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Mate X nicht vor September Huawei muss Falt-Smartphone verschieben

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Das Huawei Mate X sollte ursprünglich noch im Juni auf den Markt kommen.

(Foto: kwe)

Nach Samsung muss jetzt auch Huawei den Markstart seines Falt-Smartphones verschieben, es soll frühestens im September fertig sein. Mit dem US-Bann haben die Probleme aber angeblich nichts zu tun.

Wenn es Huawei geschafft hätte, sein Falt-Smartphone im Gegensatz zum großen Konkurrenten Samsung pünktlich auf den Markt zu bringen, wäre dies ein willkommener Triumph in einer sehr schwierigen Zeit für das Unternehmen gewesen. Doch jetzt musste auch der chinesische Hersteller die Veröffentlichung des Mate X verschieben.

Der für Juni geplante Marktstart werde um drei Monate in den September verschoben, sagte Huaweis West-Europa-Chef Vincent Peng dem "Wall Street Journal". Es gehe darum die Qualität des Falt-Displays zu verbessern, Nachschub-Probleme wegen der von den USA gegen Huawei verhängten Handelssperre hätten damit nichts zu tun.

Huawei möchte sich nicht blamieren

Ein Unternehmenssprecher sagte "CNBC", es würden weltweit weitere Tests mit Mobilfunkanbietern und Entwicklern durchgeführt, um sicherzustellen, dass deren Apps funktionieren, wenn der Bildschirm auf seine volle Größe aufgeklappt wird. "Wir möchten kein Gerät herausbringen, das unserem Ansehen schadet", so der Unternehmenssprecher.

Das Mate X wurde bereits im Februar zu Beginn des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellt, drei Monate bevor Huawei in den USA als angebliches Sicherheitsrisiko auf eine schwarze Liste des Handelsministeriums gesetzt wurde. Das Unternehmen geht daher davon aus, dass das Falt-Smartphone noch mit Googles Android inklusive allen Google-Apps auf den Markt kommen kann. Google hat sich dazu bisher noch nicht geäußert.

Zu früh für "Ark OS"

Falls Huawei keine Lizenz für das Mate X bekommt, könnte das Gerät voraussichtlich auch nicht im September in den Handel gehen. Zwar arbeiten die Chinesen schon seit längerem an einer eigenen Android-Alternative, und es gab Gerüchte, wonach "Hongmeng" alias "Ark OS" schon im Herbst startklar sein soll. Aber auch wenn ein ranghoher Manager kürzlich sagte, das System werde bereits getestet und könne "binnen Monaten" eingeführt werden, dürfte die Zeit dafür zu knapp sein.

Schließlich legt Huawei Wert darauf, ein perfektes Gerät auf den Markt zu bringen, für das es sich nicht schämen muss. Und wenn es schon Probleme mit dem bewährten Android gibt, dürfte das Falt-Smartphone kaum das geeignete Gerät für erste Gehversuche eines alternativen Betriebssystems sein. Dazu passt der Bericht der chinesischen "Global Times", wonach "Ark OS" zunächst ab Oktober auf Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones Premiere feiern soll.

Quelle: n-tv.de, kwe

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