Technik

Eine echte HerzensangelegenheitDie Apple Watch 12 nimmt es ganz genau

02.10.2026, 17:59 Uhr
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Apple Watch 12 Test (2 von 3)
Die Apple Watch 12 misst nicht nur den Herzschlag besonders präzise. (Foto: kwe)

Die Apple Watch 12 ist ein größeres Upgrade als man ihr zunächst ansieht. Denn sie misst mit einem neuen Sensoren-System die Herzfrequenz sowie andere Körperdaten besonders präzise. Damit kann sie nicht nur genauere, sondern auch völlig neue Informationen wie eine Tagesform liefern - wenn man es ertragen kann.

Bei Apples September-Show ging die neue Apple Watch 12 etwas unter, da das iPhone-18-Pro-Duo und natürlich das iPhone Duo die meiste Aufmerksamkeit erhielten. Doch sie ist einen genaueren Blick wert, denn sie hat weit mehr als den neuen S11-Chip zu bieten. Ob sie es deswegen Wert ist, gekauft zu werden, hängt auch von der Tagesform ab.

Die Displays der Watch 12 sind mit 42 und 46 mm gleich groß geblieben. Allerdings sind die Rahmen um jeweils 1 mm breiter als bei den 11ern. Dass damit ein etwas dickerer Rand um den Bildschirm verbunden ist, sieht man bestenfalls im direkten Vergleich. Interessant ist die Veränderung aber trotzdem, denn sie deutet auf ein teilweise völlig neues Innenleben hin, das mehr Platz benötigt.

Präzisere Messwerte

Wenn man die Uhr umdreht, sieht man, worum es sich in erster Linie handelt: Die Apple Watch 12 hat neue optische (grüne LEDs) und elektrische Herzsensoren. Zusammen mit den Sensoren für die Messung von Blutsauerstoff, Hauttemperatur und EKG sind sie auch völlig neu angeordnet.

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Links die Unterseite der Watch 12, rechts die der Watch 11. (Foto: kwe)

Das neue System ermöglicht es der Watch 12, rund um die Uhr alle fünf Sekunden die Herzfrequenz zu messen. Damit sollen grundsätzlich Fitness- und Gesundheitswerte präziser erfasst werden als bisher. Das zu testen, überfordert die Möglichkeiten von ntv.de, aber es gibt auch eine direkt sichtbare Neuerung als Konsequenz: die neue Herzschlag-Komplikation für Ziffernblätter der Watch 12.

HFV-Ermittlung rund um die Uhr

Das hat Apple wie immer optisch sehr ansprechend umgesetzt. Interessant ist aber eher, dass durch die neue Sensorik die Messung der Herzfrequenzvariabilität (HFV) wesentlich verbessert wurde. Sie erfasst den Wert alle fünf Minuten, was 24 Mal häufiger als bei der Vorgängerin ist.

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Die neue Tagesansicht mit Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität. (Foto: kwe)

Damit sammelt sie genug HFV-Daten über den Tag und kann Veränderungen nicht erst in der Nacht erkennen. Dabei gibt es neben einer allgemeinen Variabilität eine HFV in Erholungsphasen. Sie soll besser geeignet sein, um alltägliche Signale von Stress und Erholung zu erkennen.

Jetzt zählt die Tagesform

Die neue Daten-Vielfalt resultiert zunächst in einer neuen Tagesansicht mit Herzfrequenz und HFV, die man unter Vitalzeichen abrufen kann. An gleicher Stelle gibt es jetzt auch die Tagesform. Für sie berechnet die Uhr anhand der Herzfrequenz- und HFV-Daten in Kombination mit dem Schlafindex, Trainingsbelastung und Aktivitäten einen Wert zwischen 0 und 10. Unterteilt wird die Tagesform aufsteigend in "Erholen", "Kräfte einteilen", "Bereit" und "Leg los".

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"Bereit" für einen aktiven Tag. (Foto: Apple)

Das können andere Smartwatches wie die Google Pixel Watch (Tagesform-Index) schon länger. Doch die Watch 12 aktualisiert den Wert über den Tag kontinuierlich anhand neuer Daten. Das ist am ehesten mit der "Body Battery" von Garnim zu vergleichen, aber auch Samsung aktualisiert den "Energy Score".

Schlafermittler oder -räuber?

Problematisch ist unter Umständen, dass die Watch 12 für die Ermittlung der Tagesform nachts getragen werden muss, der erste Wert wird nach sieben Nächten angezeigt. Das mag für die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer keine große Sache sein, viele Menschen aber möchten im Bett eigentlich keine Uhr tragen und schlafen mit der Watch 12 schlechter.

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So sieht es aus, wenn man gut geschlafen hat. (Foto: Apple)

Die Aussagekraft der so ermittelten Werte ist damit entsprechend schwach, vergleichbar einer Beobachtungsstudie, in der Messinstrumente deren Ergebnisse beeinflussen. Immerhin bleibt dann aber noch die Tagesansicht mit Herzfrequenz und HFV.

Exaktere Schritterkennung

Eine weitere Besonderheit der Watch 12 ist laut Apple eine genauere Schritterkennung. Das hat sich - bei durchschnittlich 10.700 Schritten in der vergangenen Woche - im Test nicht bestätigen lassen. Das liegt vermutlich daran, dass es sich dabei um Outdoor-Aktivitäten handelte. Apple betont aber vor allem die durch den S11-Chip und KI verbesserte Erkennung bei Indoor-Geh- und Lauftrainings.

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Der Freitag hat noch Luft nach oben. (Foto: kwe)

Ebenso war kein relevanter Unterschied bei der Laufzeit im Vergleich zur Watch 11 zu erkennen. Er mag vorhanden sein, ist aber zu gering, um ohne Labormessungen ermittelt zu werden. Laut Apple soll die Batterie beim Outdoor-Training bis zu 25 Prozent länger durchhalten, wobei aber unter anderem die tatsächlichen Zeiten auch vom Mobilfunknetz, Signalstärke et cetera abhängen.

Rasend schnell geladen

Wichtiger - vor allem, wenn man sie rund um die Uhr trägt - ist, dass die Watch 12 schneller geladen werden kann. 15 Minuten reichen für bis zu zwölf Stunden Laufzeit. Das hat der Praxistest weitgehend bestätigt.

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Ebenso funktioniert die Erkennung wichtiger Geräusche wie Sirenen. Man muss sie aber vorher auf dem iPhone - nicht in den Watch-Einstellungen - unter Bedienungshilfen - Geräusch- & Namenserkennung aktivieren. Außerdem kann man Musik in der Umgebung mit Shazam erkennen lassen.

Fazit

Die Apple Watch 12 lohnt sich vor allem für Menschen, die die neuen Fitness- und Gesundheitsfunktionen nutzen möchten und können. Hier bietet sie einen großen Fortschritt im Vergleich zur Vorgängerin. Ansonsten kann man auch zur wesentlich günstigeren Watch S3 greifen.

Quelle: ntv.de

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