Kamera, Leistung, AusdauerDamit glänzt das iPhone 18 Pro im Alltag
Von Klaus Wedekind.webp)
Das iPhone 18 Pro ist keine spektakuläre Neuheit, aber es hat drei Verbesserungen, die es an die Smartphone-Spitze setzen. Eine höhere Ausdauer und neue Kamerafunktionen machen sofort einen Unterschied, die enorme Leistung des A20-Pro-Chips zahlt sich bei kommenden Aufgaben in der Zukunft aus.
Der große Star bei Apples September-Show war natürlich das iPhone Duo, das erste faltbare Smartphone des US-Konzerns. Doch was die Umsätze betrifft, wird es die beiden Pros nicht übertreffen können, die schon im vergangenen Jahr ein Verkaufsschlager waren. Laut Apples Jahresbericht verdankte ihnen das Unternehmen im Smartphone-Bereich einen Anstieg von 201,2 auf 209,6 Milliarden US-Dollar.
Auch das neue iPhone 18 Pro könnte wieder weggehen wie warme Semmeln, obwohl die Unterschiede zum Vorgänger nicht allzu groß sind. Denn in drei Bereichen hat es signifikante Fortschritte gemacht, wie der Praxistest von ntv.de ergeben hat.
Eine sichtbare optische Änderung stellen zunächst neue Farben dar, beispielsweise das Burgunderrot des Testgeräts. Wenn man genau hinsieht, fällt auch auf, dass das Dynamic Island um rund 25 Prozent schmaler geworden ist. Das ist Apple gelungen, indem es die Infrarotkamera der Gesichtserkennung (Face ID) links oben unter dem Display verstecken konnte. Dazu wurde in einem kreisförmigen Bereich die Anzahl der Pixel halbiert und gleichzeitig die Helligkeit erhöht. So ist die IR-Kamera praktisch nicht zu sehen.
Man kann jetzt im Dynamic Island auch drei laufende Aktivitäten anzeigen lassen, zum Beispiel abgespielte Musik, eine gestartete Navigation und einen laufenden Timer. Im Alltag spielt das keine allzu große Rolle. Die geringere Größe der Aussparung im Display nimmt man kaum wahr, drei aktive Apps nutzt man selten.
Enorm leistungsfähig, effektiv gekühlt
Ein starkes Stück ist Apples neuer A20 Pro, der das iPhone 18 Pro antreibt. Mit ihm schneidet das Gerät in Benchmark-Tests nochmals deutlich besser ab als sein Vorgänger, der bereits mit dem A19 Pro der Android-Konkurrenz das Fürchten lehrte. Im Geekbench 7 erreichte das 18 Pro im Test der zentralen Recheneinheit (CPU) beispielsweise mit einem Kern 4015 und allen sechs Kernen 11.261 Punkte. Das A17 Pro kam hier auf 3230 und 8851 Punkte. Im Test der Grafikeinheit (GPU) schaffte das neue Pro beeindruckende 63.061 Punkte, der Vorgänger "nur" 42.738.
Eine vergrößerte Dampfkammer, eine seitliche Platzierung des Chips und eine Verlagerung des Arbeitsspeichers ermöglichen eine direktere und damit effizientere Wärmeableitung am Chip. So bleibt das Gerät kühl genug, um Höchstleistungen auch über einen längeren Zeitraum halten zu können. Eine heiße Rückseite stellte ntv.de zu keinem Zeitpunkt fest.
Im Alltag spürt man den Leistungsunterschied kaum oder gar nicht. Das kann sich aber in der Zukunft noch ändern, unter anderem, wenn Apple mehr anspruchsvolle KI-Modelle auf dem Gerät ausführen möchte, statt sie auf Cloud-Server auszulagern. In diesem Zusammenhang ist vielleicht Geekbench AI interessant, mit dem man auch die Leistungsfähigkeit des neuralen Prozessors (NPU) messen kann. Diese Disziplin entschied das iPhone 18 Pro gegenüber dem Vorgänger mit 7012, 52669 und 71531 zu 56681, 38631 und 53621 Punkten (Single Precision, Half Precision, Quantized).
Aktuell beherrscht das neue Flaggschiff auch nicht mehr KI-Kunststücke als die Vorgänger-Generationen. Viele neue Funktionen von iOS 27 stehen in der EU vorerst nicht zur Verfügung oder werden allgemein mit Updates nachgereicht.
Gesteigerte Ausdauer, schnell geladen
Die enorme Leistungsfähigkeit geht zum Glück nicht zulasten der Ausdauer. Im Gegenteil: Das iPhone 18 Pro hält merklich länger durch als der Vorgänger. Im Praxistest hatte das Gerät bei normalem Gebrauch zur Bettruhe durchschnittlich immer noch rund 40 Prozent Reserve. Auch an intensiven Test-Tagen wurde die 20-Prozent-Marke nur einmal nach rund 16 Stunden unterschritten.
Die erhöhte Ausdauer liegt nicht nur an einem effizienten Chip und anderen verbesserten Komponenten, Apple hat auch die Akku-Kapazität ein wenig vergrößert. Im Notfall kann das iPhone 18 Pro mit einem entsprechend leistungsfähigen Netzteil schnell aufgetankt werden. Eine leere Batterie ist nach 15 Minuten etwa wieder halb voll.
Variable Blende und Pro-Einstellungen
Eine echte Neuheit in einem iPhone ist die variable Blende der Hauptkamera. Das heißt, sie lässt sich mechanisch in vier Stufen zwischen f/1.8 und f/4.0 verstellen, was sich unter anderem auf die Tiefenschärfe auswirkt: Je offener die Blende, desto früher verschwimmen Objekte im Hintergrund, umgekehrt erhöht sich die Tiefenschärfe.
Das ist eigentlich eine großartige Sache, doch wenn man die variable Blende zum ersten Mal ausprobiert, stellt man fest, dass sich der Effekt in engen Grenzen hält. Das liegt daran, dass die Automatik die Verschlusszeit anpasst. Hier ist die Grundregel: Kürzere Belichtungen führen zu früherer Unschärfe und umgekehrt.
Richtig interessant wird es also erst, wenn man beides manuell regelt, was die neuen Pro-Einstellungen ermöglichen, die man auf dem Display über das Sechs-Punkte-Menü rechts neben dem Auslöser öffnet. Man kann den Effekt zwar nicht mit den Möglichkeiten einer Systemkamera vergleichen, aber er hat etwas. Insgesamt ist die Qualität der Fotos exzellent, unterscheidet sich aber kaum von den Aufnahmen des Vorgängers oder des iPhone 16 Pro.
Das Gleiche gilt für die Videos. Die Resultate sind herausragend gut, aber das waren sie auch schon beim iPhone 17 Pro. Ein Herausstellungsmerkmal des Neulings ist aber, dass man auch nachträglich den Kino-Modus anwenden kann. So wird unter anderem bei Personen der Hintergrund unscharf gestellt. Das klappt gut und der Effekt ist so gelungen wie als Einstellung während der Aufnahme. Doch die Bildwiederholfrequenz darf 60 Aufnahmen pro Sekunde nicht überschreiten.
Fazit
Das iPhone 18 Pro ist eine harte Nuss für die Android-Konkurrenz. Es ist außerordentlich leistungsfähig, bietet insgesamt das beste Kamera-Paket und lässt bei der Ausdauer die meisten Kontrahenten hinter sich. Allerdings ist es auch extrem teuer. Die günstigste Variante mit 256 Gigabyte (GB) Speicher kostet knapp 1450 Euro, für das Modell mit 2 Terabyte (TB) muss man rund 2950 Euro hinblättern.
Wenn man bereits ein vier oder fünf Jahre altes iPhone hat, lohnt sich die Investition, wenn man Apple Intelligence nutzen möchte und mehr als gelegentlich Schnappschüsse aufnimmt. Ein Upgrade von einem iPhone 15 Pro oder jünger ist eher Luxus. Man wartet dann vielleicht besser ab, was Apple im nächsten Jahr zum 20. Geburtstag aus dem Hut zaubert.
