Wirtschaft

Zweite Streikwelle zu Ende Ausstand bei Post befeuert Tarifkonflikt

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Verdi setzt Nadelstiche.

(Foto: dpa)

Mit bundesweiten Arbeitsniederlegungen bei der Post hat Verdi den Tarifkonflikt bei der Post weiter angefeuert. Einige Postkunden warten an diesem Wochenende vermutlich vergebens auf ihre Pakete. Aber der große Zusammenbruch in der Zustellung bleibt aus.

Mit einer zweiten Warnstreikwelle hat die Gewerkschaft Verdi bei der Deutschen Post den Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten angeheizt. In fast allen Bundesländern legten mehrere Tausend Beschäftigte des Konzerns in der Sortierung und teilweise auch in der Zustellung vorübergehend die Arbeit nieder. Wegen des Protests müssten Kunden mit einer verspäteten Zustellung ihrer Sendungen rechnen.

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Nach Angaben des Dax-Konzerns blieben die Auswirkungen aber begrenzt: Mehr als 92 Prozent aller Päckchen und Pakete seien planmäßig zugestellt worden, die übrigen Sendungen würden mit einem Tag Verzögerung den Empfänger erreichen. Verdi geht indes davon aus, dass es wegen des Ausstandes vermutlich noch bis Ende kommender Woche Verzögerungen bei der Zustellung geben könnte.

Die Warnstreiks wurden im Laufe des Nachmittags beendet. Ob die Gewerkschaft in der kommenden Woche erneut zu Arbeitsniederlegungen aufruft, war zunächst nicht klar. Kurz vor Ostern hatte Verdi in dem Tarifkonflikt erste Nadelstiche gesetzt und mit Arbeitsniederlegungen von Tausenden Postbeschäftigten die Zustellung behindert.

Festgefahrene Tarifgespräche

"Es gibt die klare Erwartung an den Arbeitgeber, in ernsthafte Verhandlungen einzutreten", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis einer Mitteilung zufolge. Mit den Aktionen protestieren die Beschäftigten gegen den Stillstand bei den Tarifverhandlungen. Knackpunkt ist der Aufbau von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung, wo die Beschäftigten zu niedrigeren Löhnen bezahlt werden. Darin sieht Verdi einen Bruch bestehender Schutzvereinbarungen und fordert für 140.000 Beschäftigte als Ausgleich eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.

Das lehnt die Post ab und weist auch den Vertragsbruch zurück. Von der Gründung der neuen Gesellschaften seien Arbeitsplätze und Bezahlung der fest beschäftigten Mitarbeiter der Post gar nicht betroffen. Darüber hinaus will das Unternehmen erst dann über das Thema Lohnausgleich sprechen, wenn die Gewerkschaft ihre Entgelt-Forderung für die anstehenden Verhandlungen über den Haustarifvertrag auf den Tisch gelegt hat. Dieser Vertrag ist gekündigt und läuft Ende Mai aus. Eine weitere Verhandlungsrunde haben die Tarifpartner für den 27. und 28. April im nordrhein-westfälischen Siegburg vereinbart.

Quelle: ntv.de, wne/dpa