfügen, eine Technik, bei der man verschiedene Funktionen starten kann, indem man den Rahmen drückt. Das Design bleibt offenbar schlicht und orientiert sich weitgehend an den Vorgängern. Attraktiv macht die Pixel aber, dass sie pures Google-Android bieten und die ersten sind, die Updates erhalten.

Hightech für wenig Geld

Das Bild des Online-Shops ist vermutlich nur ein Platzhalter, so ähnlich könnte das OnePlus 6T aber aussehen.
Das Bild des Online-Shops ist vermutlich nur ein Platzhalter, so ähnlich könnte das OnePlus 6T aber aussehen.(Foto: sinaimg.cn / via phoneradar.com)

Schnelle Aktualisierungen verspricht auch das OnePlus 6T, das für Mitte Oktober erwartet wird. Der Vorgänger jedenfalls hat am Beta-Programm für Android 9 (Pie) teilgenommen und soll demnächst bereits das neue Betriebssystem erhalten. Der größte Pluspunkt des chinesischen Smartphones dürfte aber wie wieder ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sein, bei dem Käufer Highend-Technik für relativ wenig Geld bekommen.

Laut "CNet" gehört zu der Ausstattung des OnePlus 6T sogar ein Fingerabdrucksensor, der ins Display integriert ist. Es wäre damit das erste weltweit erhältliche Smartphone mit dieser Technik und der neue "China-Kracher" hätte diesmal damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das dem OnePlus 6 noch fehlte.

Falls der Leak eines Online-Shops echt ist, sind auch weitere Details des OnePlus 6T schon bekannt. Das AMOLED-Display soll auf 6,4 Zoll angewachsen sein und 2340 x 1080 Pixel haben. Durch sehr schmale Ränder und den integrierten Sensor könnte das Gerät aber ungefähr gleich groß wie das OnePlus 6 sein. Außerdem ist offenbar die Notch viel kleiner geworden. Allerdings geht die Verschlankung auch auf Kosten der Klinkenbuchse, die beim 6T fehlen wird.

Für den Antrieb ist nach wie vor ein Snapdragon 845 zuständig, dem 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der interne Speicher ist 64, 128 oder 256 GB groß. Der Akku hat vermutlich eine Kapazität von 3500 mAh.

Das Huawei Mate 20 Pro sieht von vorne dem iPhone XS Max wohl ziemlich ähnlich.
Das Huawei Mate 20 Pro sieht von vorne dem iPhone XS Max wohl ziemlich ähnlich.(Foto: /Leaks)

Auf der Rückseite soll ähnlich wie beim Huawei P20 Pro eine Triple-Kamera sitzen. Sie besteht dem geleakten Datenblatt nach aus zwei Kameras mit 20 und 12 Megapixeln sowie einer dritten Linse zum Bestimmen von Abständen. Auch die Frontkamera soll mit 24 Megapixeln und Blende f/1.4 außergewöhnliche Werte aufweisen.

Huawei fährt groß auf

Der größte Herausforderer der neuen iPhones wird voraussichtlich das Huawei Mate 20 Pro werden. Eine Hauptrolle spielt dabei der Chip Kirin 980, den die Chinesen kürzlich im Rahmen der IFA schon präsentiert haben. Er wird wie Apples A12 im 7-Nanometer-Verfahren in den Fabriken des taiwanischen Herstellers TSMC gefertigt, soll enorm leistungsstark und effizient sein sowie mit zwei neuronalen Prozessoren noch bessere KI-Fähigkeiten als der Kirin 970 haben.

Der neue Super-Chip beschleunigt unter anderem die Bilderkennung und die Triple-Kamera des Mate 20 Pro dürfte die Top-Kamera des P20 Pro überflügeln, die vor allem bei Nachtaufnahmen derzeit unschlagbar ist. Spannend wird sein, ob da die iPhone-Riege mit ihren vom A12 "Bionic" bedienten Kameras da mithalten können.

Die weiteren Werte des Huawei Mate 20 Pro dürften standesgemäß sein. Weniger als 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB interner Speicher sind unwahrscheinlich. Und der Akku soll mit einer Kapazität von 4200 mAh die Konkurrenz schmalbrüstig aussehen lassen.

In Sachen Gesichtserkennung schließt Huawei vielleicht zu Apple auf. Ein Foto, das "/Leaks" veröffentlicht hat, zeigt angeblich die Vorderseite des Mate 20 Pro mit einem vermutlich 6,9 Zoll großen AMOLED-Display. Auffallend ist die große Notch, die wie beim iPhone X und dessen Nachfolgern neben der Frontkamera Sensoren zur 3D-Gesichtserkennung beherbergen könnte. Eventuell kommt das Gerät auch mit einem integrierten Fingerabdrucksensor, wahrscheinlich aber ist die eine oder andere Technik wie beim P20 Pro einer Porsche-Design-Variante vorbehalten.

Quelle: n-tv.de