Technik

Gefertigt in DeutschlandEuropäisches Datenschutz-Smartphone Punkt MC03 startet

30.06.2026, 14:54 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Punkt. MC03 Front and Rear View
Vorder- und Rückseite des Punkt MC03. (Foto: Punkt)

Das Punkt MC03 ist ein Smartphone, das ohne integrierte KI konsequent auf Datenschutz und Sicherheit ausgelegt ist. Es wird in der Schweiz entwickelt, in Deutschland gefertigt und ab sofort ausgeliefert.

Vielen Nutzerinnen und Nutzern ist bewusst, dass ihnen ihre Smartphones nicht wirklich uneingeschränkt gehören. Sie haben nicht die volle Kontrolle über ihre Daten und sind abhängig von US-Konzernen und deren Entscheidungen. Das Schweizer Unternehmen Punkt setzt dagegen mit seinen Geräten voll auf Privatsphäre, Datenschutz und Selbstbestimmung.

Mittelklasse-Hardware, gefertigt in Bochum

Sein jüngstes Smartphone ist das ab sofort erhältliche MC03. Es könnte den Durchbruch bringen, denn es beseitigt einen entscheidenden Nachteil des Vorgängers. Punkt hat dabei speziell Firmenkunden im Blick, aber auch Privatpersonen können das Gerät für knapp 700 Euro kaufen.

Punkt. MC03 Production
Ein Einblick in die Fertigung. (Foto: Punkt)

Das Gerät wird in Deutschland von Gigaset in Bochum gefertigt. Das heißt, hier werden die Komponenten zusammengesetzt, nur das Gehäuse stammt aus Deutschland. Alles andere ist überwiegend gute Mittelklasse-Hardware. Das 230 Gramm leichte MC03 hat ein OLED-Display mit 6,67-Zoll-Diagonale und integriertem Fingerabdrucksensor. Es bietet eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hertz, eine scharfe Auflösung mit 400 Pixeln pro Zoll (ppi) und kann bis zu 550 Nits hell leuchten.

Angetrieben wird das Gerät vom MediaTek-Chip Dimensity 7300, der unter anderem auch im CMF Phone 2 Pro steckt. Der Arbeitsspeicher ist 8 Gigabyte (GB) groß.

MC03 Lifestyle_2
Die Benutzeroberfläche ist extrem minimalistisch gehalten und soll die bewusstere Nutzung fördern. (Foto: Punkt)

Der Akku hat eine Kapazität von 5200 Milliamperestunden und kann problemlos ausgetauscht werden. Trotzdem ist das Smartphone nach IP68 staub- und wasserdicht. Sein Flash-Speicher bietet nur 256 GB, aber er kann mit microSD-Karten erweitert werden. Es gibt einen Einschub für SIM-Karten, das Handy unterstützt aber auch eSIMs.

Auf der Rückseite hat das Punkt MC03 eine Hauptkamera mit 64 Megapixeln (MP). Dazu kommen eine 8-MP-Ultraweitwinkel-Kamera und eine 2-MP-Makro-Kamera. Die Frontkamera löst mit 32 Pixeln auf.

AphyOS macht den Unterschied

Wichtiger als die Hardware ist das Betriebssystem AphyOS des Schweizer Unternehmens Apostrophy. Es basiert auf Android, wobei es sich um einen besonders sicheren (gehärteten) Ableger (Fork) handelt, vergleichbar mit GrapheneOS. Punkt bezeichnet das Betriebssystem als "das beste zugängliche sichere OS der Welt".

AphyOS zeichnet sich unter anderem durch eine minimalistische Oberfläche ohne Farben aus. Entscheidend ist aber seine Zweiteilung. Es gibt den abgeschirmten Vault, der nur von Punkt geprüfte Apps zulässt. Dazu gehören der Schweizer Messenger Threema und Anwendungen des ebenfalls auf Sicherheit und Datenschutz ausgelegten Schweizer Unternehmens Proton. Von ihm stammen unter anderem E-Mail-App, Cloud-Service und VPN. Aktuell sind 30 Anwendungen für den Vault zugelassen. Punkt verspricht, nur Apps den Zutritt zu gestatten, bei denen Drittanbieter-Tracking und Daten-Profiling ausgeschlossen sind.

Whatsapp und KI ja, aber nur auf Wunsch

Der zweite Bereich wird "Wild Web" genannt. Hier kann man - wenn man möchte - auch Google-Apps, Whatsapp, Instagram et cetera installieren. Die Anwendungen müssen sich aber streng an das Sandbox-Prinzip halten. Das heißt, sie haben bei weitem nicht die Freiheiten wie auf normalen Android-Smartphones. Sie laufen unter anderem in voneinander isolierten Umgebungen und können nicht ohne ausdrückliche Genehmigung auf Systemfunktionen oder Daten anderer Apps zugreifen.

Der sogenannte Data Ledger gewährt Einblick in die Datennutzung der Anwendungen und soll die volle Kontrolle von Zugriffen und Berechtigungen ermöglichen. Der Carbon Ledger bietet ähnliche Funktionen bei der Nutzung von Hintergrund-Daten und optimierter Batterienutzung. Und ganz wichtig: KI ist bei AphyOS nicht integriert. Wer sie nutzen möchte, muss entsprechende Apps installieren und ihnen gezielt Berechtigungen geben.

Garantierte Updates statt Abo

Noch im Januar kündigte Punkt das MC03 mit den Konditionen des Vorgängers an. Das heißt, nach einem Jahr sollte man ein Abo abschließen, um weitere Software-Updates zu erhalten. Das wurde inzwischen kassiert. Jetzt kommt das Punkt MC03 mit garantierten drei Jahren Funktionsupdates und fünf Jahren Sicherheitsupdates.

Damit legt Punkt wie andere kleine Hersteller, die bei der Gewinnmarge um jeden Cent kämpfen, die EU-Ökodesign-Verordnung freizügig aus. Sie verlangt eigentlich nach Verkaufsende eines Geräts noch fünf Jahre kostenlose Aktualisierungen mit neuen Funktionen.

Quelle: ntv.de, kwe

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