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Spionen genügt ein Anruf Gefährliche Sicherheitslücke in Whatsapp

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Ohne Update kann ein Whatsapp-Anruf sehr gefährlich werden.

(Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp)

Whatsapp-Nutzer sollten so schnell wie möglich die App aktualisieren. In dem Messenger wurde eine Schwachstelle entdeckt, über die Angreifer eine Spionage-Software installieren können.

Facebook empfiehlt Whatsapp-Nutzern dringend, die Messenger-App auf den neuesten Stand zu bringen. Das Unternehmen schließt mit dem jüngsten Update eine Sicherheitslücke, die es Angreifern ermöglicht, die Geräte mit einem präparierten Anruf in Spionage-Werkzeuge zu verwandeln, die ihre Nutzer über Kameras und Mikrofone beobachten und belauschen. Die dabei installierte Software kann außerdem E-Mails scannen und ein Bewegungsprofil des Opfers erstellen.

Hinter der Angriffs-Technologie werde die israelische Firma NSO vermutet, die Spionage-Werkzeuge an Regierungen verkauft, berichtete die "Financial Times". Whatsapp geht davon aus, dass Ziel der Angriffe lediglich einige ausgewählte Nutzer geworden sein dürften.

Menschenrechtler im Visier

Aufgeflogen ist die Spionage-Aktion, weil ein Londoner Menschenrechts-Anwalt am Wochenende über die Schwachstelle Ziel einer versuchten Attacke geworden war. Die "New York Times" schreibt, der Anwalt sei misstrauisch geworden, nachdem er mehrere Whatsapp-Anrufe aus Schweden zu seltsamen Zeiten verpasst habe. Daraufhin habe er das Citizen Lab an der Universität von Toronto informiert. Der Jurist vertrat pikanterweise unter anderem arabische Dissidenten, mexikanische Journalisten und Aktivisten, deren Smartphones von NSO gehackt worden sein sollen.

Der zum Facebook-Konzern gehörende Chatdienst erfuhr Anfang Mai von dem Problem und schloss die Lücke innerhalb weniger Tage. Betroffen waren sowohl Smartphones mit Googles Android-System als auch Apples iPhones, Telefone mit Microsofts Windows Phone und Samsungs Tizen, wie aus einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten technischen Hinweis hervorgeht. Whatsapp schaltete auch US-Regierungsbehörden für Ermittlungen ein.

Werkzeug für Geheimdienste

Das bekannteste Produkt der Firma NSO ist eine Software mit dem Namen Pegasus, das nach bisherigen Informationen Mikrofon und Kamera eines Telefons aktivieren, Standort-Daten sammeln sowie E-Mails und Kurzmitteilungen durchsuchen kann. NSO betonte in einer Stellungnahme an die "Financial Times", das Unternehmen setze seine Werkzeuge nicht selbst ein, das machten nur Geheimdienste und Sicherheitsbehörden.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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