Kurznachrichten

"Trotz erhöhter Unsicherheit" Ifo-Experte sieht noch keine Rezessionsgefahr

Ungeachtet der wachsenden Sorgen wegen der drohenden Gasknappheit steht der deutschen Wirtschaft dem Ifo-Institut zufolge kein unmittelbarerer Einbruch bevor.

"Trotz erhöhter Unsicherheit zeichnet sich im Moment noch keine Rezession ab", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Allerdings: Die drohende Gasknappheit hat die Unsicherheit unter den Unternehmen deutlich erhöht."

In der Wirtschaft gebe es derzeit eine zweigeteilte Entwicklung. Industrie und Handel machten Materialknappheit und steigende Preise zu schaffen, während viele Dienstleister von den Corona-Lockerungen profitierten. "Besonders das Gastgewerbe setzt auf einen guten Sommer", sagte Wohlrabe. Derweil hätten die Materialengpässe - die etwa die Autobauer ausbremsen - nur minimal nachgelassen.

Allen Branchen des Einzelhandels macht die hohe Inflation zu schaffen. "Überall besteht die Sorge, dass die Verbraucher weniger Geld in den Geschäften lassen, weil die Energierechnung deutlich steigt", sagte der Ökonom. Die Unternehmen planen ihrerseits ebenfalls, an der Preisschraube zu drehen. "Die Preiserwartungen sind zwar leicht gesunken, dennoch plant jedes zweite Unternehmen in den kommenden drei Monaten mit Preiserhöhungen", sagte Wohlrabe.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni nach zwei Anstiegen in Folge erstmals wieder eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel unerwartet deutlich auf 92,3 Zähler von 93,0 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Mini-Rückgang auf 92,9 Punkte erwartet.

Quelle: ntv.de, rts

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