Wirtschaft

Starkes Neukundengeschäft Allianz mit überraschendem Gewinnplus

imago84488202h.jpg

Die Allianz sieht sich auf Kurs, die gesteckten Jahresziele zu erreichen.

(Foto: imago/Frank Sorge)

Europas größter Versicherer legt im zweiten Quartal unerwartet deutlich zu. Vor allem das Geschäft mit Lebensversicherungen floriert. Und so gelingt dem Konzern mit Blick auf seine Jahresziele beinahe eine Punktlandung.

Ein Sonderertrag in der US-Lebensversicherung hat Europas größtem Versicherer Allianz im zweiten Quartal einen überraschenden Gewinnanstieg beschert. Die Schaden- und Unfallversicherung habe sich trotz eines niedrigeren Kapitalanlageergebnisses solide entwickelt, sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol. Die Lebens- und Krankenversicherung habe sich im Niedrigzinsumfeld weiterhin gut behauptet, wie die dynamische Umsatzentwicklung zeige. Und im Asset Management habe das für Dritte verwalteten Vermögen einen neuen Rekordwert erreicht.

Allianz
Allianz 192,24

In der Folge stieg im zweiten Jahresviertel das operative Ergebnis des Münchner Versicherungsriesen um fünf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Damit steht zur Halbzeit des Geschäftsjahres mit 6,1 Milliarden Euro bereits mehr als die Hälfte der für 2019 angepeilten elf bis zwölf Milliarden Euro auf der Habenseite.

"Unsere Halbjahresergebnisse zeigen, dass die Allianz auf einem guten Weg ist, ihre Jahresziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Oliver Bäte. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter summierte sich im zweiten Quartal auf 2,1 Milliarden Euro und lag damit 13 Prozent über Vorjahr und damit über den Prognosen der Analysten. Die Erlöse der Allianz - Summe aus Versicherungsprämien und Gebühren in der Vermögensverwaltung - kletterten um sechs Prozent auf 33,2 Milliarden Euro.

Starkes Geschäft mit Lebensversicherungen

Vor allem in Deutschland und in den USA sei es in der Lebensversicherung gut gelaufen, erklärte die Allianz. Das Neugeschäft sei um 8,5 Prozent gewachsen, die Marge schraubte die Allianz im Neugeschäft dabei auf 3,6 Prozent. Der traditionell größte Gewinnbringer, die Sachversicherung, verzeichnete dagegen Einbußen, weil die Kapitalanlagen weniger einbrachten. Das operative Ergebnis ging um fünf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich marginal auf 94,3 Prozent. Niedrigere Kosten hätten höhere Ausgaben für Naturkatastrophen größtenteils wettgemacht. Finanzchef Terzariol sprach von einer "soliden Entwicklung". Der Umsatz sei unter anderem durch Preiserhöhungen um 7,3 Prozent gewachsen.

Im Asset Management mit den Fondsgesellschaften Pimco und Allianz Global Investors läuft es wieder rund. Allein zwischen April und Juni flossen den Vermögensverwaltern 20,3 Milliarden Euro zu. Insgesamt verwalteten Pimco und AllianzGI Ende Juni 2,16 Billionen Euro, so viel wie noch nie. Davon stammen 1,59 Milliarden Euro von externen Kunden, elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das trieb die Einnahmen nach oben. Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag verbesserte sich im Vorjahresvergleich auf 61,1 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ/dpa