Wirtschaft

In Erwartung der Zinswende Anleger decken sich vor Fed-Entscheidung ein

66c63e8cecbdf6ee83c0516ded51c136.jpg

Seit Monaten erwarten die Anleger Zinserhöhungen, jetzt ist es wohl tatsächlich so weit.

(Foto: AP)

Nach einem durchwachsenen Wochenauftakt legen die US-Börsen am Dienstag wieder deutlich zu. Stützend wirkt unter anderem ein kräftiger Rückgang der Ölpreise, aber auch die Hoffnung auf eine Waffenruhe in der Ukraine. Für Mittwoch wird die erste Zinserhöhung der Fed seit zwei Jahren erwartet.

Einen Tag vor der erwarteten Zinserhöhung der Notenbank Fed decken sich Anleger mit US-Aktien ein. Sie hofften auf eine Waffenruhe in der Ukraine und reagierten erleichtert auf den nachlassenden Preisdruck durch den Rückgang der Energiepreise. Sorgen bereitete ihnen allerdings das Wiederaufflackern der Coronavirus-Pandemie in China. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Dienstag 1,8 Prozent höher auf 33.544 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 2,9 Prozent auf 12.948 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 2,1 Prozent auf 4262 Punkte zu.

An der Börse gilt als sicher, dass die Fed den Schüsselsatz am Mittwoch um einen Viertel Prozentpunkt anheben wird. "Wir reden schon etwa ein Jahr lang über Zinserhöhungen", sagte Christopher Grisanti, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters MAI. "Es ist gut für den Markt, dass sie endlich kommt und wir sie hinter uns bringen." Er hoffe darauf, dass die Notenbanker bei aller Sorge um die Inflation für die kommenden Monate eine behutsame Straffung der Geldpolitik signalisieren.

WTI Oil
WTI Oil 70,35

Vor diesem Hintergrund notierte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, kaum verändert bei 99,092 Punkten, während am Anleihemarkt der Verkaufsdruck nachließ. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 2,144 Prozent.

Unterdessen rutschte der Preis für die US-Rohölsorte WTI um 6,4 Prozent auf 96,41 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Die strengen Pandemie-Beschränkungen in einigen Wirtschaftsmetropolen Chinas schürten bei Anlegern Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang. In ihrem Sog gaben die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon und Chevron jeweils etwa fünf Prozent nach. Die Sorgen seien aber unbegründet, da die Regierung in Peking bei ihrer Pandemie-Bekämpfung Erfolge vorzuweisen habe, gab Anlage-Experte Ben Sheehan vom Vermögensverwalter Abrdn zu bedenken. "Während der Konsum aufgrund der ständigen Abriegelungsmaßnahmen mit Gegenwind zu kämpfen hatte, blieb die Industrieaktivität robust, und China konnte seiner Rolle als verlässlicher Partner im globalen Handel treu bleiben."

Delta Air Lines
Delta Air Lines 31,59

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählten American Airlines, Delta und United, deren Titel sich jeweils um etwa neun Prozent verteuerten. Einige Fluggesellschaften hatten dank einer robusten Nachfrage ihre Umsatzprognosen angehoben. Dies gleiche die gestiegenen Treibstoffpreise aus, schrieb Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Außerdem traue sie vor allem Delta zu, höhere Kosten an die Kunden weitergeben zu können.

Daneben rückte AMC ins Rampenlicht. Die weltgrößte Kinokette, die in Deutschland zahlreiche Lichtspielhäuser betreibt, steigt beim Goldminen-Betreiber Hycroft ein. Dies beschert dessen Papieren einen Kurssprung von bis zu 96 Prozent auf 2,72 Dollar. AMC übernimmt den Angaben zufolge etwa 22 Prozent der Hycroft-Anteile für rund 28 Millionen Dollar. Für einen Kommentar zu den Beweggründen für dieses Investment war AMC zunächst nicht zu erreichen. AMC-Aktien notierten rund sieben Prozent im Plus.

Quelle: ntv.de, ino/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen