Kurznachrichten

Ungarn Oppositionszeitung "Magyar Nemzet" stellt Betrieb ein

Die oppositionelle ungarische Traditionszeitung "Magyar Nemzet" stellt ihren Betrieb ein. Das Blatt wird an diesem Mittwoch zum letzten Mal erscheinen, berichtete das Portal "index.hu" am Dienstag unter Berufung auf den herausgebenden Verlag. Als Begründung gab das Medienunternehmen Finanzierungsprobleme an.

"Magyar Nemzet" gehört dem Oligarchen Lajos Simicska, der früher ein enger Vertrauter des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban war. Nach dem Zerwürfnis mit seinem ehemaligen Schulfreund Orban im Jahr 2015 ließ Simicska seine Medien, darunter die "Magyar Nemzet", auf einen regierungskritischen Kurs einschwenken. Im Wahlkampf vor der Parlamentswahl am letzten Sonntag berichtete die Zeitung über massive mutmaßliche Korruptionsfälle im Umfeld Orbans.

Die Fidesz-Partei des Regierungschefs gewann die Parlamentswahl deutlicher als erwartet. In der neuen Volksvertretung wird sie über eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit verfügen. "Maygar Nemzet" erscheint ununterbrochen seit 1938. Damals galt die Zeitung als Flaggschiff des bürgerlichen Journalismus. Unter die Kontrolle Simicskas geriet sie im Jahr 2000, als Orban erstmals ungarischer Ministerpräsident war.

Quelle: n-tv.de, dpa