Technik

Edler Look, sensible Seiten Xperia XZ3 ist Sonys Sahnestück

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Das Xperia XZ3 ist das aktuell beste Sony-Smartphone.

(Foto: jwa)

Das Xperia XZ3 ist dieses Jahr schon Sonys drittes Flaggschiff. Es ist in fast allen Belangen besser als seine Vorgänger und es gibt eigentlich nur zwei Gründe, das XZ3 zu verschmähen.

Sony hält mit dem Xperia XZ3 an seinem hohen Tempo fest, das Smartphone ist schon das dritte Spitzen-Handy der Japaner im laufenden Jahr. In vielerlei Hinsicht ist es das Flaggschiff, auf das viele Sony-Fans gewartet haben - und es ist eines der ersten Smartphones mit Android 9 Pie. n-tv.de hat ausprobiert, was hinter der schicken Fassade steckt.

Im Frühjahr leitete Sony mit seinem neuen Flaggschiff-Duo eine kleine Design-Revolution ein. Das XZ2 und das XZ2 Compact sahen deutlich anders aus als die kantigen und etwas spröden Vorgänger. Fließende Formen, abgerundete Kanten, Glas - Sonys Neue fanden viel Zuspruch. Doch vor allem das große XZ2 ist zudem relativ dick und ziemlich schwer und von der schlanken Linie anderer Flaggschiffe einige entscheidende Millimeter und Gramm entfernt.

Toller Look, neuer Seitensensor

Technische Daten

  • System: Android 9 Pie
  • Display: 6 Zoll, OLED, QHD+ (2880x1440p), HDR
  • Prozessor: Snapdragon 845
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB + microSD
  • Dual-SIM
  • Kamera: 19 MP
  • Frontkamera: 13 MP
  • LTE Cat. 18, WLAN ac, Bluetooth 5.0
  • USB-C
  • Wasserdicht (IP65/68)
  • Akku: 3330 mAh
  • Abmessungen: 158 x 73 x 9,9 mm
  • Gewicht: 193 g

Mit dem im Rahmen der IFA vorgestellten XZ3 gelingen Sony jetzt die richtigen kosmetischen Korrekturen: Das Smartphone ist flacher und der Metallrahmen nur noch ein hauchdünner Trenner zwischen Vorder- und Rückseite. Das Display ist ein OLED-Panel mit leicht gebogenen Seiten. Damit gibt Sony zwar seine Eigenständigkeit beim Design ein Stück weit auf, doch dafür sieht das XZ3 wirklich gut aus. Ziemlich groß ist es zwar auch, doch damit sind die Japaner in guter Gesellschaft. 

Leider hat Sony den merkwürdig platzierten Fingerabdruck-Scanner vom Vorgänger übernommen, der auf der Rückseite gefühlt viel zu tief sitzt - der suchende Zeigefinger tippt zumindest am Anfang häufig daneben, irgendwo zwischen Kameralinse und Sensor. Das ist aber auch der einzige kleine Kritikpunkt am Äußeren des XZ3.

Neu sind bei Sonys Neuem - neben dem optimierten Design - auch die berührungsempfindlichen Seiten, die man so ähnlich schon von HTC kennt. Damit soll man das XZ3 besser mit einer Hand bedienen können. Um ein Menü mit den meistgenutzten Apps und Schnelleinstellungen anzuzeigen, tippt man zweimal an die Seite des Geräts. Ein Wisch nach oben oder unten führt zum vorigen Bildschirm zurück. Nutzer können den Seitensensor konfigurieren, indem sie zum Beispiel die Sensorempfindlichkeit und die Länge der Wischbewegung anpassen, den Sensor in manchen Apps deaktivieren oder ihn nur an einer Seite einschalten.

Kamera-App überarbeitet

Der Seitensensor ist abgesehen vom 0,3 Zoll größeren OLED-Display die wichtigste Neuerung im Vergleich zum nur ein halbes Jahr alten Vorgänger XZ2. In den meisten anderen Bereichen spielen beide Sony-Geräte auf Augenhöhe. Ein kleines Extra hat Sony der Kamera spendiert: Das Smartphone erkennt anhand seiner Lagesensoren, wenn man es aus der Tasche holt und ins Querformat dreht - dann startet die Kamera automatisch. Weil das XZ3 aber auch eine eigene Kamerataste hat, die bei einem langen Druck flott die Kamera startet, ist das wirklich nur eine nette Spielerei, die in der Praxis keinen Riesen-Mehrwert bietet.

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Das Xperia XZ3 hat ein 6-Zoll-OLED-Display.

(Foto: jwa)

Die Kamera selbst hat weitgehend die gleiche Ausstattung. Bei der Frontkamera hat Sony aber einiges draufgelegt: Die Selfie-Knipse des XZ3 hat nicht nur mehr Auflösung (13 statt 5 Megapixel) als beim Vorgänger, sondern auch einen größeren Sensor. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, Selfies gelingen dem XZ3 deutlich besser als dem Vorgänger. Die vielleicht wichtigste Neuerung im Kamera-Bereich ist aber die komplett neugestaltete App. Das Fotografieren mit Sony-Smartphones wurde in der Vergangenheit  In der Vergangenheit aufgrund der unlogisch und unübersichtlich aufgebauten App unnötig verkompliziert. Wirklich logisch und intuitiv ist zwar auch die neue Kamera-App nicht aufgebaut und einige Schaltflächen wirken deplatziert – warum gibt es zum Beispiel im Automatik-Modus keine eigene HDR-Taste, aber einen Button fürs Seitenverhältnis?

Ausgerechnet auf diesem wichtigen Gebiet macht Sony also gefühlt langsamer Fortschritte als die Konkurrenz. Immerhin wird aber die Bildqualität immer besser. Die Japaner, die fast alle großen Hersteller mit Bildsensoren ausrüsten, schaffen es endlich auch in ihren eigenen Smartphones, das Potenzial ihrer Bildsensoren mit gut programmierter Software voll auszunutzen.  

Das XZ3 ist damit das beste Sony-Smartphone, das man zurzeit bekommen kann. Sicher mag das XZ2 Premium noch ein bisschen besser sein und mit seiner Dual-Kamera noch bessere Fotos machen. Aber es ist eben auch noch größer und schwerer. Mit dem XZ3 dürfte Sony einen Nerv treffen - Design, Maße und Gewicht und Technik stimmen, Macken hat es keine. Für manche ist es aber wahrscheinlich schlicht zu groß, um zum neuen Lieblingshandy zu avancieren. Für die bietet sich das sehr gute und kompakte XZ2 Compact an. 

Sony-Fans, die ein neues Gerät wollen und mit der Größe kein Problem haben, sind mit dem XZ3 jedenfalls besser bedient als mit dem Vorgänger. Einziges Argument für das XZ2 ist der Preis, denn es ist immerhin rund 150 Euro billiger: Das XZ3 kostet bei Sony stolze 799 Euro, im freien Handel kostet es noch fast genauso viel. Das XZ2 gibt’s dagegen beim Hersteller für 649 Euro und im Online-Handel schon für gut 500 Euro.

Quelle: n-tv.de

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