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Zusätzliche Software überflüssig Defender ist bester Schutz für Windows 10

Der vorinstallierte Microsoft-Virenwächter macht seinen Job einwandfrei.

Der vorinstallierte Microsoft-Virenwächter macht seinen Job einwandfrei.

(Foto: dpa/Kaspersky/kwe)

Viele Windows-10-Nutzer haben zusätzliche Antivirus-Software installiert, um ihren Rechner vor Angreifern zu schützen. Ein aktueller Test zeigt, dass das nicht nötig ist, Microsofts Bordmittel Defender absolviert ihn fehlerfrei mit voller Punktzahl.

Nachdem der Microsoft Defender anfangs beim Schutz von Windows 10 noch schwächelte, steigerte sich das vorinstallierte Gratis-Programm kontinuierlich und zeigte schon im vergangenen Jahr, dass eine zusätzliche Antivirus-Software eigentlich unnötig ist.

Wiederholt schnitt der Defender in verschiedenen Tests stark ab, unter anderem lobte Stiftung Warentest, Microsofts Bordmittel erkenne Bedrohungen ebenso schnell wie die sehr guten Konkurrenzprodukte. Auch bei AV-Test etablierte sich der Defender als "Top Product" und hat jetzt sogar den jüngsten Test des Prüf-Instituts gewonnen.

Zwei Testkandidaten mit weißer Weste

Insgesamt prüfte AV-Test im Mai und im Juni 40 Antivirus-Programme. Um ihre Schutzwirkung zu beweisen, mussten sie 22.000 Malware-Angriffe abwehren. Dabei durften sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, beispielsweise URL- und Web-Filter, die verhaltensbasierte Erkennung und Heuristiken gegen Bedrohungen, für die noch keine Patches existieren (Zero-Day-Bedrohungen). Gleichzeitig durften die Testkandidaten keine Fehlalarme bei über eine Million gutartigen Webseiten und Dateien auslösen. Schließlich prüfte AV-Test noch, ob die Viren-Wächter Computersysteme durch ihre Arbeit zu sehr ausbremsen.

Acht Antivirus-Programme erhielten die volle Punktzahl 18. Aber nur zwei leisteten sich keinen einzigen Fehler oder Fehlalarm, erkannten alle Angreifer und belasteten Systeme nur unwesentlich: Kaspersky Internet Security und der Microsoft Defender.

Weniger ist mehr

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Damit ist der Fall eigentlich klar: Erstens ist der Defender gratis, Kaspersky Internet Security kostet Geld. Zweitens erhöht jedes Programm, das man nicht installiert, die Sicherheit. Denn zusätzliche Software stellt immer eine weitere potenzielle Fehlerquelle dar. Das gilt nicht nur auch für Antivirus-Programme, sondern ganz besonders für diese Art von Software. Denn um ihre Arbeit tun zu können, müssen sie tief ins System eingreifen dürfen und Berechtigungen haben, die Angreifer ausnutzen können. Das passiert immer wieder, zuletzt musste laut "Heise Online" Hersteller Avast eine brandgefährliche Komponente in seinem Schutz-Programm deaktivieren.

Auch beim Defender können solche Probleme nicht ausgeschlossen werden, vor rund drei Jahren musste das BSI vor einer kritischen Schwachstelle in Microsofts Bordmittel warnen. Allerdings dürfte das Risiko, dass es zu solchen Code-Pannen kommt, bei Software, die aus dem gleichen Haus wie das Betriebssystem kommt, grundsätzlich kleiner sein.

Quelle: ntv.de, kwe